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Breiter Protest gegen CO2-Endlager

UGRIEGER / 08.03.2010, 17:47 Uhr
Letschin

An der von Kirchengemeinden und Bürgerinitiativen organisierten monatlichen Mahnwache am Letschiner Kirchturm haben am Sonntag mehr als 300 Oderbrücher teilgenommen. Sie kamen aus fast allen Bereichen des Oderbruchs, um ihren Protest gegen die Pläne zur Einrichtung eines Kohlendioxid-Lagers zu bekunden. Zugleich informierten die Veranstalter über die nächsten Aktionen.

Neutrebbins Bürgermeister Siegfried Link ist bereits Demo-erfahren. Am Wochenende war er mit Mitgliedern der Bürgerinitiative in Cottbus dabei, wo Gemeinden gegen die Pläne zum Abbaggern weiterer Dörfer für Braunkohletagebaue protestierten. Sonntagnachmittag stand er bereits wieder mit vielen Einwohnern der großen Gemeinde auf dem Letschiner Markt, um an der Mahnwache teilzunehmen. Und er war dort keinesfalls das einzige Dorfoberhaupt. Günter Fetting und Michael Böttcher, seine Kollegen aus Letschin sowie Mario Eska aus Neuhardenberg nahmen ebenso daran teil, wie der Bundestagabgeordnete Hans-Georg von der Marwitz und der Schauspieler Thomas Rühmann oder der Liedermacher Tobias Morgenstern vom Theater am Rand. Nach dem Gebet der evangelischen Kirchengemeinde kamen Ulf Stumpe von der Bürgerinitiative CO2ntra Endlager, Mario Forner von "Wir im Oderbruch" e.V. und Rolf Ignaz von BruchKultur zu Wort. Vor allem aber kamen die Bürger aus den Gemeinden, um die bereits mit ihren Heimatdörfern beschrifteten Protestschilder in die kalte Winterluft zu heben. Eine größere Abordnung war aus Golzow erschienen, wo die Bürgerinitiative "Gegenwind" ebenfalls gegen Vattenfall-Pläne kämpft, in diesem Falle aber gegen Windparkpläne auf Ackerland.

Rolf Ignaz stellte die Baumpflanzaktion "Bäume statt CO 2 -Endlager" vor und rief alle CO 2 -Verklappungs-Gegner auf, als Zeichen zu Alternativen am Sonnabend, 27. März, Bäume zu pflanzen. Diese Idee wurde mit großer Resonanz von den Bürgern aufgenommen. Vertreter aus Letschin, Neutrebbin, Wriezen und Beeskow haben ihre Teilnahme bekundet. Der Verein BruchKultur organisiert die Lieferung der Bäume. Um 9 Uhr werden sie am Letschiner Schinkelturm angeliefert, um 10 Uhr am Neutrebbiner Fritz-Denkmal und um 11 Uhr am Beeskower Marktplatz. "Die Baumschule aus Tempelberg hat mit moderaten Preisen auch ihre Teilnahme angeboten und liefert die Bäume in Letschin, Neutrebbin und Beeskow an. Einen Baum bis zu 150 Zentimeter Größe gibt es schon ab einem Euro", informierte Ignaz. "Das sogenannte CCS-Gesetz, das die Endlagerung regeln soll, ist im vergangenen Jahr am Widerstand der Bundesländer gescheitert. Die neue Bundesregierung wird jedoch in diesem Jahr einen weiteren Anlauf unternehmen. Deshalb wird der Berliner Verein WikiWoods gemeinsam mit BruchKultur und anderen Initiativen am 27. März demonstrieren, wie CO 2 sinnvoll in vielen tausend Bäumen gebunden werden kann. Überregional werden an diesem Tag verschiedene Pflanzaktionen stattfinden. 10 000 Bäume sind schon geplant."

Siegfried Link, der die Liste mit den Baumangeboten zur Demo studierte, war von der Aktion angetan. "Hoffentlich finden sich noch viele Mitstreiter, die an diesem Tag ebenfalls Bäume gegen den Klimakiller pflanzen"

Weitere Informationen im Internet unter www.wikiwoods.or g oder Telefon 033476 607020.

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