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Imker fordern Wandergesetz

Geschenk zum 125-jährigen Vereins-Jubiläum: Diesen in Holz verewigten Spruch brachten Peter Laufen und Adalbert Patzke vom Strausberger Imkerverein der Wriezener Vorsitzenden, Gabriele Hentschel, mit. Die Brandenburger Bienenzüchter wünschen sich eine Wan
Geschenk zum 125-jährigen Vereins-Jubiläum: Diesen in Holz verewigten Spruch brachten Peter Laufen und Adalbert Patzke vom Strausberger Imkerverein der Wriezener Vorsitzenden, Gabriele Hentschel, mit. Die Brandenburger Bienenzüchter wünschen sich eine Wan © Foto: MOZ/Inga Dreyer
Inga Dreyer / 28.08.2014, 07:23 Uhr
Wriezen (MOZ) Viele Wanderimker zieht es ins Oderbruch. Den ortsansässigen Bienenzüchtern bereitet das Sorgen. Sie wünschen sich einen Wanderordnung - um zu verhindern, dass sich auf diesem Wege Krankheiten ausbreiten. Im Gespräch mit Landespolitikern machten sie auf ihre Sorgen aufmerksam.

Die Bienen sind des Imkers Ein und Alles. Bestimmte Krankheiten können ganze Völker schnell vernichten. Die Angst davor macht Bienenzüchter vorsichtig. Ein Risiko stellen Bienen aus anderen Regionen dar, sagt Gabriele Hentschel, die Vorsitzende des Wriezener Imkervereins. Denn auf diese Weise können Krankheiten in einer Region eingeschleppt oder auch herausgetragen werden.

Deshalb wünscht sich nicht nur der Wriezener Verein ein Gesetz, dass die Wanderung der Imker steuert. Dabei gehe es nicht darum, deren Zahl zu beschränken, betont Gabriele Hentschel. "Es gibt nach wie vor zu wenige Bienen." Vor der Wende habe es in der Region zehnmal so viele Bienenvölker gegeben, erklärt sie.

Wenn sich Imker mit ihren Bienen über eine Kreisgrenze hinaus bewegen, müssen sie sich beim Gesundheitsamt melden und ein Gesundheitszeugnis für die Bienen vorlegen, erklärt die Vereinsvorsitzende. Das reiche jedoch nicht aus. Denn wenn jemand beispielsweise an einem Freitag in einen anderen Kreis kommt, kann er sich erst am Montag melden. Dann könne es unter Umständen zu spät sein, sagt Gabriele Hentschel. "Vielleicht wandert er dann in einen Sperrbezirk ein."

Als Sperrbezirke werden beispielsweise Gebiete gekennzeichnet, in der die Amerikanische Faulbrut ausgebrochen ist. Das sei die schlimmste Bienen-Krankheit, berichtet die Imkerin aus Schiffmühle. Die bakterielle Infektionskrankheit befällt die Brut. Normalerweise werden die betroffenen Völker dann getötet. Inzwischen aber, erzählt Gabriele Hentschel, gebe es auch Möglichkeiten, die Völker wieder zu sanieren, wie es in der Fachsprache heißt. In der Region sei die Faulbrut bisher glücklicherweise nicht aufgetreten, erzählt Gabriele Hentschel.

In jedem Verein gibt es sogenannt Wanderobleute, die sich um Fragen die Wanderschaft kümmern. Sie sind Ansprechpartner für Bienenzüchter, die in der Region zu Gast sind. Die Wanderimkerei hat eine lange Tradition. Mit ihren Bienenwagen tingeln die Züchter dorthin, wo es viele Blüten oder besondere Pflanzen gibt. Auch Bauern profitieren davon, denn die Bestäubung durch die Bienen sorgt für eine reiche Ernte. Vor allem die Robinien locken viele Imker in Richtung Oderbruch, berichtet die Vereinsvorsitzende. "Der Honig ist wasserklar und in den alten Bundesländern sehr gefragt."

Sobald Wanderimker sich aber in Absprache mit Landbesitzern auf deren privatem Grundstück niederlassen, haben die Wanderobleute der Vereine nichts mehr zu sagen, kritisiert Gabriele Hentschel. Ihr Verein fordere deswegen eine Wanderordnung, wie es sie in anderen Bundesländern bereits gebe, auch für Brandenburg. Bei einem Besuch im Potsdamer Landtag hatten die Imker aus Wriezen und Umgebung Gelegenheit, mit den Zuständigen über ihre Probleme zu sprechen. Die Landtagsabgeordnete Jutta Lieske (SPD) hatte den Verein bei seiner 125-Jahrfeier eingeladen, den Landtag zu besichtigen. Bei der Feier hätten sehr viele Imker die Landespolitikerin angesprochen um ihr von ihren Sorgen zu erzählen, erzählt Gabriele Hentschel.

Der Ausflug nach Potsdam diente aus diesem Grund nicht nur touristischen Zielen. Jutta Lieske hatte ein Gespräch mit Klaus Reimer, dem Leiter des Referats 32, das unter anderem für gesundheitlichen Verbraucherschutz zuständig ist, sowie Hans-Georg Kantak, Referent für Tierseuchenverhütung und -bekämpfung, organisiert. Am Nachmittag nahm sich Jörg Vogelsänger, Minister für Infrastruktur und Landwirtschaft, Zeit für ein Gespräch.

Auch der Vorsitzende des Landesverbandes Brandenburgischer Imker, Reiner Gabriel, und Arno Gesche, Wanderobmann des Verbandes, schlossen sich dem Ausflug der Wriezener an. Der Eindruck der Imker von den Gesprächen sei sehr positiv gewesen, berichtet Gabriele Hentschel. Der Minister wolle sich damit beschäftigen, eine Wanderordnung auf den Weg zu bringen. Auch die Idee, nach dem Vorbild anderer Bundesländer ein "Sanierungsmobil zu fördern", das infizierte Völker retten kann, haben die Imker angesprochen.

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