Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Teilnehmer widmen sich in der Schreibwerkstatt Angermünde künstlerischer Produktion / Mit großer Offenheit werden eigene Gedanken in Texte gefasst

Hobbyautoren loten Grenzen aus

Fachsimpeln über neuen Ideen: Die Teilnehmer der Schreibwerkstatt der Uckermärkischen Literaturgesellschaft widmeten sich am Wochenende dem Thema "Grenzen".
Fachsimpeln über neuen Ideen: Die Teilnehmer der Schreibwerkstatt der Uckermärkischen Literaturgesellschaft widmeten sich am Wochenende dem Thema "Grenzen". © Foto: Christina Schmidt
Christina Schmidt / 13.10.2014, 06:45 Uhr
Biesenbrow (MOZ) Sie schirmen ab, schützen, bewahren. Aber sie engen auch ein, dezimieren und schränken ein: Grenzen. So vielfältig sie dem Menschen im Leben begegnen, so unterschiedlich und breit gefächert sind auch die damit verknüpfenden Empfindungen und Deutungen. Ein Gartenzaun kann eine erwünschte Grenze zwischen ungeliebten Nachbarn darstellen. Zugleich ist die optische Hürde ein Symbol der Abschirmung, der Trennung und Vereinzelung, bei der es unmöglich erscheint, aufeinander zuzugehen.

Eben dieses besondere und zwiespältige Thema hat sich die Uckermärkische Literaturgesellschaft am Wochenende für die letzte Schreibwerkstatt dieses Jahres im Biesenbrower Gutshaus gewählt. Ein Thema, das sich ganz selbstverständlich auf die Hobbyautoren beziehen lässt. Sie nämlich überschreiten die Grenzen der eigenen Gedankenwelt, indem sie Ansichten und Gefühle kunstvoll ausdrücken - und diese vor anderen offenbaren.

Das macht verletzlich, aber auch frei und kann den Hobbyautoren im künstlerischen Schaffensprozess ungemein helfen. "Bei uns gibt es kein richtig und falsch, obwohl wir Menschen zu Bewertungen neigen. Wir schenken uns gegenseitig ein offenes Ohr, ohne über die kreativen Gedanken des anderen zu urteilen", beschreibt es Schriftstellerin Carmen Winter. Sie hat am Sonnabend als Dozentin Tipps an die Hobbyautoren weitergegeben.

Diese sind dankbar für Anregungen von außen - ganz egal, ob lobende oder kritische Hinweise überwiegen. "Ich würde es vor allem als anregend beschreiben, denn wir bewegen uns praktisch tastend, wie auf rohen Eiern vorwärts und können uns in der Gruppe fallen lassen", beschreibt Regina Libert die Atmosphäre der Biesenbrower Schreibwerkstatt. "Es muss am Ende des Tages nichts Fertiges herauskommen und es werden auch keine Noten erteilt, sondern es geht um konstruktive Hilfe und Inspiration", sagt Matthias Poller.

Bilder und Stichwörter, die Julia Wallentin, Leiterin des Ehm Welk- und Heimatmuseums in Angermünde vorbereitet hat, setzen die Gedankenspiele der Teilnehmer in Gang. Schnell zeigt sich, dass den Ausdrucksmöglichkeiten und der Themenvielfalt keine Grenzen gesetzt sind. Und auch Denkbarrieren werden dank der von Carmen Winter ausgewählten Beispiele des chilenischen Dichters Pablo Neruda über den Haufen geworfen, Undenkbares in Wörtern formuliert und zu einem neuen Ganzen montiert. Einen anderen, zunächst als unmöglich erachteten Zugang zur Textproduktion schaffen - für den kleinen Kreis an Teilnehmern ist das durchaus gelungen.

Die vor 21 Jahren gegründete Gesellschaft hat sich der Förderung der Literatur sowie der Pflege des literarischen Erbes von Ehm Welk verschrieben. Mit zahlreichen Veranstaltungsangeboten bereichert die Literaturgesellschaft das kulturelle Leben der Region.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG