Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

15 Architekturbüros am Wettbewerb um das neue Bernauer Rathaus beteiligt / Ausstellung zeigt alle eingereichten Arbeiten

Ein Siegerentwurf und zwei dritte Plätze

Brigitte Horn / 17.10.2014, 04:45 Uhr
Bernau (MOZ) Die Entscheidung für den Siegerentwurf für das neue Bernauer Rathaus ist nach einem Wettbewerb entsprechend der europaweiten Ausschreibung gefallen. Beteiligt waren insgesamt 15 Architekturbüros aus Österreich, Frankreich und Deutschland. Sie sollten ein Entwurfskonzept erarbeiten, welches laut Ausschreibungsunterlagen "auf die sensible städtebauliche Situation im Spannungsfeld zwischen Markt und Kirchplatz reagiert, wo denkmalgeschützte Einzelbauten früherer Jahrhunderte im Kontrast zur industriellen Bauweise der 1970er und 1980er Jahre stehen und das gleichzeitig der Bedeutung des Neuen Rathauses im Zentrum der Stadt Bernau gerecht wird".

Der jetzige Sieger studioinges hatte bereits bei einem ersten Rathaus-Wettbewerb eine Anerkennung erhalten. In der Beurteilung der Jury zum die Siegerprojekt heißt es: "Vom Marktplatz gesehen entsteht ein sehr geglücktes Spiel mit Körpern und Perspektiven."

Unter dem Vorsitz des renommierten Architekten Jörg Friedrich aus Hamburg entschied das Preisgericht, dass es neben dem ersten noch zwei dritte Preise vergibt. Sie gehen an die Architekturbüros Muffler Architekten aus Tuttlingen und BHBVT aus Berlin.

Im Rahmen einer Ausstellung sind alle Wettbewerbsarbeiten ab dem 3. November im Ratssaal des Bernauer Rathauses, Marktplatz 2 zu sehen. Die Ausstellung kann bis zum 14. November zu den Öffnungszeiten des Rathauses (Montag, Mittwoch und Donnerstag von 7 bis 16.30 Uhr, Dienstag von 7 bis 18.30 Uhr und Freitag von 7 bis 13.30 Uhr) besichtigt werden.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.
Silke Stelzer 24.10.2014 - 10:45:54

Neubau oder Erweiterung

Nun ja, wie Herr Sauer ja wunderbar zusammengetragen hat, geht das Theater um das Rathaus ja nun schon einige Jahre. Ich finde den Standort Bürgermeisterstrasse durchaus angenehm. Das vorweg! Allerdings muss ich mich dann doch dem 1. Kommentar von Herrn Dr. Valentin anschließen. Bernau hat, hinsichtlich der Baulaktivitäten (bzw. deren Planungen) in den letzten Jahren, nicht wirklich ein glückliches Händchen bewiesen. Der neuste Streich mit dem neuen Rathaus ist nur ein weiterer Beweis für die Lieblosikeit und Gleichgültigkeit der zuständigen Entscheidungsträger! Der hochgelobte, supermoderne Bau passt so überhaupt nicht ins Stadtbild. Er sieht so gewöhnlich und allerweltsmäßig aus, wie nur was. Nun ja, wie Berlin halt. Dutzende genau SOLCHER Bauten werden jährlich irgendwo "hingeknallt"! Wozu, um Gottes Willen, braucht es dazu denn einen Architektenentwurf? Bei diesem Entwurf braucht doch nur ein vorhandener Bau in die Stadtsilouette von Bernau kopiert werden und dann ist er fertig. Und da er ja ohnehin kontinuierlich teurer wird, könnte man auch gleich überlegen, ob man sich nicht vielleicht doch lieber an den gegenüberliegenden Gebäudekomplex - der sich meiner Meinung nach auf der zum Markt gerichteten Seite sehr schön einpasst- orientieren sollte. Schön wäre es doch auch, wenn sich Leute, die sich für die Stadt und deren Entnwicklung interessieren mitsprechen könnten. Aber den Bernauern wird ja immer nur der Sieger des Auswahlverfahrens präsentiert. Schade eigentlich. Übrigens sah der abgelehnte Bau, den Herr Günter eingestellt hatte wirklich erstaunlich ähnlich aus. Wie kommt´s?

