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Ortsbeirat von Birkholz will vor einer Entscheidung Einwohnerversammlung einberufen

Container statt Gemeinschaftshaus

Kai-Uwe Krakau / 04.10.2014, 05:45 Uhr
Birkholz (MOZ) Die Einwohner von Birkholz dringen weiterhin auf ihr Dorfgemeinschaftshaus. Dies bekräftigten sie in der Sitzung des Ortsbeirates am Donnerstagsabend. Kritik gab es erneut an der Informationspolitik und der Arbeitsweise der Bernauer Stadtverwaltung.

Den Wunsch nach einem Treffpunkt gibt es in dem Bernauer Ortsteil schon lange. Zuletzt sei er bei einer Einwohnerversammlung im November 2013 geäußert worden, erinnerte Ortsvorsteher Dieter Geldschläger. Seitdem sei aber nichts geschehen. "Wir wollen mehr einbezogen werden", forderte der Birkholzer. Mit der Art und Weise, wie die Verwaltung mit dem Ortsbeirat umgehe, sei man nicht einverstanden. Große Hoffnungen, auch dies wurde in der Sitzung deutlich, setzt man deshalb auf den neuen Bürgermeister André Stahl (Linke).

Aufgabe von Kathrin Klee, der Leiterin des städtischen Gebäudemanagements, war es an diesem Abend, den Birkholzern einen "Container" als Gemeinschaftshaus schmackhaft zu machen. Eine in relativ kurzer Zeit realisierbare und für die Kommune vergleichsweise preiswerte Lösung, wie sich herausstellte. Dazu müsste jedoch ein entsprechender Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vorliegen, betonte Kathrin Klee. Den gebe es bisher nicht. Erst dann könnten die notwendigen Mittel in den Haushalt 2015 eingestellt werden.

Als mögliche Standorte wurden Flächen hinter der Feuerwehr sowie an der Dorfstraße 22 und 24 genannt. Bei einer Anmietung des Containers, so die Leiterin des Gebäudemanagements weiter, habe man kaum Gestaltungsmöglichkeiten. Die Stadtverwaltung plädiere deshalb für einen Kauf. In diesem Fall könnte die Fassade geputzt werden, ein Satteldach wäre denkbar. Die Kosten für ein Büro, einen Sanitärraum, eine Teeküche sowie einen Raum für 50 Personen bezifferte Kathrin Klee auf rund 220000 Euro.

Für den Bauantrag sowie die Ausschreibung/Vergabe wurden insgesamt sechs Monate veranschlagt. Die eigentlichen Arbeiten könnten dann in sechs bis acht Wochen durchgeführt werden, erklärte die Rathausmitarbeiterin.

"Nach meiner Auffassung ist nur die Dorfstraße 24 möglich", sagte Ortsbeiratsmitglied Jeanette Domnig-Kirsch. Allerdings würden dann noch die Abrisskosten für das dort stehende Gebäude hinzukommen. An dem Standort befindet sich die alte Schule. Das Haus wird derzeit noch von einem Mieter bewohnt.

Ein Birkholzer bedauerte anschließend, dass man vor Jahren viel Zeit damit verbracht habe, dort das Gemeinschaftshaus zu planen. Das Projekt sei nie realisiert worden.

Während einige Besucher der Orsbeiratssitzung der Container-Lösung durchaus etwas abgewinnen konnten, plädierten andere für einen festen Bau. Das Geld solle man lieber in die alte Schule stecken, hieß es etwa. "Die Stadt Bernau hat uns eingemeindet und trägt nun auch die Verantwortung", so ein Einwohner. Der Vortrag der Verwaltung zeige, dass es keine Lösung gibt, meinte ein anderer Mann.

Bernaus Hauptamtsleiterin Viola Lietz, die ebenfalls zur Ortsbeiratssitzung gekommen war, wies schließlich darauf hin, dass die Stadtverordnetenversammlung am 27. November den Haushalt für das kommende Jahr beschließen wird. Bis dahin müsse klar sein, was die Birkholzer wollen. "Bei einem Container haben wir andere Kosten als bei einem Neubau", erklärte die Rathausmitarbeiterin.

Ortsvorsteher Geldschläger kündigte deshalb eine Einwohnerversammlung zum Thema Dorfgemeinschaftshaus an. Erste Unterschriften dafür wurden bereits in der Ortsbeiratssitzung gesammelt. Die Frage des "obersten" Birkholzers, wer denn nun in der Stadtverwaltung für das Vorhaben zuständig sei, blieb an diesem Abend allerdings unbeantwortet.

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Olaf Kaden 04.10.2014 - 15:36:59

Dorfgemeinschaftshaus = "Alte Schule Birkholz" (Birkholzer Urgedanke)

Frau Klee hatte nicht die Aufgabe den Birkholzer Bürgern die Containerlösung schmackhaft zu machen. Vielmehr hatte Sie Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen, welche seitens der Stadt Bernau hier in Birkholz überhaupt noch möglich wären. Aus meiner Sicht ist der einzige Vorteil der Containervariante als dauerhafte Lösung nur in der Bauzeit zu finden. Da Birkholz sich im Vorfeld zum Container nur als Übergangsvariante positioniert hat, sind die beiden Lösungsvorschläge für die südliche Angerseite indiskutabel. Der aufgezeigte Kostenfaktor für die Errichtung der Containervariante von 221.000,00 € ist aus meiner Sicht überraschend hoch gewesen. Bleibt also nur die "Alte Schule" in der Birkholzer Dorfstraße 24. Abriß/ Neuaufbau oder Sanierung das wird sich wohl auf der nun folgenden Einwohnerversammlung zeigen müssen. Wir werden uns dazu positionieren. Ich bitte die Stadtverwaltung wiederholt um einen zeitlichen Ablauf und um Benennung von Verantwortlichen für die Vorbereitung/ Arbeit am Dorfgemeinschaftshaus, damit wir Ihre Arbeit auch entsprechend auch bewerten können. Gruß Olaf

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