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Darius Selke absolviert einen Freiwilligendienst in China / Er berichtet über seine Ankunft

Angekommen im Reich der Mitte

Freudensprung: Darius Selke bei einem Ausflug zur chinesischen Mauer zu Beginn seines Aufenthalts im Reich der Mitte.
Freudensprung: Darius Selke bei einem Ausflug zur chinesischen Mauer zu Beginn seines Aufenthalts im Reich der Mitte. © Foto: Privat
Darius Selke / 12.09.2014, 15:44 Uhr
Peking (MOZ) Darius Selke ist als Freiwilliger für sechs Monate an einer chinesischen Schule tätig. Als Junior-Botschafter hilft er dort Schülern beim Deutschlernen. Über seine Eindrücke berichtet der Görziger in dieser MOZ-Kolumne. Heute: Zwischenstopp in Peking.

Als ich die ersten Schritte in das Terminal von Peking ging, war ich erstaunt, wo diese ganzen Menschen herkamen. Und ebenfalls diese mussten darüber erstaunt gewesen sein, wo ich herkam, denn jeder meiner Schritte wurde beäugt. Vom Flughafen ging es mit dem Taxi zum Hotel und wieder rauschten an mir unzählige Eindrücke vorbei. Ob es auf der einen Seite die Arbeiter in ihren orangenen Westen waren, die einfach am Innenrand der Autobahn, da wo in Deutschland normalerweise die Leitplanken sind, den Müll aufsammelten, oder ob es das ständige Gehupe war, das den ankommenden Autofahrer ankündigte. Egal, in diesem Moment ließ ich einfach diese Situation auf mich wirken.

Ich muss ganz ehrlich zugeben, dass ich einen Schock hatte. Einen Kulturschock. So viele neue Gerüche, die meistens davon rochen nicht nach Channel, sondern eher nach Abfall, schlechtem Fisch oder Kompost. Das schlimmste und zugleich beängstigendste Erlebnis hatte ich aber in der Pekinger Metro. Als ich letztes Jahr mit der Berliner S-Bahn zum Karneval der Kulturen fuhr, war diese voller Menschen. Alle klebten aneinander und die Luft war stickig. Das kann man definitiv nicht mit der Pekinger U-Bahn in Zeiten der Rushhour vergleichen. Desto tiefer man mit der Rolltreppe nach unten fährt, desto mehr nähert man sich der finnischen Sauna. Das Schlimme ist, man will gar nicht saunieren, sondern lediglich von A nach B kommen, und das möglichst ohne Körperkontakt. Das kann man aber in der Pekinger U-Bahn vergessen! Für den Moment war das zu viel für mich.

Als ich dann endlich wieder im Hotel war, freute ich mich auf ein leckeres Essen, aber auch da musste ich mich völlig öffnen. Erstens verstanden nur wenige Chinesen Englisch und zweitens konnte man das Essen überhaupt nicht mit dem chinesischen Essen in Deutschland vergleichen. Sollte man also behaupten, dass jemand, der sehr gern in Deutschland Chinesisch ist, in China mit dem Essen genauso gut vertraut ist, dann ist das absolut falsch. Die chinesischen Restaurants in Deutschland haben ihr angebotenes Essen und vor allem den Geschmack zu ungefähr 80 Prozent auf den der Deutschen angepasst.

Wenn ich mich jedoch an die schönen Seiten während meines Zwischenstopps in Peking erinnere, dann denke ich in erster Linie an den Sommerpalast. Ein sehr idyllischer Ort am Stadtrand, in dessen Umgebung auch die verbotene Stadt liegt. Auch die Chinesische Mauer hinter ließ bei mir einen bleibenden Eindruck. Einen vergleichbaren Ort, mit solch einer Ruhe und Harmonie habe ich bisher noch nie gefunden, auch nicht in Brandenburg. Alles ist grün und die Luft so klar. Der tiefe Nebel zieht sich an der Mauer entlang und Stufe um Stufe wird der Blick weiter. Und genau das kann Peking beziehungsweise der Norden nämlich auch sein: atemberaubend, ruhig und einfach nur schön.

Darius Selke informiert auch auf seinem Blog im Internet über seine Erlebnisse in China: http://kulturweit-blog.de/dariusmeetschina/author/deltascott/

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