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2000 Bäume als natürliche CO2-Killer

Susanna Hoke / 29.03.2010, 09:00 Uhr
Neutrebbin/Eichwerder/Letschin Das halbe Oderbruch schien am Sonnabend auf den Beinen zu sein. Trotz Nieselregen versammelten sich überall Gegner der geplanten Kohlendioxid-Verpressung, um gemeinsam auf kommunalen und privaten Flächen Bäume zu pflanzen. Insgesamt kamen gut 2000 in die Erde. Die Aktion soll im Herbst wiederholt werden. Das kündigte Rolf Ignaz vom Verein BruchKultur, der die Aktion im Oderbruch und in Beeskow (Oder-Spree) gemeinsam mit WikiWoods organisiert hatte, an. Möglich wurde sie vor allem durch ein ungewöhnliches preisliches Sonderangebot der Baumschule Tempelberg aus Oder-Spree.

Matthias Berthe und Kai-Uwe Mattauch von der Tempelberger Baumschule haben auf dem Letschiner Markplatz alle Hände voll zu tun. An den Baumpaketen hängen Zettel mit Namen. Jetzt müssen sie zugeordnet werden, wie für Joachim und Martin Zäckerick. Die Groß Neuendorfer nehmen ihre 100 Eichen in Empfang. "Wir wollen das Zeug nicht unter unserem Acker, deshalb machen wir mit. Die in Berlin sollen wissen, dass wir das nicht so hinnehmen", sagt Vater Joachim. Seit 1990 betreibt er auf 500 Hektar Ackerwirtschaft.

Auch Pfarrer Frank Schneider ist mit Gemeindemitgliedern gekommen. Gemeinsam will man an der Schule Bäume pflanzen. Mit dabei die Linken-Bundestagsabgeordnete Dagmar Enkelmann. Sie hat 50 Bäume spendiert, schippt kräftig mit. Ihr Abgeordneten-Kollege von der CDU Hans-Georg von der Marwitz will seine 100 Bäume als Randstreifen auf eigenen Flächen unterbringen.

Nach gut zwei Stunden sind in Letschin alle Bäume verteilt, mehr als 1300 Stück. Es geht weiter nach Neutrebbin, wo am Alten Fritz schon viele warten. Bürgermeister Siegfried Link hat für die 50 von Dagmar Enkelmann spendierten Bäume schnell einen Platz gefunden. "Hier in Neutrebbin sind die kommunalen Flächen alle schon bepflanzt", erzählt er. Aber an der Straße von Alttrebbin nach Worbrichtsfelde gibt es nur einseitig eine Baumreihe. Die Rotbuchen und Roteichen werden die Bepflanzung nun komplettieren. Andere nehmen sich ihre Bäume mit, pflanzen sie in ihre Gärten. Rolf Ignaz ist hochzufrieden. "Wir lösen damit nicht das Problem CO 2 , aber wir setzen ein Zeichen", sagt er. Das werde man im Herbst wiederholen. Ihn ermutige die große Solidarität aus anderen Bundesländern wie Schleswig-Holstein. Man verständige sich per Internet. "Wir wissen, dass wir mit unserem Protest nicht allein stehen", so der Quappendorfer.

In Eichwerder wird eine Rotbuche gepflanzt. "1997 haben tausende Helfer das Oderbruch vor dem Hochwasser gerettet, wir dürfen es jetzt nicht aufgeben", betont die Ortsvorsteherin Jutta Werbelow. Der sich entwickelnde Tourismus bleibe aus, wenn in der Region CO 2 verpresst werde. "Und wer kauft schon Getreide, dass auf einem Endlager wächst?", fragt die SPD-Stadtverordnete. Gemeinsam mit ihren Fraktionskollegen Ulf und Karla Stumpe, Sylvia Wadewitz von der Bürgerinitiative Co2ntraEndlager aus Neutrebbin und dem Einwohner Norbert Thunack pflanzt sie eine Rot-Buche am Sportplatz.

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