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Fahrzeuge der Stadtverkehrsgesellschaft werden generalüberholt / Stadt spart Geld

Busse müssen länger leben

Alt und fast neu: Zwei Erdgasbusse vor der Fahrzeughalle des SVF-Betriebshofs.
Alt und fast neu: Zwei Erdgasbusse vor der Fahrzeughalle des SVF-Betriebshofs. © Foto: MOZ
Frank Groneberg / 26.09.2014, 04:51 Uhr
Frankfurt (MOZ) Die Stadtverkehrsgesellschaft lässt bis Jahresende vier ihrer Busse generalüberholen. Die Lebenszeit der Fahrzeuge wird dadurch um acht Jahre verlängert. Die Kostenersparnis gegenüber dem Kauf neuer Erdgasbusse liegt bei knapp 700 000 Euro.

Es ist jetzt zwölf Jahre her, dass die ersten neuen grünen Erdgasbusse in Frankfurt eintrafen. Und zwölf Jahre ist genau jener Zeitraum, nach dem Linienbusse, die im Stadtverkehr unterwegs waren, ersetzt werden müssten. Dann haben sie mehr als 600 000 Kilometer auf den Achsen, haben sie sozusagen das Ende ihres Lebens erreicht.

Doch 290 000 Euro für einen neuen Solobus oder 380 000 Euro für einen der "Schlenkis" sind sehr viel Geld. Und würde die Stadtverkehrsgesellschaft mbH (SVF) alle 22 Erdgasbusse, die in den Jahren 2002/2003 gekauft worden waren, durch Neufahrzeuge ersetzen, würde das die finanziellen Möglichkeiten des Unternehmens und damit auch der Stadt arg strapazieren.

"Der Nahverkehr ist ein Zuschussgeschäft", sagt Christian Kuke, Projektleiter bei der SVF, "und auch wir schauen deshalb, wo wir Kosten sparen können." Nach reiflicher Überlegung sei daher entschieden worden, nur die Hälfte der in die Jahre gekommenen Busse zu ersetzen. "Die anderen Erdgasbusse kommen in die Generalinstandsetzung. Das heißt, sie werden einer grundhaften Instandsetzung unterzogen. Ihre Lebensdauer wird damit um etwa acht Jahre verlängert." Zwei Busse sind bereits generalüberholt worden: Der Solobus mit der Nummer 439 war im Frühjahr fertig, der Gelenkbus 539 Anfang August. Zu erkennen sind sie an der Haube vorn auf dem Dach - dem Herzstück der neuen Klimaanlage. Bis zum Jahresende werden insgesamt vier "Runderneuerte" auf Frankfurts Straßen unterwegs sein.

"Im Prinzip wird alles neu gemacht", sagt Christian Kuke, "es bleibt nur das Grundgerüst übrig." Die Busse kommen zunächst nach Güstrow. Dort werden alle Außenbleche entfernt und der Verwertung zugeführt. Alles, was unter den Blechen verschlissen ist, wird ausgetauscht. "Die tragende Struktur wird überprüft und erneuert, dann kommen neue Bleche rauf", erläutert der Projektleiter.

Ist die Karosserie überholt, werden die Erdgasbusse nach Frankfurt zurückgebracht - und zwar nach Markendorf. Dort hat die Wieser GmbH Nutzfahrzeug-Service ihren Sitz. Und dort wird die gesamte Fahrzeugtechnik einer Instandsetzung unterzogen. "Man kann sagen, die Technik wird komplett erneuert", erläutert Christian Kuke. "Die Achsen und Federungen werden ausgetauscht, die Getriebe durch aufgearbeitete Austauschgetriebe ersetzt, teilweise kommen neue Fußböden rein ", zählt er auf. Die Motoren werden komplett auseinandergenommen und instand gesetzt. Jeder Bus bekommt einen neuen Bordrechner und einen Fahrersitz mit Heiz- und Kühlfunktion. Und: erstmals eine Klimaanlage für den Fahrer. "Das hat auch was mit Verkehrssicherheit zu tun", betont der Fachmann von der SVF. "Die Kollegen sind acht Stunden unterwegs, bei großer Hitze ist das sehr belastend." Schließlich werden zum Jahresende die Zielanzeigen durch Monitore ersetzt.

Mit der Generalüberholung sparen die SVF und die Stadt gegenüber dem Neukauf zwischen 150 000 Euro (Solobus) und 200 000 Euro pro Fahrzeug - in diesem Jahr knapp 700 000 Euro.

Ganz ohne neue Busse geht es dann aber trotzdem nicht. Im November werden daher vier neue Erdgasbusse in Frankfurt erwartet, drei Solobusse und ein Gelenkbus. Die SVF investiert dafür fast 1,3 Millionen Euro.

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Marco Habeck 26.09.2014 - 14:09:36

super

Wenn nur jedes Kommunale Unternehmen solch einen Beitrag leisten würde. Ohne etwas kaputt zu sparen hat man sich Gedanken gemacht, die Mitarbeiter hat man auch nicht vergessen. Es werden lokale Unternehmen beauftragt so bleibt das Geld in der Region. Daumen hoch ! Warum Nahverkehr gerade für die kleinen Unternehmen ein Zugschussgeschäft ist liegt an der Art der Verteilung der Gelder. Bei Preiserhöhungen werden die kleinen Unternehmen gern mal als Begründung herangezogen. Während die DB hohe Gewinne erzieht fehlt den kleinen Unternehmen die eben so viel leisten das Geld.

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