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Zehn Jahre Klassik im Refektorium

Konzert in einem besonderen Ambiente: El Bolero aus Prag war Gast in Altfriedland
Konzert in einem besonderen Ambiente: El Bolero aus Prag war Gast in Altfriedland © Foto: Johann Müller
Doris Steinkraus / 01.09.2014, 19:33 Uhr
Altfriedland (MOZ) Seit zehn Jahren gibt es die Reihe "Musik im Kloster Altfriedland". Unter Federführung von Ernst Herzog lockt der Kulturförderverein damit in jedem Jahr viele Musikfreunde in die Region. Gleich mit zwei Konzerten wurde das Jubiläum begangen.

Familie Berger weiß nicht , wie oft sie schon eines der Konzerte im Kloster Altfriedland besucht hat. "Für uns ist solch ein Konzerttag Erholung pur", sagen die Berliner. Sie verfolgen dank Internet, welche Konzerte angeboten werden und entscheiden sich dann "für einen Ausflug ins Grüne". Denn erst das gesamte Ambiente, die Ruhe, Natur und Angebote im und rund um den Ort würden das Konzert letztlich abrunden.

Ernst Herzog, der seit Jahren immer wieder interessante Musiker nach Altfriedland holt, kennt diese Schwärmerei. "Wir sind hier ein besonderes Konzerthaus", sagt der Berliner. "Die Menschen mögen diesen Raum, er bietet ein einmaliges Klangerlebnis." Auch vor der Sanierung des Klosterdaches konnte das Refektorium genutzt werden. Jetzt sei natürlich auch außen alles ansprechender, freut sich Herzog. Das niedrige Kreuzgewölbe und die Säulen sorgen für ein besonderes Ambiente. "Die Künstler freuen sich auf Auftritte im Refektorium", erklärt der Musikliebhaber. "Hier können sie mit alten und feinen Instrumenten spielen, die in großen Räumen, wie etwa der benachbarten Kirche, untergehen gehen würden." So erklingen im einstigen Speisesaal des Klosters solche Instrumente wie Laute, Gambe und Gitarre. Durch die Nähe sind sie für das Publikum förmlich spürbar. Herzog ist froh, dass die Konzertreihe noch immer Sponsoren findet. Die Sparkasse gehört dazu, das Kulturministerium des Landes und auch der Energieversorger EWE. Ohne deren Unterstützung könnte der Förderverein die Konzerte nicht anbieten.

Zum Jubiläum sind es drei junge Musikerinnen aus Prag, die im ersten Konzert den Zuhörern einen besonderen Hörgenuss bieten. Das Ensemble El Bolero mit Ivana Bilej Brukova (Sopran), Jana Steidl Kindernayova (Romantische Gitarre) und Monika Knoblochova (Hammerklavier) präsentieren Musik aus einer Zeit, in der erstmalig ein freies Künstlertum und neue Formen des öffentlichen Musizierens entstehen. Für ihre temperamentvollen Lieder ernten sie viel Beifall. Den verdienen sich im zweiten Konzert des Tages, das in der Klosterkirche stattfindet, auch Mi-Young Kim (Sopran) und Damian Kurek (Trompete).

Zur Internationalität der Konzerte passt die Fotoausstellung von Yvette Thormann, die zum Jubiläumstag in der Klosterruine öffnet und noch einige Wochen zu sehen ist. Die Fotografin hat Konzerte im Rahmen der Reihe "Kulturbrücke über die Oder" mit der Kamera begleitet. Eines der eindrucksvollsten sei 2013 in Kosieczyn (Kuschten) gewesen, wo das Konzert anlässlich der Wiedereröffnung der sanierten Holzkirche stattfand, berichtet Ernst Herzog.

Infos unter www.kultur-altfriedland.de, nächstes Konzert 6. September, 16 Uhr, Cembalokonzert

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