Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Altes Polonia wird zum Hostel und Appartmenthaus / Ladengalerie mit Café und Gewerbe im Erdgeschoss

Herberge für Rucksacktouristen

Mit grüner Schutzplane: Das alte Polonia ist für die Sanierung eingerüstet. Ab Montag wird das Dach abgerissen.
Mit grüner Schutzplane: Das alte Polonia ist für die Sanierung eingerüstet. Ab Montag wird das Dach abgerissen. © Foto: MOZ
Frank Groneberg / 28.08.2014, 19:48 Uhr
Frankfurt (MOZ) Das ehemalige Gasthaus Polonia in der Leipziger Straße wird zu einem Hostel umgebaut. 32 Zimmer und eine Suite werden den Gästen dort zur Verfügung stehen. Der Eigentümer lässt das Gebäude jetzt komplett sanieren.

Es gehört wohl zu den bekanntesten Gebäuden in Frankfurt - das Gebäude an der Ecke Leipziger Straße/Große Müllroser Straße, in dem bis zum Sommer 1991 das polnische Nationalitätenrestaurant Polonia (als Nachfolger des 1962 eröffneten "Leipziger Garten") zum Speisen und zum Tanzen einlud. Seit 1992 steht es leer, verfiel über die Jahre immer weiter, wurde zum Schandfleck. Doch jetzt kommt wieder Leben in das Haus. Mitarbeiter der Zabel Gerüstbau GmbH aus Frankfurt haben zunächst die Außenfront eingerüstet und waren am Donnerstag dabei, auch auf der Innenhofseite ein Baugerüst aufzustellen. Mit dem Abriss des Daches beginnt dann in der kommenden Woche der Umbau.

Eigentümer des alten Polonia ist seit einigen Jahren Viktor Zdesenko, ein Berliner Geschäftsmann mit ukrainischen Wurzeln, der Immobilien bewirtschaftet und verwaltet und dem in Frankfurt auch zwei Mehrfamilienhäuser gehören. Er lässt das Gebäude jetzt komplett sanieren und zu einem Hostel- und Appartementhaus umbauen. "Wir werden dort 32 Zimmer und eine Suite schaffen", kündigt er gegenüber der MOZ an, "und im Erdgeschoss werden wir eine Ladengalerie errichten."

Diese Ladengalerie wird als gläserne Passage angelegt, die Läden werden sich also hinter großen Glasfronten befinden. Insgesamt sieben Kleingewerbeflächen können dort angemietet werden, beispielsweise für Frisiersalons oder Copyshops. Eine dieser Flächen ist bereits reserviert für ein Café und Bistro, in dem die Gäste des Hostels frühstücken können. Für alle anderen Gewerberäume sucht Viktor Zdesenko jetzt Mieter.

Im ersten Bauabschnitt werden das Dach saniert und das Dachgeschoss ausgebaut. "Alles muss erneuert werden, auch der Dachstuhl", informiert der Eigentümer. Fast zeitgleich lässt der Berliner, der seit mehr als 25 Jahren in Deutschland lebt, die Fassade sanieren und die Fenster austauschen. "Bis Weihnachten werden Dach, Dachgeschoss, Fassade und Fenster fertig sein", erklärt er. Der Innenausbau werde dann im nächsten Jahr etwas länger dauern. "Wir werden das sanierte Haus aber auf jeden Fall im kommenden Jahr eröffnen", versichert er.

Viktor Zdesenko hatte das alte Polonia schon vor ein paar Jahren sanieren wollen, musste sein Projekt dann aber überarbeiten. Die Baugenehmigung war durch die Stadtverwaltung bereits im Februar 2012 erteilt worden.

Mit dem Hostel bekommt Frankfurt erstmals seit der Wende (im heutigen Oderturm gab es zu DDR-Zeiten ein Jugendtourist-Hotel) wieder eine Herberge mit Jugendherbergscharakter. Hostels sind mit preiswerten Mehrbettzimmern ausgestattet. Zielgruppe sind Individualreisende, die günstig übernachten möchten - auch Rucksacktouristen genannt. Das neue Hostel könnte die Stadt als Reiseziel für junge Leute attraktiver machen.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.
Bayer 29.08.2014 - 23:12:07

*Thumbs up*

Sehr gut! Schön zu sehen, dass es aus meiner ehemaligen Heimat auch positives zu berichten gibt.

@FFOl 29.08.2014 - 09:56:17

Hurra es tut sich was......

Na super endlich wieder Läden da freuen wir uns aber zum Glück sind alle Läden voll in Frankfurt und Frankfurt attraktiver für junge Leute und Rucksacktouristen zu machen gehört mehr als ein Hostel.

Deufan 29.08.2014 - 08:22:04

Historie

Den "Leipziger Garten" gab es schon vor dem Krieg. Damals mit Eingang genau auf der Ecke, etwa wo jetzt der Blitzer steht. Vielleicht gab es 1962 eine Wiedereröffnung. Wenn Sie schon etwas zur Geschichte des Hauses schreiben, recherchieren Sie doch bitte *einmal* sorgfältig!

D. Wolf 29.08.2014 - 07:58:17

D. Wolf

Danke für die Information. War das so schwer?

H.B. 28.08.2014 - 22:21:32

Klasse!

. Jetzt werden aber diejenigen, die sich kürzlich noch einen Puff gewünscht haben, "bächtig möse" sein. Aber vielleicht zieht ja "Kentucky schreit ficken" als Mieter in die Ladenpassage ein ...

Christian Matuschowitz 28.08.2014 - 21:24:08

Vorwärts Ffo

Ich weiß nicht woran es liegt, aber es tut sich was im Städtchen. Die Schulen werden nach u nach schick gemacht. Vor ein paar Wochen lese ich, mit dem Alten Kino soll endlich was passieren, zumindestens ist Bewegung bei dem Thema und jetzt das gute alte Polonia. Ein Hostel für den schmalen Taler u noch Läden. Ich find es Klasse dass gerade bei den Gebäuden was passiert, die lange Geschichte haben u schon eine Weile ein Schandfleck sind. Die Stadt besteht eben nicht nur aus Innenstadt u Zentrum sondern aus vielen anderen Teilen. Ich werde die Entwicklung gespannt verfolgen, wie sich die Projekte entwickeln u was sonst noch passiert.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG