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Die Uckermark hat rot gewählt

Siegesstimmung: Der Favorit im Wahlkreis 12, Mike Bischoff, klatscht  in der Theaterklause auf seinen Wahlsieg mit SPD-Ortsvorsteher Ulrich Giese ab und schaut dabei glücklich zu seiner Frau Kerstin.
Siegesstimmung: Der Favorit im Wahlkreis 12, Mike Bischoff, klatscht in der Theaterklause auf seinen Wahlsieg mit SPD-Ortsvorsteher Ulrich Giese ab und schaut dabei glücklich zu seiner Frau Kerstin. © Foto: MOZ/Michael Dietrich
Oliver Schwers, Michael Dietric / 14.09.2014, 19:41 Uhr - Aktualisiert 15.09.2014, 15:28
Prenzlau (MOZ) Der SPD-Kandidat Mike Bischoff aus Schwedt ließ am Sonntag bei der Wahl zum Brandenburger Landtag seinen Mitbewerber keine Chance. Er holte bei der Landtagswahl rund die Hälfte aller Erststimmen im Wahlkreis 12 (Uckermark, Ämter Gartz, Oder-Welse). Auch bei den Zweitstimmen ging die SPD hier klar als Wahlsieger ins Ziel.

Am schnellsten beim Stimmenzählen in der Uckermark war die kleine Gemeinde Ziemkendorf in Randowtal. Von dort trafen die ersten Auszählungsergebnisse am Wahlabend ein. Allerdings hatte man höchstens 87 Wahlberechtigte überhaupt. Dann folgte es Schlag auf Schlag. Vor allem die Dörfer waren bei der äußerst geringen Wahlbeteiligung fix mit dem Auszählen fertig.

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In Schwedt und Umgebung zeichnete sich nach Auszählung von fast zwei Dritteln der Wahllokale gegen 19 Uhr ab, dass Mike Bischoff allen Prognosen gerecht werden sollte. Mit überragenden Stimmanteilen holte er sich im Wahlkreis 12 erneut das Direktmandat. An seinem Wahlsieg hatte im Grunde niemand gezweifelt.

Als die ersten Ergebnisse in Schwedt auf der SPD-Wahlparty über die Leinwand in der Theaterklause flimmerten, riss er siegessicher die Arme hoch und rief: "Kerstin, ich liebe Dich!" Er leistete damit bei seiner Ehefrau Abbitte, die ihn wochenlang im Wahlkampf entbehren musste. Neuling Sandy Höppner (CDU) erkämpfte sich einen echten Achtungserfolg, er holt ungefähr ein Fünftel der Erststimmen. Die Christdemokraten liegen bei den Zweitstimmen noch vor den Linken. Deren Kandidatin Madlen Bismar bekommt weniger Stimmen als Höppner. Ihre Partei verliert deutlich in der Wählergunst.

Im Wahlkreis 11 (Angermünde/Prenzlau) wird Uwe Schmidt (SPD) das Direktmanat von Matthias Platzeck erben. Er lag nach Auszählung von 120 der 140 Wahllokale deutlich vor Mitbewerber Andreas Meyer (CDU). Abgeschlagen auf Platz 3 folgte Heiko Poppe von den Linken. Die SPD bleibt auch mit gut einem Drittel der Zweitstimmen im Wahlkreis 11 stärkste Kraft. Ihr folgen CDU und Linke auf den Plätzen.

Überraschung in der gesamten Uckermark: Die Alternative für Deutschland holt wie in Sachsen Wählerstimmen im zweistelligen Bereich. Hier hatte zuvor niemand gewagt, eine auch nur annähernde Vorhersage abzugeben. Doch fand die AfD gerade in einigen Dörfern erheblichen Zulauf.

Das Ergebnis der FDP dagegen widerspiegelte den Bundes- und Landestrend. Ihre Wahlwerbung "Die FDP braucht kein Sau" wurde von den Wählern wohl zu wörtlich genommen. Damit ist der bisherige FDP-Fraktionschef im Landtag Andreas Büttner ausgeschieden. Der Polizist, der von Templin aus einen steilen Aufstieg in die Politik gestartet hatte, muss jetzt über seine berufliche Laufbahn neu entscheiden.

