Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

"Fahrradkantor" Martin Schulze konzertiert in der evangelischen Kirche von Biesenthal

Einer, der alle Register zieht

Martin Schulze ist mit Leib und Seele Kirchenmusiker.
Martin Schulze ist mit Leib und Seele Kirchenmusiker. © Foto: Renate Meliß
Renate Meliß / 25.08.2014, 07:50 Uhr
Biesenthal (mes) "Ich hatte da dieses Aha-Erlebnis, als ich 13 war - das war unglaublich, als ich das erste Mal an einer Orgel spielte", erzählt Martin Schulze. Von diesem Augenblick habe für ihn fest gestanden: "Ich werde Kirchenmusiker".

An diesem Sonnabend ist der Frankfurter bereits zum sechsten oder siebten Mal Gast in der evangelischen Kirche von Biesenthal. "Ein Orgelspieler sollte das Instrument gut kennen, möglichst selbst Orgelbauer sein", betont Schulze, als er kurz vor Konzertbeginn aus dem Inneren der Orgel kommt. Dort hat er etwas in Ordnung gebracht und sich eingestimmt, bevor er sich auf den hölzernen Schemel setzt, von der unendlichen Klangvielfalt und den Raum füllenden Möglichkeiten schwärmt, die nur eine Orgel mit ihren Registern und Tausenden Pfeifen bietet.

Seit vier Jahren lebt Schulze als freiberuflicher Kirchenmusiker. Rad fahrend ist er im Sommer unterwegs und bringt es dabei im Jahr schon auf 15 000 Kilometer. "Unterwegs lerne ich so viele Menschen, Mentalitäten und Landschaften kennen - und dann der Kontrast dazu - diese Musik - das ist für mich eine ganz tolle Geschichte." Wenn möglich ist er auch mit seiner Frau unterwegs, die es dann schon mal am Stück auf 230 Kilometer gebracht hat. Doch meist ist er allein mit seinem Drahtesel und nächtigt notfalls auch mal mit Schlafsack und Isomatte in einem Gemeindehaus. "Damit habe ich überhaupt kein Problem". Und abends gibt er eben Konzerte.

"Er ist wieder da - unser Fahrradkantor", begrüßt Pfarrer Christoph Brust Martin Schulze herzlich im Biesenthaler Gotteshaus. "Im Sommer eigentlich ohne festen Wohnsitz und auf dem Rad zuhause", fügt er lächelnd hinzu. "Liebe Freunde der Orgelmusik, ich bedanke mich, hier wieder musizieren zu können an dieser wunderschönen frühromantischen Orgel", antwortet der Kirchenmusiker. Dann zieht er mit Carl-Philipp-Emanuel Bach, dem Großmeister deutscher Spätromantik und seinem Choralvorspiel zu "Vater unser im Himmelreich", George Hepworths Variationen über "O sanctissima" oder auch Werken von Max Drischner und Moritz Brosig alle Register.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG