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Briesener Oberschüler fragen Kommunalpolitiker und kämpfen bei einem Planspiel selbst um Stimmen

Wahlkampf im Klassenzimmer

Unterricht einmal anders: Martin Hepke (14), David Woiczikowski (15) und Saskia Becker (15) bereiten sich mit Lehrerin Adelheid Röhler auf das Planspiel vor.
Unterricht einmal anders: Martin Hepke (14), David Woiczikowski (15) und Saskia Becker (15) bereiten sich mit Lehrerin Adelheid Röhler auf das Planspiel vor. © Foto: MOZ
Sonja Jenning / 28.08.2014, 07:42 Uhr
Briesen (MOZ) Mit zwei Projekttagen zur bevorstehenden Landtagswahl hat für die Neunt- und Zehntklässler der Briesener Oberschule der Fürstenwalder Aus- und Weiterbildungsgesellschaft (FAW) das neue Schuljahr begonnen.

"Das ist schon ein anspruchsvolles Thema zum Einstieg in das neue Schuljahr", geben Anke Fröhlich und Adelheid Röhler, die Klassenlehrerinnen der beiden Jahrgänge, zu. Doch weil die Landtagswahl vor der Tür steht, haben sich die Pädagoginnen entschlossen, ihren Schülern die Mechanismen einer Wahl nahezubringen, die auch für so manchen Erwachsenen nicht leicht zu durchschauen sind. Unterstützt wurden sie dabei von Gabi Moser vom Eine Welt Projekt des Evangelischen Kirchenkreises Oderland-Spree.

"Mit den Vorbereitungen für die Projekttage haben wir schon Ende des vergangenen Schuljahres begonnen", erzählt Anke Fröhlich. So wurden Fragen und Themen gesammelt, über die die Jugendlichen mit Politikern reden wollten. "Damals haben wir diskutiert ohne Ende", erinnert sich Anke Fröhlich. Wichtigstes Thema der einheimischen Jugend war die Frage nach einem Skaterplatz in Briesen. Als die echten Politiker dann am Dienstag vor Ort vor den Schüler saßen, schienen diese jedoch Angst vor der eigenen Courage zu haben. Gekommen waren die Landtagsabgeordneten Sabine Niels (Bündnis 90/Die Grünen) und Peer Jürgens (Die Linke) sowie der Amtsdirektor von Odervorland Peter Stumm (parteilos). Sie antworteten unter anderem auf die Fragen, warum sie Politiker geworden sind, wie viele Stunden sie in der Woche Arbeiten und welche Hobbys sie haben. Erst zum Ende des Gesprächs wurde - fast schüchtern - die Frage nach dem Skaterplatz gestellt. "Am besten kommt ihr mit solchen Anliegen in die Sprechstunde des Bürgermeisters oder zur nächsten Gemeindevertretersitzung", sagte Amtsdirektor Peter Stumm, "oder ihr sucht euch Verbündete bei den örtlichen Vereinen." Ein Skaterplatz in Briesen sei kein Ding der Unmöglichkeit - so viel lässt der Amtsdirektor durchblicken. Aber man müsse hartnäckig sein und am Ball bleiben. Ob sie das können, werden die Oberschüler in den kommenden Wochen zeigen.

Selbst aktiv werden konnten sie schon am nächsten Tag, als sich das Klassenzimmer in die fiktive Kleinstadt "Wahlingen" verwandelte. Jeder Schüler schlüpfte in eine vorgegebene Rolle: Sie wurden zu Vertretern von Interessengruppen, zu Parteimitgliedern oder Einzelkandidaten, die um Stimmen kämpften oder zu Reportern, die Hintergründe recherchierten und über den Wahlkampf berichteten.

Das Wahl-Projekt der Briesener Oberschule ist noch nicht abgeschlossen. Es wird am 3. September mit einer weiteren Veranstaltung in Fürstenwalde und im Herbst mit einem Besuch des Landtags fortgesetzt.

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