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Arbeitseinsatz von Landschaftspflegern und Freiwilligen

Licht und Luft für seltene Pflanzen

Einsatz auf der Orchideenwiese: Vielfältige Flora und Fauna prägen das Schutzgebiet am Angermünder Mudrowsee, das Freiwillige am Wochenende in Schuss gebracht haben.
Einsatz auf der Orchideenwiese: Vielfältige Flora und Fauna prägen das Schutzgebiet am Angermünder Mudrowsee, das Freiwillige am Wochenende in Schuss gebracht haben. © Foto: Christina Schmidt
Christina Schmidt / 22.09.2014, 06:45 Uhr
Angermünde (MOZ) Mit Harken und einer Extraportion Elan ist am Sonnabend eine kleine Gruppe von Naturschützern und Freiwilligen an den Rand des Mudrowsees aufgebrochen. Bereits am frühen Morgen schwingen sie ihre Arbeitsgeräte, um die unter Schutz stehende Orchideenwiese von Wildwuchs zu befreien. Die seltenen Pflanzen auf dem rund 1,5 Hektar großen Gelände bekommen die Helfer allerdings nicht zu sehen. "Die Orchideen blühen im Mai, Anfang Juni und sind damit nur eine kurze Episode, ein Aushängeschild für dieses geschützte Areal. Der ganze Lebensraum Feuchtwiese, der von Frühjahr bis zum Herbst ein großes Sortiment an besonderer Flora und Fauna hervorbringt, ist schützenswert und außergewöhnlich", sagt Hartmut Richter, der das Schutzgebiet Mudrowseewiese offiziell betreut.

Dass es sich bei der Wiesenfläche um ein besonderes Stück Land handelt, fällt Badegästen oder Picknickbesuchern kaum auf. Während die Orchideen zeitweise leuchtend blühen, sind viele andere Pflanzen nahezu unscheinbar. Stendelwurz, Breitblättriges Knabenwurz, Sumpfsitter und Mondraute wachsen auf der Wiese. Grundvoraussetzung aber ist die regelmäßige Bewirtschaftung, denn vor allem das hochwachsende Schilf würde das Wachstum der schützenswerten Pflanzen wegen dem Lichtmangel unterdrücken. "Außerdem gibt es eine reichhaltige Fauna mit Ringelnattern, Wald- und Zauneidechsen und Moorfröschen", zählt Hartmut Richter auf. Im Frühjahr wird der Artenbestand in ausgesuchten Arealen kontrolliert.

Ganz so viele Freiwillige wie in den Vorjahren, in denen bei der Gemeinschaftsaktion von Landschaftspflegeverband Uckermark-Schorfheide, der Naturwacht sowie Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin und Nationalpark Unteres Odertal regelmäßig um die 20 Mitstreiter zusammenkamen, sind es am Sonnabend nicht. Umso größer jedoch ist ihr Elan beim Abharken der gemähten Wiese. Umso unnötiger aber auch die Zusatzarbeit: Offenbar hat ein Unbekannter seinen Plastikmüll im Schutzgebiet entsorgt, der in Kleinteilen verstreut mühsam wieder eingesammelt werden muss. "Diese Zeit hätten wir auch anders nutzen können", ärgert sich Jan Noack vom Landschaftspflegeverband.

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