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Für den Erhalt des Schutzwaldes

Auch handeln, nicht nur reden: Die Zuhörer der Diskussionsrunde forderten die Politiker auf, gemeinsam gegen die Pläne, bei Bergfelde eine Raststätte zu bauen, zu kämpfen.
Auch handeln, nicht nur reden: Die Zuhörer der Diskussionsrunde forderten die Politiker auf, gemeinsam gegen die Pläne, bei Bergfelde eine Raststätte zu bauen, zu kämpfen. © Foto: MZv
Dagmar Möbius / 02.09.2014, 02:31 Uhr
Bergfelde (MOZ) Auf 200 Kilometer Berliner Autobahnring gibt es vier Tank- und Rastanlagen. Die 33 Kilometer entfernte Anlage in Linum an der A 24 zählt nicht mit. Dennoch soll im Briesetal eine neue Anlage gebaut werden. Beim Heideplanfest diskutierten am Sonntag Landtagskandidaten über ihre Initiativen, den Plan abzuwenden.

"Wir sind nicht gegen Tank- und Rastanlagen", stellte Matthias Schwanke von der Bürgerinitiative (BI) A10-Nord zum wiederholten Male klar. "Wir wollen sie nur nicht wohnortnah." Seit Jahren engagieren sich Bürger in Bergfelde gegen den Bau der Anlagen. 170 000 Quadratmeter Wald sollen dafür betoniert werden. Die Pläne seien alt. Zahlen zum tatsächlichen Bedarf hält der Bund laut BI zurück. Es sei nicht nachvollziehbar, dass Empfehlungen des Landes wie Gesetze behandelt würden.

Die BI hat zum Heideplanfest Politiker und Vertreter von Initiativen eingeladen. Auf dem Podium sitzen die Landtagskandidaten Inka-Grossmann-Reetz (SPD), Michael Heider (CDU), Lukas Lüdtke (Linke), Karsten Wundermann (Grüne) und Florian Wöhrle (FDP) sowie Dirk Hartung von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald.

Inka-Grossmann-Reetz will sich dafür einsetzen, dass sich das Land nicht hinter der Bundesbedarfsplanung versteckt. Dass Aktivitäten fraktionsübergreifend gelingen, haben die Bundestagsabgeordneten Harald Petzold (Die Linke) und Uwe Feiler (CDU) bewiesen, lobt Michael Heider das gemeinsame Vorgehen gegen die umstrittene Anlage. Beide haben ihre Teilnahme in Bergfelde jedoch kurzfristig abgesagt, weil sie im Stau standen.

"Zu wenig frische Ideen in den vergangenen 25 Jahren", moniert Lukas Lüdtke. Mehr Druck zu machen und die Frage, ob der Wille wirklich da ist - so die grünen und liberalen Wortmeldungen - finden zwei Zuschauer vor der Bühne "zu schwammig".

Die Statements sind auch Volker Puschert von der Bürgerinitiative zu dünn. Er fordert: "Schließen Sie sich überparteilich zusammen und gehen Sie gemeinsam ins Ministerium!" Die etwa 150 Zuhörer applaudieren. Lüdtke wird deutlicher und fordert ein Ende der politischen Grabenkämpfe. Der Stadtverordnete Matthias Schwanke (Stadtverein) meint, dass das Problem großflächig angegangen und die Wirtschaftsinteressen der Kommunen berücksichtigt werden müssten. Alternativvorschläge habe die Initiative gemacht. So könne beispielsweise die Anlage Wolfslake umgebaut und neu konzipiert werden, anstatt Millionen für einen Neubau auszugeben. "Warum kommen unsere Berufspolitiker nicht auf solche fantastischen Ideen?", fragt Heider.

"Wir warten keine Zahlen ab. Hier kommt keine Tank- und Rastanlage hin. Punkt. Es gibt genug freie Plätze", sagt Dirk Hartung von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, die das spendenfinanzierte Fest organisatorisch unterstützt. "Ihre Hausaufgaben sind: Bringen Sie beim nächsten Mal ihre Nachbarn mit", gibt er den Anwesenden mit auf den Weg. "Wir sind noch zu wenige und bewegen nichts."

Bestehende Verträge mit Rastplatzbetreibern müssten transparent und notfalls rückgängig gemacht werden, fordert die Bürgerinitiative. Dafür sei sie auf jede Hilfe und Spenden angewiesen.

Ergänzend wird das Thema Polizei und Sicherheit angeschnitten. "Das nächste Mal mehr Inhalte" wünscht sich die BI zum Abschluss. Dann singt Tim Bendzko vom Band "Nur noch schnell die Welt retten..."

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