Tatanka Yotanka 20.10.2014 - 15:18:01

Ach,Ignaz

Wieder so typisch: Über euer eigenes Land wißt ihr nichts. Aber über die DDR alles. Es wird auch immer fleißig aus heutiger Sicht geurteilt. Ulbricht hat nicht das Stadtschloß abreißen lassen, sondern dessen Ruine. Kein Mensch hätte sich im kriegszerstörten Berlin Anfang der 50er Jahre leisten können, dass Stadtschloss wieder aufzubauen. Auch Charlottenburg stand auf der Kippe (hätte man googeln können!), d.h. kurz vor dem Abriß. Schauen sie sich doch mal Filme von Berlin vom Anfang der 50er Jahre an! Damals musste man zuerst Wohnungen schafffen. Dazu kommt,dass das Stadtschloß niemals so schön war, wie man uns heute einreden will und bei den Berliner Bürgern immer als Zwingburg der Hohenzollern mitten in der Stadt verstanden wurde. Und weil sie unnützerweise die Merowinger in die sinnlose Diskussion werfen - sinnlos, weil man einfach keinem Wessi sein Pseudowissen über die DDR austreiben kann: Was ist mit Tschingis Khan, den Inkas und Tecumseh? :-)) Natürlich möchte man die DDR gern aus der Geschichte tilgen. Das wird aber nicht mit Monumentalbauten wie dem Stadtschloß, der neuen Stasizentrale in der Invalidenstraße, dem bröckelnden Hauptbahnhof, dem scheußlichen und schon wieder kaputten Regierungsviertel oder den ständigen Geschichtsklitterungen gelingen.

Ignaz Koslowski 19.10.2014 - 20:32:22

Ich möchte nicht streiten

Ich möchte Ihnen die DDR nicht madig machen. Das, was ich schrieb, ist meine ganz persönliche Meinung und ich möchte mich hüten, die Heimat - die sie für viele Menschen nun einmal war - schlecht zu reden. Jedoch möchte ich Ihre Argumente differenzieren. Das Wirken in Dresden bspw. ist sehr stark auf überlebenden Bürger zurückzuführen. Vieles was die DDR dort plante - unter anderem den Abriss einiger alten Gebäude - ist durch massive Gegenwehr der Bürger nicht realisiert worden. Und was das Berliner Stadtschloss anbelangt, habe ich eine andere Meinung. Dazu gibt es auch sehr viel Literatur, die Ihrem Argument widerspricht. Im Übrigen gab es zu diesem Abriss einige Gegenwehr, auch vieler Eliten der damaligen DDR. Das Schloss Charlottenburg war zum Beispiel in einem weit aus schlechterem Zustand und wurde wieder aufgebaut. Eine Frage: Was meinen Sie mit „Ignoranz zur Geschichte des Palastes der Republik“? Schauen Sie, die Merowinger waren ca. 250 Jahre an der Macht. 250 Jahre sind zwar lang, aber in der Geschichte nur ein Katzensprung der so unwesentlich ist, dass diese Dynastie im allgemeinen Geschichtsunterricht kaum ein Platz findet. Wissen Sie, wann das Berliner Schloss ursprünglich erbaut wurde? Mag sein, dass der Palast eine Begegnungsstätte war. Aber zur Geschichte, so wie ich diese metaphorisch anhand der Wurzeln beschrieb, gehört dieser Bau gewiss nicht. Starten Sie gut in die Woche.

