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Wahlforum der AG Kita mit Landtagskandidaten / Vertreter einig über Ausfinanzierung der Einrichtungen

Erzieher fordern besseren Betreuungsschlüssel

Thomas Gutke / 29.08.2014, 07:53 Uhr
Frankfurt (MOZ) Es ist ein Thema, mit dem sich prima Wahlkampf machen lässt: Krippen, Kitas, frühkindliche Bildung. Alle großen Parteien haben sich bessere Rahmenbedingungen bei der Kindertagesbetreuung mit ins Programm geschrieben. Doch wer wünscht sich nicht das Beste für Brandenburgs Nachwuchs? Tatsächlich haben die Kitas und Horte im Land seit Jahren mit allerlei Problemen zu kämpfen. Und auf die Versprechen der Politik geben viele der Erzieherinnen und Erzieher, die täglich mit den Bedingungen konfrontiert sind, nicht mehr viel. Dennoch war am Mittwochabend der Saal der Volkssolidarität voll, als die AG Kita aus Frankfurt zu einer Podiumsdiskussion mit Landtagskandidaten eingeladen hatte.

"Kommen sie zu uns in die Kita. Ich gebe Ihnen sechs Kinder, die alle ein Jahr alt sind, und mache die Türe zu", sagte Monika Jedamzik, Leiterin der Kindergartens Finkenhäuschen in Richtung Wolfgang Pohl, SPD-Landtagsabgeordneter aus Frankfurt. Jedamzik ist Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft der freien Kita-Träger der Stadt. Worauf sie anspielte, ist der Schlüssel von 1:6 im Krippenbereich. Auf sechs Kinder bis drei Jahren kommt in Brandenburg also theoretisch ein Erzieher. Doch genau an dieser Stelle müsse viel mehr ausdifferenziert werden. "Null- bis Einjährige brauchen eine ganz andere Betreuung als ältere Kinder." Zwar wollen im Prinzip alle Parteien den Schlüssel auf 1:5 senken, "aber das ist Augenwischerei", so Jedamzik. Wichtig sei es, die Kitas auch für die Zeiten zu bezahlen, in denen die sie tatsächlich auch geöffnet haben. "Jetzt bekommen wir Geld für 7,5 Stunden. Aber ich behaupte, in Frankfurt gibt es keine Kita, die nicht länger als acht Stunden geöffnet hat. Die Eltern brauchen die langen Öffnungszeiten." Die Konsequenz daraus: größere Gruppen mit wenig Personal, kaum Zeit für Vor- und Nachbereitung, und langfristig Überlastung der Mitarbeiter.

Der Linken-Stadtverordnete René Wilke erklärte in der von Katrin Stoll-Hellert vom Paritätischen Wohlfahrtsverband moderierten Runde, "diese Situation war mir in der Dramatik so vorher nicht bewusst". Er versprach, sich des Themas im Potsdamer Landtag annehmen zu wollen. "Alle Einrichtungen sollten ausfinanziert sein", so Wilke. Das haben auch Michael Möckel von der CDU sowie Sarah Damus von den Bündnisgrünen vor. "Alle tatsächlichen Tätigkeiten der Erzieherinnen und Erzieher müssen angerechnet werden", so Damus. Sowohl auf Landes- als auch kommunaler Ebene gebe es dafür finanzielle Spielräume, betonte sie. Wolfgang Pohl brachte in die Debatte auch die Kreisfreiheit Frankfurt mit ins Spiel. "Die kreisfreien Städte müssen besser ausfinanziert werden", so Pohl, und von höheren Zuweisungen profitierten am Ende auch die Kindertagesstätten.

Neben dem Forum zur Wahl hat die AG Kita auch eine Unterschriftensammlung organisiert, um auf die Probleme aufmerksam zu machen. Bis Mittwochabend haben mehr als 4000 Eltern und Erzieher und andere Unterstützer unterschrieben.

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tiger 29.08.2014 - 21:04:42

vielleicht....

...kann ein rene wilke aber alte strukturen durchbrechen, das rentner-niveau der partei drücken? wilke war zum wendezeitpunkt a hosenschisser, i zolle ihm höchsten respekt, dass er sich seine stadt zum mittelpunkt seiner politik macht. und das trotz gegenteilgster pol. auffassung. die linke ist eingestaubt, vergreisst, demenziert. aber vielleicht schaffen es typen wie wilke dies zu ändern???

Genosse Becker 29.08.2014 - 16:58:55

Nicht bekannt?

Warum nur verarschen angehende, um Posten und Selbstversorgung kämpfende "Politiker" ihre Wähler derart wie Herr Wilke? Die Dramatik war ihm so nicht bekannt. Zynismus und Beleidigung der Bürger durch den Linken Wilke. In der Stadtverordnetenversammlung seiner Fraktion sitzen Kitaleiterinnen. Selbst brüstet er sein Ohr, welches er am Volke hat. Die Probleme werden durch seine in Regierungsverantwortung stehende Partei, seit Jahren nicht gelöst. Sie werden ignoriert und der Kurz der Rot/Schwarzen-Landespolitik wurde weitergefahren. Nichts ist in der Sozial- und Bildungspolitik in Brandenburg unter der Mitwirkung der Linken besser geworden, vieles leider schlechter. Die Linken lassen nur Sprechblasen ab, spalten und intrigieren. Ihre Versprechungen werden nicht eingehalten. Probleme wie dieses oder im Lennepark sind ihnen nicht in der Dramatik bekannt. Sie leben in einer anderen ,funktionärs- und karrieregeprägten Stadt. sie sind schon lange nicht mehr, oder gar noch nie gewesen, die Partei des "kleinen Mannes" und der sozial Bedürftigen. Sie sind die Partei der "Autonomen", "Nörgler", gegen das System hetzenden. Sie sind die Partei der Pseudokulturschaffenden, Sozialarbeiter und um Ihre Pfründe bangenden Kulturschaffenden und "Akademiker". Sie sind einfach nicht mehr ernst zu nehmen und ein gesellschaftlicher Anachronismus. Sollte ihnen das alles nicht bekannt gewesen sein, Herr Wilke, sind sie für den Landtag vollkommen ungeeignet. Wessen Interessen sind Ihnen bekannt? Die derer , deren Interessen bereits durch CDU,AfD,FDP oder Grüne vertreten werden. Lassen sie sich durch diese wählen!

Ronald 29.08.2014 - 12:47:44

Komisch....

.... da klopft sich Rot-Rot immer wieder auf die Schultern weil sie angeblich so viel für die Kinder tun und dann das. Siehe auch: http://www.bertelsmann-stiftung.de/cps/rde/xbcr/SID-1306D463-9F6044BE/bst/xcms_bst_dms_40170_40171_2.pdf Fakt ist: Meine Tochter war im letzten Jahr mit insgesamt 16 Kinder in einer Gruppe und es gab nur eine Erzieherin! Auf der Elternversammlung am Anfang des Jahres sagte die Kitaleiterin zwar eine weitere Erzieherin in der Kernzeit zu, aber kassierte diese Zusage danach gleich wieder ohne die Eltern zu informieren. Durch diese Personalsituation wurden mehrmals geplante Ausflüge ersatzlos gestrichen, da zu wenige Erzieher vor Ort waren. Dafür auch im Namen der Kinder: Vielen Dank an die rot-rote Landesregierung!

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