Mit Spannung verfolgten Landrat Dietmar Schulze (SPD) und der SPD-Unterbezirksvorsitzende Frank Bretsch in der Kreisverwaltung in Prenzlau die eingehenden Wahlergebnisse im Wahlkreis 11. Hier blieb es zunächst spannend. Denn SPD-Spitzenmann Uwe Schmidt lieferte sich mit Andreas Meyer (CDU) ein Kopf-an-Kopf-Rennen in der ersten halben Stunde. Damit sitzt der frühere Sparkassenchef Schmidt ab sofort im Landtag. "Der Wähler hat die gute inhaltliche Arbeit der beiden Kandidaten Uwe Schmidt und Mike Bischoff gewürdigt", urteilt Frank Bretsch. "Als Unterbezirk haben wir mit der Auswahl unserer Direktkandidaten einen sehr guten Griff getan. Damit ist die Uckermark sehr gut in Potsdam vertreten."

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Brötchen 24.09.2014 - 19:35:10

Sie meinen...

... er schwätzt besser ?

A.K. 15.09.2014 - 20:31:10

Gut gemacht!

Mike Bischoff überzeugte wieder einmal durch seine regionale Identität und seinem Vermögen, auf den Bürger zugehen zu können: Er schafft es immer wieder dem Bürger zu vermitteln, einer aus ihrer Mitte zu sein und das kommt an. Hier können im Übrigen noch viele der regionalen Kader der SDP etwas von Mike Bischoff lernen. Denn einige scheinen ihr Parteibuch nur für den Karrierepusch in der Verwaltung zu besitzen. Er ist einer der wenigen, der die großen und kleinen Probleme der Bürger ernst nimmt und im Rahmen seiner Möglichkeiten zu helfen versucht.

Lucie 15.09.2014 - 14:23:07

das Ergebnis täuscht

hatte Herr Bischoff 2009 auf sich noch 27,12% der Erststimmen aller Wahlberechtigten auf sich vereinen können, so waren es dieses Mal 22,82% hatte die SPD in dem Wahlkreis 2009 noch 23,5% der Zweitstimmen aller Wahlberechtigten, so waren es dieses Mal nur 17,74%. Interessant wäre nun die Wählerzusammensetzung insgesamt. Denn hieraus sieht man in Konturen auch schon die künftigen Wahlergebnisse. Sicherlich, die Anderen waren noch schlechter,- aber eins drücken diese Zahlen doch klar aus: Relativ haushoch gewonnen, aber in Wirklichkeit ist diese Demokratie erneut ein Stück abgewählt worden. Der Schwedter SPD kann man angesichts dieser sich abzeichnenden Entwicklung nur empfehlen, auch neben Herrn Bischoff Konturen zu setzen und ihr Profil zu schärfen, will sie bei zukünftigen Wahlen mal nicht ins Bodenlose fallen. Die Zeit hierfür ist jetzt überaus günstig.

Brötchen 15.09.2014 - 14:05:12

Zustimmung !

Langsam wirds peinlich.

Sabine Brehm 14.09.2014 - 22:33:00

Mike

Der gute Mike hat gewonnen. Die Uckermark hat verloren. Gute Nacht Leute

Gartzer 14.09.2014 - 21:46:50

Oder...

der Wähler interessiert sich nicht mehr für die Floskeln von Mike & Co. Fakt ist das mit Sacharbeit und ruhigem Strippen ziehen im Hintergrund in Deutschland keine Wahlen mehr zu gewinnen sind. Die geringe Wahlbeteiligung sagt eigentlich alles aus. Hier in Gartz ist das auch so. Amtsdirektor so eine Art Leo Kirch die Arbeitsebene die Amtsleiterin. So ist es in Deutschland/ Wenn PR und Backoffice gut koordiniert werden hat selbst der dümmste Politiker eine Chance.

Nichtwähler 14.09.2014 - 19:59:06

Schwachsinn:

Zitata:"Der Wähler hat die gute inhaltliche Arbeit der beiden Kandidaten Uwe Schmidt und Mike Bischoff gewürdigt", urteilt Frank Bretsch. Der Wähler kennt die inhaltliche Arbeit gar nicht.

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