Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Mehrtägiges "Stop Deportation Camp" gestartet / Teilnehmer am Mittwoch teilweise beschimpft

Protest gegen Abschiebehaft und Lagersystem

"Kein Gefängnis für Flüchtlinge": das fordern die Demonstranten. Sie bieten bis Montag Workshops und Filme.
"Kein Gefängnis für Flüchtlinge": das fordern die Demonstranten. Sie bieten bis Montag Workshops und Filme. © Foto: MOZ
Janet Neiser / 27.08.2014, 19:01 Uhr - Aktualisiert 28.08.2014, 23:58
Eisenhüttenstadt (MOZ) Orientalische Musik schallte ab Mittwochmittag über die Wiese an der Poststraße, ganz in der Nähe der großen Metallrose. Dort waren die ersten Teilnehmer der angemeldeten mehrtägigen Protestaktion "Stop Deportation Camp" angekommen - etwas verspätet, aber ein großes Polizeiaufgebot wartete schon.

"Uns geht es vor allem darum, die Abschiebehaft zu stoppen", betont eine junge Frau, die zu den Organisatoren der Veranstaltung gehört. Passend dazu gibt es Fahnen mit der Aufschrift "Kein Gefängnis für Flüchtlinge" und "Kein Mensch ist illegal". Aber auch das Lagersystem für Flüchtlinge mit der Residenzpflicht und mit vielen weiteren unsichtbaren Zwängen missfalle ihr und den anderen. Deshalb sind sie nach Eisenhüttenstadt gekommen, wo Brandenburgs einzige Abschiebehaft ist. Sie wollen mit Bewohnern der Erstaufnahmeeinrichtung reden, ihnen Tipps geben.

"Sie", das sind nach Aussagen eines Berliners, der seinen Namen nicht nennen möchte, Flüchtlinge aus Berlin und Brandenburg sowie Unterstützer. Eine Organisation oder ein Verein stehe nicht hinter der Aktion. "Ab Donnerstag geht es hier richtig los mit Workshops und Musik", sagt er und erzählt auch, dass die gesamte Aktion anfangs etwas anders geplant war. Normalerweise wollten die Teilnehmer des Camps nämlich Zelte aufbauen und auf der Wiese schlafen, aber das wurde ihnen aufgrund der Stadtordnung nicht genehmigt. Nun weichen sie für die Nächte unter anderem auf einen Campingplatz in Neuzelle aus.

Willkommen fühlten sich Protestler in Eisenhüttenstadt jedenfalls nicht. Viele, die vorbeikommen, würden einen Stinkefinger zeigen und sogar schimpfen, berichten sie. Zwei ältere Anwohner der Poststraße sind da gelassener: "Wir empfinden das als kulturelle Bereicherung", sagt einer von ihnen. "Orientalische Musik hat man ja nicht alle Tage", der andere. Die Aufnahmestelle für Asylbewerber hat aufgrund des "Stop Deportation Camp" das Besuchsrecht bis Montag ausgesetzt. Frank Nürnberger, Leiter der Zentralen Ausländerbehörde, (ZABH) erklärt, warum: Vor etwa einem Jahr hatten Demonstranten versucht, die Abschiebehaft zu stürmen. Das wollte er vermeiden. Bewohner der ZABH könnten aber jederzeit das Gelände verlassen, um Besuch zu empfangen. Etliche nahmen bereits Kontakt mit den Protestlern auf.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.
Hüttenstädter 28.08.2014 - 21:58:16

So nicht!

Ich bin heute mal zu diesem Protestcamp. Alles war friedlich und überhaupt nicht unangenehm. Allerdings ist die Verwendung des üblen Begriffs "Deportation" völlig unangenessen, denn dieses Wort verbindet sich mit der Judenvernichtung im dritten Reich. Und eine Verbindung hierzu besteht doch überhaupt nicht. Und wenn Vorbeigehende mit Worten und Gesten ihren Unmut geäußert haben sollen, wie im Beitrag geschrieben, dann ist es auch darauf zurückzuführen, dass die Verfasserin des Beitrages erst kürzlich einen Artikel zu der Haltung von anonymen Anwohnern verfasste, der geradezu Rückenstärkung für jene war, die die Asylbewerber ablehnen.

Ein Stalinstädter 28.08.2014 - 21:38:37

Sry

Tut mir leid, dass sich die Protestler hier nicht wohlfühlen :-( Tut mir leid, dass die Asylis im Heim wohnen müssen :-( Da geht doch bestimmt was ?!?! Also ich lass morgen gleich einen Schlüssel für meine Wohnung nachmachen. Habe ein Zimmer frei. Da kann doch ein Asyli einziehen (oder auch zwei). Herr Patzelt wird stolz auf mich sein. Gern gehe ich dann auch noch für die beiden arbeiten. Ach quatsch, das mache ich ja schon. Hihi. In diesem Sinne: Immer schön multi bleiben. Grüße an die Redaktion und nicht vergessen, zu löschen. Danke!

L. Posseld 28.08.2014 - 21:01:32

@Seehofer

... er hat das Gefühl, dass sich da jetzt ein Stimmungswandel anbahnt. Na so was, hat sich der deutsche Michel da nicht verhört? So etwas geht ja garnicht. Und dann noch in der BRD! Da soll es Bürger geben, die sich ihrem Ärger Luft machen zur hiesigen Zeitungslektüre. Die Presse spornt selber an und verträgt dann das hausgemachte Echo nicht. Dann schreibt doch gleich im Sinne des Neuen Tages. Bitte gleich löschen.

