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Wer das Dorf liebt, macht mit

Bunt wie die Gaben der Natur zum Erntedank: Familie Bischof (großes Foto) hatte ihren Erntewagen mit Sonnenblumen, Stroh, Äpfeln, Kürbissen und einem Sonnenschirm geschmückt.
Bunt wie die Gaben der Natur zum Erntedank: Familie Bischof (großes Foto) hatte ihren Erntewagen mit Sonnenblumen, Stroh, Äpfeln, Kürbissen und einem Sonnenschirm geschmückt. © Foto: MOZ/Dietmar Rietz
Dietmar Rietz / 15.09.2014, 04:45 Uhr - Aktualisiert 15.09.2014, 15:04
Schwedt/Heinersdorf (MOZ) "Das ist der schönste Festumzug zum Erntedankfest in der Region", sagt Gudrun Bendzko über den Heinersdorfer. Am Sonnabend rollte dieser mit 27 Bildern beim Erntedankfest durch den Schwedter Ortsteil.

Farbenprächtig wie ein langes Ernteband entfaltet sich der große Festumzug der Heinersdorfer am Sonnabendnachmittag vor den vielen Schaulustigen. Torsten Godau radelt hastig vornweg, überholt den Blaulichtwagen der Polizei und die Angermünder Stadtmusikanten, um dann von der Bühne als Zeremonienmeister den Gästen haarklein die Erntewagen zu erklären, wem sie gehören und was sie darstellen.

Im Schwedter Ortsteil starteten die Heinersdorfer ihr diesjähriges Erntedankfest am Sonnabend wieder mit einem großen Umzug, in dem 27 Bilder auftauchten vom großen Wagen mit der Erntekrone, über herrlich geschmückte Erntewagen, Reiter, Theatergruppe, Karnevalsverein, Fußballverein, Feuerwehr.
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Erntdankfest in Heinersdorf 2014

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Die Godaus gehören zum Heinersdorfer "Landadel", alteingesessen und weit verzweigt. Der Zugmoderator kennt alle Teilnehmer persönlich. Den ersten Erntewagen mit der großen Erntekrone fährt die Familie Ross. Mit an Bord Gerhard Lehsten. Seit die langjährige und anerkannte Königin des Erntekronenbindens in Heinersdorf, Waltraud Godau, verstorben ist, hat der 67-jährige gelernte Gärtner ihr Erbe angetreten. Die Krone 2014 besteht aus zwei Getreidesorten - Gerste und Weizen.

Acht Stiegen Getreide hat Gerhard Lehsten auf 40 Zentimeter Länge geschnitten und verarbeitet. Allein das Flechten der Erntekrone hat 15 Stunden gedauert. Für sein Meisterstück 2014 zeichneten ihn Festzeremonien-Meister Torsten Godau und Ortsvorsteher Jürgen Crusius mit einem prächtigen Präsentkorb aus und verpflichteten ihn auch fürs nächste Erntedankfest im Dorf wieder als Meister des Erntekronen-Flechtens.

Wer das Dorf liebt, fährt und marschiert mit im Zug. Liebevoll haben Landwirte ihre Wagen mit Feldfrüchten dekoriert, nehmen sich mit Witz selbst auf die Schippe, haben ihre "Schätzchen" wie Trabi, Trecker, Moped und andere Landmaschinen floral und mit Puppen aufgepeppt. EineStretchlimousine und Feuerwehrautos sind dabei, die Fußballer machen mit. Die junge Dorftheatergruppe "Die Ottenhäusler" wirbt für die nächste Vorstellung am 20. September, 19 Uhr, in der Scheune am Mühlenberg 3. Zwei Reiterinnen sind mit von der Partie. Farbenfroh kostümierte Karnevalisten laufen vorbei, Trapper, Cowboys, Western-Gentlemen und -ladies vom Country-Club Schwedt, die im Dorf ihr Domizil haben. Alle Teilnehmer werden mit Sekt und einer Urkunde ausgezeichnet. 1974 ist das Dorf nach Schwedt eingemeindet worden.

Nachdem Bernd Rettschlag 20 Brieftauben hat aufsteigen gelassen, wendet sich Bürgermeister Jürgen Polzehl an die Gäste: "Wer feste arbeitet, soll auch Feste feiern. Heinersdorf ist dafür eine sehr gute Adresse." Ortsvorsteher Jürgen Crusius glaubt, dass der Gemeinschaftssinn im Ort seit der Jubiläumsfeier 2013 weiter gewachsen ist: "Es macht Spaß, hier Ortsvorsteher zu sein, weil sich immer Leute finden, die sich für neue Ideen begeistern lassen. Mindestens 20 Frauen und Männern haben seit Mittwoch das Festgelände aufgebaut. Kulturgruppen, Sport- und Dorfverein arbeiten eng zusammen. Wir haben viel erreicht und haben noch viel vor." Derzeit stehen vor dem Dorfgemeinschaftshaus Gerüste, das Dach wird saniert. Demnächst werden Gas-, Wasser- und Abwasserleitungen zum Sportplatz gelegt. Auf dem Gutshof wird Martinstag gefeiert. Am 30. November ist Adventsmarkt im Dorf.

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