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Dreharbeiten zu der ZDF-Dokumentation "Deutschland-Saga" in der Nähe von Markgrafpieske

Die französische Grenze bei Neu-Waltersdorf

Und Schwenk: Kamermann Felix Meinhardt probiert schon mal den richtigen Dreh, während im Hintergrund die Szene einer gescheiterten Einreise Heinrich Heines nach Deutschland noch einstudiert wird.
Und Schwenk: Kamermann Felix Meinhardt probiert schon mal den richtigen Dreh, während im Hintergrund die Szene einer gescheiterten Einreise Heinrich Heines nach Deutschland noch einstudiert wird. © Foto: MOZ/Eggers
Joachim Eggers / 12.10.2014, 07:25 Uhr
Markgrafpieske (MOZ) Der Wald beim Markgrafpiesker Ortsteil Neu-Waltersdorf ist am Freitag zu einer deutsch-französischen Grenze umfunktioniert worden - für Dreharbeiten zu einer Dokumentation über die deutsche Geschichte.

"Lasst mich gefälligst weiterreisen!", herrscht Heinrich Heine (1797-1856), gespielt von Dominik Maringer, die deutschen Grenzer, gespielt von Komparsen, an. "Das wird nicht möglich sein nach dem, was wir hier finden", antwortet einer von ihnen. Es ist die Schlüsselszene des Drehs für diese Folge der sechsteiligen ZDF-Dokumentation "Deutschland-Saga", deren Ausstrahlung am 30. November beginnen soll. Nachgespielt wird für eine Folge, wie der deutsche Dichter, der damals bei den autoritären Regierungen seines Heimatlandes wegen seiner Spottverse und seiner politischen Kritik unbeliebt war, an der Einreise aus dem französischen Exil gehindert wird.

Wo und wann genau das war, wisse man allerdings nicht, sagt Gero von Boehm, der für die Produktion verantwortlich ist. Allerdings habe Heine so etwas immer wieder geträumt. Um eine solche Szene nachzuspielen, hat ein mehr als 30-köpfiges Filmteam am Freitag an einer Wiese in Neu-Waltersdorf, einen Steinwurf von der A 12 entfernt, sein Basislager aufgeschlagen. Gedreht wird im Wald, wo es ruhiger ist.

Mit Hilfe des Fundus der Filmstudios von Babelsberg und anderer Archive haben die Filmleute ein Grenzhäuschen und einen Schlagbaum aufgebaut, an dem der Dichter mit einer Pferdekutsche ankommt - und gestoppt wird. Die Kutsche ist zwar ein Zweispänner, wird aber nur von einem Pferd gezogen - "damit es ärmlich aussieht", sagt Stefanie Probst, die für die Ausstattung zuständig ist. Am Sonnabend, wenn eine Episode über die französische Deutschland-Reisende Madame de Staël (1766-1817) gedreht wird, kommen zwei Pferde zum Einsatz. "Die Schranke haben wir eigens gebaut", sagt Stefanie Probst.

Zu der Auswahl des abgelegenen Fleckens ist es auch ein bisschen durch Zufall gekommen, sagt Stefanie Probst. Eine Rolle spiele der relativ glatte Boden - das ist gut für die Technik, die ein Stück ab vom Weg stehen muss. In Neu-Waltersdorf mit seinen 20 Häusern gibt es bis Sonnabend Sperrungen. Anwohnerin Ursula Horn und ihre Nachbarn stört das nicht - sie beobachten neugierig das geschäftige Treiben.

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