PIKO 28.08.2014 - 20:11:57

Zunehmendes Mißfallen über die Asylpolitik

Es ist nicht verwundlich daß mehrere Kommentatoren kein Verständniss für die derzeitige Entwicklung der Asylbewerberzahlen, der verzögerten Abschiebung und die oft auch unmäßigen Forderungen derer äußern. Solange klare politische Konzepte für eine Aufnahme von Flüchtlingen und berechtigten Asylanträgen fehlen und zudem keine tatsächlichen Möglichkeiten für eine Integration vorhanden sind, solange wird sich eine Unzufriedenheit in der Bevölkerung aufbauen die künftig eine Akzeptanz gegenüber Flüchtlingen erschweren bzw. fehlen wird. Herr Seehofer hat schon mal seine Bedenken öffentlich geäußert:6 "Wir kommen allmählich bei der Bevölkerung in eine Stimmung, die mich besorgt macht", sagte Seehofer. Bei einem Auftritt im sächsischen Landtagswahlkampf habe er festgestellt: "Wir hatten lange Zeit sehr großes Verständnis und auch Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung. Ich habe das Gefühl, dass sich da jetzt ein Stimmungswandel anbahnt."

Rosa Linde 28.08.2014 - 18:51:54

Hat doch auch etwas Gutes,

denn höchst wahrscheinlich ist in Neuzelle ebenso viel Polizei vertreten wie hier in Eisenhüttenstadt.....und es wagen sich keine Einbrecher und dgl. nach Neuzelle.

U.K. 28.08.2014 - 18:28:06

Sicherheit

Die sinnlose Demo hat aber einen Vorteil, endlich wird mal ein Parkplatz ordentlich bewacht, schade ist nur das die Stadt zusätzliche Parkverbotsschilder aufgestellt hat und die Bürger diesen Sonderservice der Polizei nicht im vollen Umfang nutzen können. Mehr will ich dazu diesmal nicht schreiben, sonst wird auch diese Kommentarfunktion gesperrt, wie so einige andere in letzter Zeit.

egal 28.08.2014 - 13:11:52

und wenn in Neuzelle

die Bürger für mehr Sicherheit und Polizeipräsens demonstrieren wollen, kommt der "Hausherr" und will dies unterbinden Das nenn ich mal Demokratie

H.W. 28.08.2014 - 12:19:46

H.W.

Angebot und Nachfrage regelt den Markt.

DK 28.08.2014 - 12:08:42

Interessant ....

... auch das Aufgebot an Polizei. Sechs Wagen, davon drei Mannschaftswagen - alle Achtung. Wer oder was wird da vor wem eigentlich in dieser Größenordnung beschützt? Wovor hat wer Angst? Selbst schon in den frühen Morgenstunden wird ein leerer Platz und die Plakate beschützt. Komisch, da geht es dann, und der gemeine Deutsche kann sehen wo er bleibt mit seinen Ängsten und Problemen.

Willi Lausebub 28.08.2014 - 11:54:41

Mir reicht es ...

Ja ich will diese Berufsprotestler hier in Eisenhüttenstadt nicht haben. Wieviel Lebensweisheit bringt diese junge Frau denn mit? Keine! Es passt nur in das Konzept von einigen sogenannten Menschenrechtlern (Sie halten sich zumindest dafür) in Wirklichkeit rennen Sie scheinbaren Idealen nach und die Enttäuschung in 5-6 Jahren folgt auf dem Fuss. Ja ich will diese ganze Einrichtung (ZABH) hier nicht haben. Sie bringt Ärger und Verdruss. Lehrlinge müssen weichen weil Politiker falsche Weichenstellungen geben. Was ändert sich in der Welt wenn hier soviel Flüchtlinge aufgenommen werden. Nichts! Man diskutiert und diskutiert und die Kriege gehen weiter. Die verantwortlichen leben in Residenzen und lassen es sich gut gehen und diskutieren. Der kleine Mann hat zu kämpfend, alles für irgendwelche Glaubensbekenntnisse oder was was weis ich für ein Gehirnschmalz. Für was eigentlich. Man kommt dann hier her weil man denkt das Paradies zu finden., muss jedoch feststellen das hier auch keine Milch und Honig fliesen und das die Bäume hier auch nicht in den Himmel wachsen. Ja das ist die Realität aber darüber wird nicht gesprochen. Aber es ist gut mal damit protestiert zu haben und sein Gewissen ein wenig beruhigt zu haben. Ja ich will euch junge Weltverbesserer hier nicht haben, denn Probleme in dieser Stadt haben wir schon genug.! Da müssen nicht noch neue von außen hereingeschafft werden. Die wir in dieser Form sowieso nicht lösen können. Ich will keinen zweiten Oranienburger Platz wie in Berlin. Mir reicht schon der zentrale Platz, denn da wird schon genug Blödsinn getrieben. So MOZ und nun könnt Ihr diesen Kommentarbereich schließen. Die Gründe dazu sind mir persönlich auch egal. Die öffentliche Meinung dazu könnt Ihr damit aber nicht unterdrücken. Sie bricht halt dann in anderer Form hervor. Auch ich zeige jedes mal meinen Stinkefinger wenn ich dort vorbei gehe oder fahre, und das täglich.

Internetzer 27.08.2014 - 21:21:33

Asyl

Ungefähr 2% Anerkennungsqoute bei den Asylanträgen. Die restlichen 98% werden trotz abgelehnter Asylanträge "geduldet". Noch Fragen? Das Irrenhaus lässt grüßen. Viel Spaß beim (Fakten) Löschen.

Eisenhüttenstädter61 27.08.2014 - 21:11:39

Bitte dieses Kommentarforum deaktivieren

Eine offene Meinungsfreiheit ist nicht erwünscht. Besonders die ostdeutschen Bürger erkennen die Realität im demokratischen und freiheitsliebenden Deutschland nach und nach. Warum beugen sich die Medien der vorgegebenen Zensur?

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG