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Gisela geht es inzwischen wieder gut

Edgar Nemschok / 03.03.2010, 19:18 Uhr
Hennickendorf In den letzten Zügen der Saisonvorbereitung steckt derzeit das Hennickendorfer Motorsport-Team um Stephan Monté. In den letzten Zügen heißt dabei, dass der gelbe 120 PS-starke Renner mit einigen neuen Spezifikationen für die bevorstehende Rallye-Saison vorbereitet wird. Vor allem im Motorraum klafft noch ein großes Loch, denn hier muss das neue Getriebe angepasst werden.

"Das ist wirklich etwas ganz Besonderes. Nicht nur weil es sehr teuer war und aus dem Mutterland des Motorsports England kommt. Es soll uns vor allem in puncto Beschleunigung wesentliche Vorteile bringen", schwärmt Monté schon jetzt. Längere Übersetzungen in den großen und kleinere Übergänge in den unteren Gängen sind die wichtigsten Kennzeichen. "Dazu soll das Schalten noch schneller möglich sein."

Ansonsten hat sich der Nissan Micra in der vergangenen Saison wieder bewährt. Monté ist immerhin in der Gesamtwertung der Landesmeisterschaft von Berlin-Brandenburg Erster geworden und lag in der Gesamtwertung der Meisterschaft Sachsen-Anhalt/Berlin/Brandenburg auf Platz drei. Übrigens eine offene Meisterschaft, denn Gesamtsieger Mark Muschiol war mit einem Renault Clio R und Vizemeister Andreas Schramm mit einem Trabant unterwegs.

Die Spezialität des Hennickendorfers liegt vor allem auf den Schotterpisten und so nennt Monté die Lausitz-Rallye auch als einen der Höhepunkte im Rennsportkalender. "Schotter, ich denke, das ist schon die hohe Kunst im Rennsport. Auf Asphalt kann jeder", sagt er mit einem Schmunzeln. Der Sieg in der Lausitz, ein weiterer bei der Roland-Rallye in Nordhausen, ein zweiter Platz bei der Wittenberg-Rallye sowie der vcb-Rallye Berlin gehören zu seinen wichtigsten Erfolgen im Jahr 2009.

Allerdings verlief das Motorsport-Jahr nicht ganz problemlos. So erinnern sich Monté, Beifahrer Axel Retzlaff und vor allem Catrin Monté, der gute Geist im ganzen Team, mit einem mehr als unguten Gefühl an die Rallye Freiberger Land im Juni. "Das war eine echte Schrecksekunde für uns alle. Die Veranstaltung begann schon nicht ganz so optimal, denn starke Regengüsse machten allen Beteiligten ordentlich zu schaffen." In einer Senke und durch Aquaplaning verlor der 44-jährige Monté die Gewalt über das Fahrzeug. "Natürlich war ich als ausgebildete Krankenschwester nicht mehr zu halten und musste unbedingt hin. Zum Glück ist nicht so viel passiert, was gleichzeitig für die Sicherheit der Fahrzeuge spricht und zum anderen auch eine Glücksache war."

Nur Gisela, wie der Micra im Team genannt wird, hatte einiges abbekommen und der weitere Verlauf der Saison war ernsthaft gefährdet. Das kleine Team mit den Servicemechanikern Gordon Paul, Uwe Jackobs, Norman Jarkobs sowie den Betreuern Romano Bock, Marie-Louise Monté und Vivien Retzlaff rückte nun noch enger zusammen. Und beim Neustart auf der Wedemark-Rallye meldete sich Monté-Motorsport eindrucksvoll zurück. Das Team siegte auf Anhieb. Es folgte ein siebter Platz bei der Rallye Bad Schmiedeberg und ein neunter Platz im Zwickauer Land, ehe es dann die berühmte Sektdusche bei der Lausitzrallye gegeben hatte. Die Ziele für das Jahr 2010 sind klar gesteckt. "Natürlich wollen wir in jedem Rennen vorne mitfahren und Punkte holen. Doch um weiter ganz vorn mitzufahren, ist es sehr wichtig, noch weitere Sponsoren zufinden", sagt der Landesmeister 2009. "Mein großer Dank gehört unseren bisherigen Unterstützern, meiner Familie und allen Freunden." Parallel wird derzeit für das Juniorteam mit Marie-Louise Monté ein zweiter Micra aufgebaut (voraussichtlicher Start Mitte 2010).

Los geht die Saison am 13. März mit der 22. ADAC/PRS Havelland-Rallye.

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