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Azubis und Ausbildungsbetriebe stellen sich vor / In Folge 2 zu Besuch bei Privatbäckerei Wiese

Konditorei ist kein Zuckerschlecken

Kunst aus Nahrungsmitteln: Jenny Bechly ist begeistert, was sie in ihrer Ausbildung zur Konditorin erschaffen kann.
Kunst aus Nahrungsmitteln: Jenny Bechly ist begeistert, was sie in ihrer Ausbildung zur Konditorin erschaffen kann. © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Anna Fastabend / 20.08.2014, 09:30 Uhr
Eberswalde (MOZ) Auszubildende Jenny Bechly ist eine Berufene. Sie backt, seitdem sie denken kann, erst mit ihrer Mutter zusammen, dann allein - für ihre Familie, ihre Freunde und vor allem für ihren jüngeren Bruder, der Kuchen liebt. Schuld daran sind die vielen Äpfel, sie wachsen im Garten der Eltern und müssen verarbeitet werden. Zu Apfelkuchen in sämtlichen Variationen, mit Streuseln oben drauf oder einem Gitter aus Kuchenteig. Das Rezept für den zweiten Kuchen, die Linzer Apfeltorte, hat Jenny Bechly aus dem Österreichurlaub mitgebracht.

Privatbäckerei Wiese kann sich freuen, dass sie so eine Auszubildende wie die 19-jährige Jenny Bechly aus Rehfelde bei Strausberg hat. Es gibt nicht viele Schüler, die während ihrer Ferien ein freiwilliges Praktikum nach dem nächsten machen. Es gibt nicht viele, die schon von Kindesbeinen an wissen, wohin sie gehören. Doch Jenny Bechly war sich ihrer Sache sicher. Sie wollte Konditorin werden, machte mehrere Praktika bei der Berliner Kaffeerösterei, bei einem Konditor in München. Dann war sie zweimal bei den Wieses und unterschrieb ihren Ausbildungsvertrag - ein ganzes Jahr vor dem Abitur. "Ich wollte hier anfangen, weil es ein Familienbetrieb ist, weil hier alles noch per Hand gemacht wird", sagt sie.

Mit ganzem Herzen möchte Jenny Bechly Konditorin werden - und das, obwohl sie nicht mal besonders gerne Kuchen isst. Aber darum geht es nicht, sondern darum, dass aus einfachen Lebensmitteln wie Butter, Eiern, Mehl und Zucker richtige Kunstwerke entstehen, wie eine Hochzeitstorte aus Biskuitteig und Buttercreme - verziert mit rosa Zuckerrosen. Und darum, wie sich das Hochzeitspaar über die Torte freut, und darum, am Ende des Tages etwas geschaffen zu haben.

Jenny Bechly hat jetzt das erste Lehrjahr hinter sind, mit Frühschichten, und dem Ausbacken vieler Eberswalder Spritzkuchen in der spritzenden Riesen-Friteuse. Sie hat sich an den Konditorenhut auf ihrem Kopf gewöhnt, und eigene Rezepte entwickelt, Himbeerfrischkäse-Cupcakes zur Hausmesse im Paul-Wunderlich-Haus. Gerade werden ihre Panna-Cotta-Minz-Törtchen in Wieses Kaffeehaus Gustav serviert.

Die Ausbildung zur Konditorin ist kein Zuckerschlecken. "Man rennt viel, es ist körperlich anstrengend und Organisation ist das A und O", sagt Jenny Bechly, die dafür zuhause total chaotisch ist. Außerdem muss man geduldig sein und immer wieder üben, so wie Jenny Bechly gerade das Spritzen von Buttercreme-Rosen lernt.

Bei den Wieses fangen dieses Jahr zwei neue Lehrlinge in der Backstube an, einer im Verkauf.

Die Privatbäckerei Wiese präsentiert sich - neben vielen anderen Unternehmen und Institutionen - bei der Langen Nacht der Wirtschaft in Eberswalde am 30. August ab 16 Uhr im Familiengarten. Sie informiert dort auch zu Ausbildungsmöglichkeiten.

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