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Bahn investiert 35 Millionen Euro / Anlage geht Ende 2015 in Betrieb / Einschränkungen im S-Bahn-Betrieb

Elektronisches Stellwerk für Erkner

Joachim Eggers und Manja Wilde / 29.09.2014, 21:04 Uhr
Erkner (MOZ) Wer geglaubt hat, nach der Fertigstellung des Bahnhofs und der Bahnhofstraße seien die Bauarbeiten der Bahn in Erkner beendet, der irrt: Es wird wieder mächtig rangeklotzt. Die S-Bahn hat nämlich noch kein elektronisches Stellwerk.

Wer am Wochenende mit der S-Bahn von Erkner nach Berlin fahren will, hat in jüngster Zeit oft schlechte Karten. Die Züge aus Berlin fahren nur bis Köpenick. Ab dort werden Busse eingesetzt. Mehr als die Erkneraner, die eher den Regionalexpress nutzen, trifft das Schöneicher und Woltersdorfer, die mit der Straßenbahn zu den S-Bahn-Höfen Rahnsdorf oder Friedrichshagen wollen, um dort zuzusteigen.

Grund sind die vorbereitenden Arbeiten für ein neues, elektronisches Stellwerk in Erkner. Es soll nach Angaben von Bauüberwacher Uwe Brettin den Verkehr auf der S3-Strecke bis Wuhlheide steuern, wo ein weiteres errichtet wird. In das Vorhaben investiert die Bahn nach Angaben von Brettin die stolze Summe von 35 Millionen Euro.

Ein Schwerpunkt der Kabeltiefbau-Arbeiten, die entlang der Strecke begonnen haben, ist indes das Gebiet um den Bahnhof Erkner - weil da die Hauptkabeltrasse beginnt. Insgesamt 137 Signale müssen gesetzt werden, bevor das Stellwerk in Betrieb gehen kann. Und bevor die Signale kommen können, müssen unzählige Kabel verlegt werden, viele unter den Gleisen - weil die Gleise von beiden Seiten angeschlossen werden müssen. Das ist das, was jetzt geschieht.

An zwei Stellen waren Mitarbeiter der BUG Verkehrsbau AG am Montag damit beschäftigt, Rohre, durch die Kabel verlaufen sollen, ins Erdreich zu bringen. Bagger drehen sich zwischen den Gleisen, heben die Löcher für die Startgruben aus. "Von denen aus werden die Rohre unter den Gleisen hindurch gepresst", sagt Vorarbeiter Andreas Wiese. Gerade hebt Heinz Guschinske mit seinem Bagger einen gelben Verbau in die Luft, hinter dem sich einer der bis zu 2,50 Meter tiefen Kabelschächte verbirgt. Auf dem Boden der Grube sind schon die PE-Rohre zu erkennen, durch die später Kabel verlaufen. Im Bereich Erkner müssen an etwa 35 Stellen Kabel unter den Gleisen verlegt werden, sagt René Jobszyk, Polier der Baustelle.

Die Signale, erläutert Brettin, werden im Mai per Hubschrauber an einem Wochenende gesetzt - ein Verfahren, das die Bahn seinerzeit auch an der Fernbahn eingesetzt hat.

Das elektronische Stellwerk werde voraussichtlich im Dezember 2015 in Betrieb gehen, sagt Brettin. Das ist dann ein ziemlich unauffälliges kleines Gebäude am Ende der Ladestraße. "Da stehen nur Rechner und Bildschirme drin", sagt Brettin - und damit die nicht heißlaufen, kommt eine Klimaanlage dazu. Auch einen manuellen Bedienplatz wird es noch geben, für den Notfall. Generell aber geht die Bahn davon aus, dass der Verkehr mit dem Elektronischen Stellwerk sehr viel sicherer wird als jetzt.

A propos Vorsorge: Auf der Strecke werden auch zwei Weichentrapeze eingebaut, je eines in Rahnsdorf und Wuhlheide. Diese Anlagen erlauben es den Zügen, auf das jeweils andere Gleis zu wechseln, falls eines nicht mehr befahrbar oder - zum Beispiel durch einen defekten Zug - gesperrt ist.

Für die jetzt laufenden Arbeiten holt sich die Bahn ständig Genehmigungen bei der Stadt - weil die Nachtruhe gestört wird. Auch mittelfristig hat Erkner "noch keine Ruhe", wie Brettin sagt: von 2016 bis 2018 stehe ein Umbau der Fernbahn zwischen Erkner und Köpenick an.

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