Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Bildungs- und Begegnungsstätte der Letschiner feierte mit utopischer Vision von Nowa Amerika 20. Jubiläum

Volles Haus im Birkenweg

Geburtstagsrunde: Heimatvereinsmitglieder und Gäste nutzten das Jubiläum der Heimatstuben für Rückblicke. Leiter Detlef Mallwitz sieht in einer weiteren Digitalisierung der Sammlungen eine wichtige Aufgabe für die Zukunft.
Geburtstagsrunde: Heimatvereinsmitglieder und Gäste nutzten das Jubiläum der Heimatstuben für Rückblicke. Leiter Detlef Mallwitz sieht in einer weiteren Digitalisierung der Sammlungen eine wichtige Aufgabe für die Zukunft. © Foto: Johann Müller
Ulf Grieger / 25.08.2014, 17:59 Uhr
Letschin (MOZ) Der Heimatverein und die Gemeinde Letschin haben am Sonntag das 20. Jubiläum der Letschiner Heimatstuben gefeiert. Bürgermeister Michael Böttcher würdigte die Bedeutung des Hauses als Bildungs- und Begegnungsstätte.

Die Stühle im Obergeschoss reichten nicht. Aber dieser Andrang hat Tradition bei den Veranstaltungen des Heimatvereins. Egal, ob es um historische Luftbilder, das Wirken der Hohenzollern oder die Separation im Oderbruch ging, stets war die Zahl der Wissbegierigen größer als die der Sitzplätze im eigentlichen Vortragsraum. Bürgermeister Michael Böttcher betonte denn auch dies als größten Erfolg: "Das ist ein komplett offenes Haus. Hier gibt es kulturelle Veranstaltungen, die Volkssolidarität lädt zum Plausch und Skat."

Er dankte den Persönlichkeiten, die die Entwicklung der Heimatstuben maßgeblich befördert haben wie Sigrid Strenge, Marga van Tankeren, Gabi Axmann, Eleonore Kühne und Detlef Mallwitz. Zum Vereins- und Hausjubiläum übergab er historische Ansichtskarten von 1964 und 1994 sowie eine selbst gestaltete Gegenüberstellung alter und neuer Ansichten Letschins.

Im Namen des Ortsbeirats von Letschin gratulierte Ortsvorsteher Günter Fetting. Er erinnerte an den Brand der Heimatstube vor 15 Jahren und die enorme Kraftanstrengung der Letschiner zum Wiederaufbau. Er überreichte in Erinnerung den originalen Artikel der Märkischen-Oderzeitung vom 11. März 2001 zur Wiedereröffnung sowie eine Reprintausgabe der Schriften Friedrich II. Fetting zitierte den ehemaligen CDU-Bundeslandwirtschaftsminister Jochen Borchert mit den Worten, dass es "für die Erbepflege keinen Marktpreis gibt". Dies auch in Hinblick auf die Unterstützung der Gemeinde für die Heimatstuben, trotz der schwierigen Haushaltslage und des Zwanges, bei den freiwilligen Aufgaben zu sparen.

Thomas Strauch sorgte vom Fontane-Zimmer aus für die musikalische Unterhaltung gesorgt hatte, ehe Michael Kurzwelly das Projekt "Nowa Amerika" vorstellte. Dabei handelt es sich um eine phantastische Konstruktion eines neuen Landes, das sich entlang eines etwa 70 Kilometer breiten Korridores vom Stettiner Haff bis nach Görlitz erstreckt und dessen Mittelachse in Nord-Süd-Richtung Oder und Neiße bilden. Ganz nach dem Vorbild der phantastischen Stadt Slubfurt, einer Kreation aus Teilen der Städte Frankfurt und Slubice, wurden die Ortsnamen in deutsch-polnische Mischworte geändert.

Der utopische Staat Nowa Amerika hat sein historisches Vorbild im "Neu-Amerika", als das die von Friedrich II. im Warthebruch ab 1763 angesetzten Kolonisten ihre Dörfer nach den Traumzielen ihrer Auswanderung benannten. An Hand der Teilungen Polens und der Verschiebungen des polnischen Staatsgebietes zeigte Kurzwelly auf, wie willkürlich die Mächtigen Grenzen ziehen. Der Zufall wollte es, dass sein Vortrag genau am 75. Jahrestag des deutsch-sowjetischen Nichtangriffspaktes, mit dem Hitler und Stalin Polen aufteilten gehalten wurde.

"Es wäre ja schön, wenn alle die gleiche Sprache sprächen und der Weltfrieden herrschte. Aber dann würden ja die Großen nicht leben und darum geht es doch immer", kommentierte Ruth Schwetschke aus Wollup das Projekt Nowa Amerika. Sie begeht am Wochenende ihren 84. Geburtstag.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG