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Mescherin begrüßt Bischöfe im Doppelpack / Begegnung während des Ökumenischen Kirchentages

Besuch aus Amerika

Zwei Bischöfe auf einer Kanzel: Campbell Lovett (l.) aus Michigan (USA) und Hans-Jürgen Abromeit aus Greifswald
Zwei Bischöfe auf einer Kanzel: Campbell Lovett (l.) aus Michigan (USA) und Hans-Jürgen Abromeit aus Greifswald © Foto: Stefan Csevi
Kathrin Putzbach-Timm / 22.09.2014, 22:00 Uhr
Mescherin (kpt) Der Besuch vom Bischof ist in einer Gemeinde immer etwas Besonderes. Gleich zwei davon, von denen einer auch noch über den großen Teich gereist ist, um unter anderem die Oderregion zu besuchen, das schreibt schon Orts- und Kirchengeschichte. So geschehen in Mescherin am Sonntagnachmittag. Es war das Ansinnen von Bischof Hans-Joachim Abromeit, ein Stück Begegnung des Ökumenischen Kirchentages auch in den südlichsten Zipfel der Nordkirche zu bringen, die sich seit der Fusion dreier Landeskirchen vor zwei Jahren von Dänemark bis zur polnischen Grenze erstreckt.

Am Samstag hatte man unter Beteiligung von 2000 Christen in Stralsund den Kirchentag gefeiert, der in doppelter Hinsicht Grenzen überschritt. Konfessionelle Grenzen, denn er vereinigte unterschiedliche christliche Glaubensgemeinschaften, aber auch regionale Grenzen. Die Teilnahme von Abgesandten aus Litauen, Polen, Schweden, England, Tansania, Südafrika, Brasilien und der USA symbolisierte die weltumfassende Verbreitung der christlichen Religion.

Zwischen der United Church of Christ in Michigan und der Nordkirche besteht seit Jahren eine Partnerschaft. Von den 150 Gemeinden und deren 30000 Mitgliedern überbrachte der Conference Minister, vergleichbar einem deutschen Bischof, Campbell Lovett herzliche Grußworte. Zusammen mit Bischof Abromeit wurde er von Pfarrer Hilmar Warnkross in der Mescheriner Kirche begrüßt. Gemeinsam teilten sich Lovett und Campbell die Kanzel. Sie hielten die wohl erste zweisprachige Predigt, die je hier gehört wurde und in der es ebenfalls um Grenzen ging. Um Jesus, den Grenzgänger, der sich mit Vorliebe in die konfliktbeladenen Grenzsituationen begab. Um Grenzregionen, wie die hiesige zwischen Deutschland und Polen, um Grenzen in Köpfen, zwischen Kulturen und Nachbarn. Aber auch um Grenzen als Tor zu neuen Erfahrungswelten.

Bei der anschließenden Kaffeetafel im Dorotheenhof wurde die augenzwinkernde Frage beantwortet "Lohnt es sich heute noch, nach Amerika auszuwandern?" Aber auch die ernste Thematik sinkender Mitgliederzahlen hüben wie drüben, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Lösungsansätzen wurden diskutiert. Campbell Lovett zeigte sich beeindruckt von den Bedingungen, unter denen die Pfarrer in den östlichen Bundesländern arbeiten. Außerdem imponiert es amerikanischen Kollegen, dass es in Deutschland Kirchen gibt, die 700 Jahre alt sind, erzählt Bischof Hans-Joachim Abromeit.

Volker Schmidt-Roy, Mitglied des Gemeindekirchenrates, empfand es als "Würdigung, dass die Exkursion die Bischöfe bis in die entlegensten Winkel der Nordkirche geführt hat". Für die geht das Programm bis zum Sonnabend dieser Woche weiter.

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