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Panketaler Gemeindevertreter lehnen erneuten Vorstoß zur Errichtung einer 3. Grundschule ab

Es bleibt beim Ergängzungsbau

Olav Schröder / 27.08.2014, 07:50 Uhr
Panketal (MOZ) Die Panketaler Gemeindevertretung hat am Montagabend die Errichtung eines Schul-Ergänzungsbaus an der Möserstraße zur Lösung der Raumprobleme bestätigt. Der Antrag der Bündnisgrünen und Bündnis Panketal zum Neubau einer 3. Grundschule wurde abgelehnt.

Es war der einzige Beschlussantrag, den die Gemeindevertretung an diesem Abend behandelte. Nach Anhörungen der Schulleitung, der Lehrer, Eltern und einer ausführlichen Debatterückte der Uhrzeiger auf 22 Uhr vor. Die Behandlung der anderen 28 Vorlagen und Anträge wurde auf den Folgeabend vertagt.

Zwar hatten Bündnisgrüne und Bündnis Panketal eine neue Variante für eine dritte Grundschule eingebracht. In der Debatte blieb es jedoch über weite Strecken beim Austausch bekannter Argumente, ohne dass eine Seite die andere zu einer Änderung ihres Standpunktes bewegen konnte. So wurde wechselseitig für den jeweils anderen Standort ein schnelles Baurecht angezweifelt.

Der neue Vorschlag sah im Gegensatz zum Bürgerentscheid vor, die 3. Grundschule nunmehr als Neubau auf dem ehemaligen Krankenhausgelände an der Schönower Straße zu errichten, das Gebäude dort aber als Hort und Mensa umzubauen. Die Kosten und die Bauzeit seien bei beiden Vorhaben etwa gleich, so Carola Wolschke (Bündnis Panketal).

Wenn die Gründung einer dritten Grundschule politisch nicht realisierbar sei, dann sollte der beschlossene Ergänzungsbau jedoch zügig errichtet werden, zumal die Pädagogen bei der Planung einbezogen werden, rekapitulierte die Leiterin der Zepernicker Grundschule Constanze Rübenach-Leyers in der Anhörung die vorherrschende Auffassung in der Lehrerschaft. Mehrere Lehrerinnen schilderten zudem, dass sie sich auf den Ergänzungsbau freuen, da er viele pädagogische Vorteile biete. So gebe es die erforderlichen Räume für Teilungsunterricht und Inklusion. Die im Vergleich zum Altbau größeren Räume böten praktische Vorteile für den Unterrichtsablauf. Auch die Nutzung des Schulhofs durch eine Umgestaltung wenig genutzter Flächen könne verbessert werden.

Diese Vorteile biete auch ein Neubau auf dem Klinikgelände. Darüber hinaus würde eine 3. Grundschule aber auch der Empfehlung des Staatlichen Schulamts entsprechen, Grundschulen möglichst zwei- bis dreizügig zu betreiben, verdeutlichten Stefan Stahlbaum (Bündnisgrüne) und Matthias Horbank (Bündnis Panketal). Gleichfalls übersichtliche Strukturen im Grundschulbereich forderte Lothar Gierke (Linke) ein.

Eine 3. Grundschule bringe aber auch erhebliche Probleme mit sich, sagte Schulleiterin Rübenach-Leyers. In einer kleinen Schule sei es nicht nur schwierig, den Fachunterricht und Vertretungen bei Krankheitsfällen abzusichern. Derzeit sei es ein "extremes Problem", Lehrkräfte zu finden. Bei einer Verkleinerung der Grundschule müsste diese zudem viele junge Lehrkräfte abgeben. Die gelungene Altersmischung des Kollegiums würde damit aufgegeben. Und sollte sich die Zügigkeit einmal verringern, so könnten die Räume vom Hort genutzt werden.

An der Zepernicker Grundschule gebe es zwar viele Schüler, die Möglichkeit, kleine Klassen zu bilden, werde aber genutzt, hob Axel Kruschinski (SPD) hervor. Die sechs ersten Klassen besuchen derzeit 19 bis 21 Kinder. Bürgermeister Rainer Fornell (SPD) unterstrich, dass sich die tatsächlichen Schülerzahlen entgegen der Prognose verhalten entwickelt. Anfang des Jahres sei mit 140 Abc-Schützen gerechnet worden, jetzt seien es lediglich 119 Schulanfänger in Zepernick. Gemeindevertreter von CDU und SPD erhielten auf ihre Fragen nach den Unterrichtsmöglichkeiten im geplanten Ergänzungsbau positive Stellungnahmen. Aus Kapazitätsgründen fiel die Mensa dabei aber klar ab.

Schließlich sprach sich die Mehrheit von CDU, SPD und Grünes Panketal gegen die Gründung einer dritten Grundschule aus.

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Lehrerin II 28.08.2014 - 08:09:05

Schulleitung der Grundschule Zepernick fragwürdig

ich kann es kaum fassen! Unsere neue Schulleiterin Frau Rübenach gibt öffentlich Falschaussagen kund. Wir haben auf der Lehrerkonferenz etwas ganz anderes beschlossen. Einige Lehrer lassen sich das wohl nicht gefallen und werden Hilfe beim Schulamt fordern. Frau Rübenach stellt Pädagogen gegen Pädagoen. Das ist dermaßen unfair. Ja, sie lügt! Sie wird unter diesen Umständen nicht Schulleiterin bleiben! Es ist eine Schande! Und zu Herrn Fornell braucht man wohl inzwischen kaum mehr etwas sagen. Dieser Mensch ist schlecht! Lehrerin II

Dagmar Hering 28.08.2014 - 07:37:27

Zum Lehrerkommentar

Dann wurden die teilnehmenden Lehrer (innen) wohl gezielt ausgesucht! Es ist in den letzten Jahren in Panketal immer dasselbe: Manchmal wird schlicht gelogen oder ein Teil der Wahrheit wird verschwiegen, was einer Lüge gleichkommt. So wird vorsätzlich das Wahlverhalten der Bevölkerung und offenbar auch der Gemeindevertreter beeinflusst. Ich bin diese ständigen Manipulationen leid.

Lehrerin 27.08.2014 - 21:49:25

Nicht mit dem Kollegium abgesprochen!

Schade, dass die derzeitige Schulleiterin den Schwanz eingezogen hat! Mit absurden Behauptungen übrigens. Warum sollten nur jüngere Kollegen an eine kleine Schule wechseln wollen? Der Mehrheit des Lehrerkollegiums haben die anwesenden Lehrer jedenfalls nicht aus dem Herzen gesprochen, sondern nur ihre ganz private Einzelmeinung kundgetan. Die Meinungsbilder und Beschlüsse der Lehrerkonferenzen sprechen jedenfalls eine andere Sprache.

Dagmar Hering 27.08.2014 - 09:05:24

Jetzt bleibt nur noch die Privatschule

Schon vor 15 Jahren platzte die Zepernicker Grundschule aus allen Nähten und war die größte Grundschule Brandenburgs. Jetzt kommt also die Superlative. Ob sich Schüler (und Eltern) in diesem Massenbetrieb noch wohl fühlen? Kaum vorstellbar. Um sich dieser Art staatlicher "Fürsorge" zu entziehen, bleibt als Alternative nur noch eine Privatschule. Zumindest für die Eltern, die dafür das Geld zusammenkratzen können. Ich fange schon mal an, für meine zukünftigen Enkelkinder zu sparen ...

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