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Neue Ausstellung zu "Axt im Wald" / Iranische Künstlerin zeigt Installationen aus Holz

Vom Papier zum Baum

Beschäftigt sich mit Zerstörung: Shahla Safarzadeh zeigt aktuell in der Kleinen Galerie Eberswalde die Ausstellung "Das Unbewusste".
Beschäftigt sich mit Zerstörung: Shahla Safarzadeh zeigt aktuell in der Kleinen Galerie Eberswalde die Ausstellung "Das Unbewusste". © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Anna Fastabend / 19.09.2014, 06:45 Uhr
Eberswalde (MOZ) Es gibt sicher nur wenige Künstler, die einem Baum ein Denkmal setzen würden. Die iranische Malerin und Objektkünstlerin Shahla Safarzadeh hat genau dies getan. Sie hat mit handwerklichem Geschick und viel Geduld aus Vollholz zwei kubenförmige Mahnmale gefertigt. "Ich möchte an den Akt der Zerstörung erinnern, bevor es zu spät ist", sagt die Künstlerin. Daran, dass täglich Bäume gefällt werden und kahl geschlagene Flächen hinterlassen.

Mit ihren Werken passt Shahla Safarzadeh gut in den Ausstellungszyklus "Axt im Wald", in dem Künstler vorgestellt werden, die sich mit menschlichen Eingriffen in die Natur beschäftigen. Die Arbeiten der persischen Künstlerin sind seit Mittwoch in der Kleinen Galerie im Sparkassenforum zu sehen. Das bevorzugte Material für ihre Fotos, Installationen, Objekte und Radierungen ist Holz in seinen verschiedenen Varianten.

"Ein neuer Schaffenszyklus", erklärt der ehemalige Direktor des Museums für islamische Kunst, Pergamonmuseum. Claus-Peter Haase ist ein langjähriger Weggefährte der in Berlin lebenden und aus Teheran stammenden Künstlerin und hält die Eröffnungsrede. So ganz habe er die neuen Arbeiten von Shahla Safarzadeh aber noch nicht durchdrungen, sagt er der Künstlerin in einem Gespräch zuvor.

Denn eigentlich kommt Shahla Safarzadeh aus der Malerei, genauer gesagt hatte sie sich zuvor lange Jahre mit großformatigen Tuschezeichnungen befasst. Die persischen Schriftzeichen malte sie aber nicht in Schmuckschrift auf wie in der persischen Kalligraphie üblich, sondern kritzelte und kleckste zufliegende Gedanken wie in ein Notizbuch. Eine Arbeitsweise, die dem Unbewussten (Titel der Ausstellung) einen großen Stellenwert einräumt. Und die beim Kunstexperten zunächst Widerspruch erregte, dann aber gefiel. "Meine Kunst ist assoziativ. Dem Betrachter steht frei, welche Gedanken ihm kommen", so Safarzadeh.

Holzscheite schichten im ersten Stock. Eine Fotoarbeit zeigt Nahaufnahmen von geschnittenem Holz. "Es ist nicht behandelt. Der Betrachter sieht eine zerfaserte Oberfläche", erklärt die Künstlerin. Und damit die Verletzungen von Natur.

Einige Installationen erinnern noch an die Beschäftigung mit Schrift. Seidenpapier wird mit einem Ast kombiniert. In Radierungen verästeln sich Buchstaben pflanzenhaft. Es scheint, als ob Safarzadeh künstlerisch zurückgespult hat -vom Papier über Holz zum Produzenten.

Michaelisstr. 1, 8.30 Uhr geöffnet, Mo, Fr bis 16, Di, Do bis 18, Mi bis 13 Uhr, 03334 64418.

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