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Panketal nimmt wieder Anlauf, um abgebrochene Gespräche mit dem Landkreis zur Oberschule fortzusetzen

Schulträger gesucht

Olav Schröder / 17.09.2014, 20:12 Uhr
Schwanebeck (MOZ) Soll der Landkreis Barnim die Trägerschaft des Schwanebecker Schulkomplexes übernehmen? Mit dieser Frage befasst sich auch die neu gewählte Panketaler Gemeindevertretung. Erste Ausschusssitzungen zeigen, dass bei der Beantwortung jetzt andere Schwerpunkte gesetzt werden als bisher.

Mit Beginn des neuen Schuljahres wurden in Schwanebeck die Ober- und die Grundschule gerade erst zu einer integrierten Einrichtung zusammengeführt. Dort besteht nun die Möglichkeit eines durchgängigen Schulbesuchs von Klasse 1 bis 10. Die vorige Gemeindevertretung hatte dies noch beschlossen.

Die Übergabe des Schwane-becker Schulkomplexes an den Landkreis würde für Schüler, Eltern und Lehrer weitaus geringere Auswirkungen haben als die Bildung der Oberschule mit integrierter Grundschule: Bei der Trägerschaft geht es vor allem um die Übernahme der Kosten, die für Schulgebäude und Außenanlagen aufzubringen sind. Für weiterführende Schulen wie in Schwanebeck sind die Landkreise in der Regel die Kostenträger, da diese Schulen im Gegensatz zu Grundschulen von Schülern aus vielen verschiedenen Orten besucht werden.

Für die Übergabe der Trägerschaft der Schule an den Landkreis Barnim hatte es in der vorigen Gemeindevertretung jedoch keine Mehrheit gegeben. Mit knapper Mehrheit war dies abgelehnt worden. Zwar muss das Gebäude der Oberschule für mehrere Millionen Euro saniert und der dringend erforderlich zweite Rettungsweg angelegt werden. Es überwog aber vor allem die Sorge, dass bei einer Abgabe der Trägerschaft die Gemeinde keinen Einfluss mehr auf die Entwicklung der Schullandschaft in Panketal nehmen würde.

Die Fraktionen von CDU/FDP sowie der Unabhängigen Grünen haben jetzt den Antrag eingebracht, wieder in konkrete Verhandlungen mit dem Landkreis über die Trägerschaft einzusteigen. Ziel sei der dauerhafte Erhalt des Schulstandortes Schwanebeck, betont Sigrun Pilz (CDU). Sie verwies darauf, dass die Oberschule für 3,5 Millionen Euro saniert werden müsse. Außerdem kämen für den Schulhof 750000 Euro und die jährlichen Betriebskosten noch hinzu. Dieses Geld müsse die Gemeinde aufbringen, obwohl es nicht ihre Aufgabe sei, eine überregionale Schule zu betreiben.

Axel Kruschinski (SPD) verweist auf offene Fragen. Beispielsweise müsse die Gemeinde ihre Hortplanung darauf ausrichten, dass der Landkreis bisher eine größere, nämlich dreizügige Grundschule an dem Standort favorisiert habe.

Wie schon in der Debatte vor anderthalb Jahren bekräftigt Christel Zillmann (Linke), dass Verhandlungen mit dem Landkreis über die Trägerschaft aufgenommen werden sollten. Gemeinsam mit Stefan Stahlbaum, Fraktionschef der Bündnisgrünen, plädiert sie für die Einbeziehung von Schulleitung, Elternsprechern und Fraktionsvorsitzenden.

Für Schwanebecks Schulleiter Manfred Reinicke kommt die neuerliche Diskussion zwar überraschend. Der inhaltliche Einfluss eines Trägerwechsels auf die Schule sei eher gering, sagt er, die neue integrierte Schule könne jedoch auch baulich einheitlich gestaltet werden.

Den finanziellen Spielraum der Gemeinde Panketal in den kommenden Jahre beschreibt Kämmerer Jens Hünger. Auch ohne die Sanierung der Oberschule würden die Investitionen wie der Hortneubau in Schwanebeck, der Schulergänzungsbau samt Sporthalle in Zepernick, der Kita-Neubau in der Humboldtstraße, die Sanierung der Schönower Straße 14-16 die zur Verfügung stehenden Mittel aufbrauchen. Bürgermeister Rainer Fornell (SPD) plädiert gleichfalls für einen Trägerwechsel, verweist jedoch darauf, dass auch der Landkreis wie auch die Gemeinde nicht sofort mit der Sanierung des Schulgebäudes beginnen können.

Ob wieder Verhandlungen aufgenommen werden sollen, entscheidet sich in der Gemeindevertretersitzung am kommenden Montag um 19 Uhr im Rathaus. Der Ortsentwicklungs- und der Sozialausschuss sprachen sich dafür aus. Von mehreren Seiten wird jedoch großer Wert darauf gelegt, dass der Nutzung der Schwanenhalle für den Vereinssport erhalten bleibt.

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