Dieter Sauer 19.10.2014 - 10:21:03

Ein paar Fakten und Zahlen

Im Jahr 2002: Zwangsversteigerungsverfahren Verkehrswert 480 000 Euro Dezember 2007: Kaufvertrag für die Immobile Bürgermeisterstraße 25 ohne festen Kaufpreis. Dieser sollte zum Zeitpunkt des Eigentumsüberganges 31.12.2010 ermittelt werden. Die Kosten für einen Umbau zum Verwaltungsgebäude wurden damals auf gut 1,5 Millionen Euro geschätzt Im Jahr 2010: Neu festgestellter Verkehrswert 1,35 Millionen Euro (= Kaufpreis) Für Grundstückserwerb gab es 502.000 Euro Fördermittel, die laut Handke (11/2012) bei Abriss zurückzuzahlen sind. April 2011: zwei Varianten Um- und Ausbau 4,362 Millionen , Abriss und Neubau 5,992 Millionen Juni 2011 : erster Wettbewerb zum Umbau des Bestandsgebäudes als Erweiterungs-/Ergänzungsbau ohne Ergebnis, da man bereits mit dem Neubau liebäugelte. Im Jahr 2012: Standortdiskussionen in der SVV, Mögliche Standorte Nutzung Johanna-Schule Mühlenstraße oder Neubau am Ladeburger Dreieck. Tenor war "Der Standort Bürgermeisterstraße 25 ist durch die gelaufene Debatte um den Ankauf belastet.“ im Jahr 2013: Workshop zu Standorten Bürgermeisterstraße 25 und Ladeburger Dreieck unter dem Aspekt des Neubaus. Kostenschätzung Bürgermeisterstraße 25 für Neubau 8,6 Millionen Euro, für Ladeburger Dreieck 9,2 Millonen Euro. 28.11.2013: Die Stadtverordneten beschließen auf der SVV mehrheitlich, den Standort Bürgermeisterstraße 25 als zukünftigen Standort für das Rathaus II im Jahr 2014: Auslobung des zweiten Wettbewerbs für Neubau am Standort Bürgermeisterstraße 25 Aktuelles Ergebnis = Baukosten in Höhe von 10 Millionen Euro! (Alles aus Artikeln der MOZ!)

Jürgen Bürger 19.10.2014 - 10:05:40

Ignaz@ und die Ignoranz zur Geschichte des Palastes der Republick

Ein weiter Kulturtipp eine Fahrt nach Dresden Ausstellung über den Wiederaufbau durch die DDR nach der völligen Zerstörung am Beispiel des Zwingers und der Semper Oper ansehen. Wenn es zu weit ist Museumsinsel, die beiden Dome, Gendarmenmarkt sich mit der Geschichtet und den Wiederaufbau durch die DDR geschäftigen. So sah das Stadtschloss nach dem Kriege aus-ein Trümmerfeld http://www.dw.de/image/0,,3986512_4,00.jpg Übrigens kann man nicht ignorieren, dass Teile des Stadtschlosses in der Fassade des Regierungsgebäudes der DDR (Staatsratsgebäude http://de.wikipedia.org/wiki/Staatsratsgeb%C3%A4ude ) integriert wurden. Mann ignoriert in Unkenntnis die Bedeutung des Palastes der Republik als Kulturstädte http://de.wikipedia.org/wiki/Palast_der_Republik Hier sagen die ganzen Schlageraffen, nur der Kleine Udo durfte nicht ; doch er kam mit den Sonderzug nach Pankow in den Palast der Republik und schenkte Erich Honecker seine Lederjacke Er sang tatsächlich im Palast https://www.youtube.com/watch?v=dAbK7jc0eJ0 Habe die Kleinstadt verlassen und war live in Leipzig dabei Übrigens hatte Udo Lindenberg eine Liebesbeziehung zu einer FDJ-lerin und die Stasi sah zu. Das Mädchen aus Ost-Berlin https://www.youtube.com/watch?v=VzQb5LSdFfQ Übrigens dass neue Stadtschloss ist auch nur ein Schießschardenarch http://www.google.de/imgres?imgurl=http%3A%2F%2Fwww.modocom.de%2Fbelfas%2Fschlossbelfasgross.jpg&imgrefurl=http%3A%2F%2Fwww.modocom.de%2Fbelfas%2Fbelfasbildschloss.htm&h=401&w=709&tbnid=QDKsCL39q1n7nM%3A&zoom=1&docid=uUSJ-hMMDPcuRM&ei=uFtDVNj5IoW5OMnZgeAL&tbm=isch&iact=rc&uact=3&dur=1596&page=6&start=56&ndsp=12&ved=0COMBEK0DMDw Der Abriss des Palastes ist Kulturschande

Jürgen Bürger 19.10.2014 - 01:22:06

Flächenabriss Bernau vgl. Stadt Moers im 20. Jahrhundert

gern verbessere ich Herrn Ignaz, der die Tatsachen des Flächenabrisses in Westdeutschland ignoriert so nachzulesen aus der Stadtgeschichte Moers Hier nur einige Auszüge „http://gmgv-moers.de/66-0-Staedtebauliche-Entwicklung-von-Moers-im-20-Jahrh--Teil-3-.html?goback=5 Die Städtebauliche Entwicklung der Stadt Moers im 20. Jahrhundert Die Unterordnung unter rationalistisch-funktionalistische Grundsätze gepaart mit dem Glauben an das Funktionieren von „Reißbrettplanungen“ hatte - neben umfangreichen Kahlschlägen in Altstadtquartieren und Arbeitersiedlungen - auch die Errichtung ganzer Musterstädte und neuer Stadtzentren zur Folge. An den Stadträndern entstanden bundesweit Großsiedlungen, die durch stereotype, vielgeschossige Wohnanlagen gekennzeichnet und selten in die Gesamtstadt eingebunden waren. Doch nicht nur in den Außenbereichen, auch auf dem Gelände abgerissener Altstadtquartiere oder Arbeitersiedlungen (vgl. Rheinpreußensiedlung Der Utopie der „autogerechten Stadt“ fielen ganze Straßenzüge zum Opfer. Vormals belebte städtische Plätze wurden zu Verkehrsknotenpunkten ausgebaut, so dass Fußgänger zugunsten eines ungehinderten Verkehrsflusses auf neu geschaffene Unterführungen oder Brücken ausweichen mussten Im Wortlaut des 1971 in Kraft getretenen Städtebauförderungsgesetzes waren Sanierungsmaßnahmen „Maßnahmen, durch die ein Gebiet zur Behebung städtebaulicher Mißstände, insbesondere durch Beseitigung baulicher Anlagen und Neubebauung oder durch Modernisierung von Gebäuden wesentlich verbessert oder umgestaltet [werden sollte].“ In der Praxis bedeutete dies den Abriss historischer Bausubstanz gefolgt von Baulandumlegung, bei der die zuvor meist kleinteilige Parzellierung aufgehoben und zu großen Grundstücken zusammengefasst wurde.“ Wenn es nicht reicht da noch:EMMENDINGEN VOR 50 JAHREN:In der Stadt sollten reichlich Hochhäuser gebaut werden http://www.badische-zeitung.de/emmendingen/karl-fallers-neue-stadt--77502185.html

Ignaz Koslowski 18.10.2014 - 21:38:49

Dialog

Danke für Ihre ausführliche Antwort. In der Tat sind mir detaillierte Fakten bezüglich der planerischen Umsetzung in Bernau und anderen Städten nicht bekannt. Ich möchte das Thema Wohnungsknappheit auch gar nicht ignorieren. Und sicherlich wurden auch in den alten Bundesländer Platten gebaut. Nur hat man in Bernau eine fast komplett neue Innenstadt geschaffen. Alt gegen neu. Gerne können Sie mich verbessern; bekannt ist mir das aus den alten Bundesländern nicht. Es wurde neuer Raum geschaffen wie in Bernau Süd oder dem Märkischen Viertel in Eberswalde. Und sicherlich ist auch richtig, dass die alten Häuser in einem baulich unakzeptablen Zustand waren. Nur da wären wir beim Kern der Sache. Warum denn? Mich persönlich stimmt es sehr traurig, wenn ich lese, das die alten historischen Straßenzüge keine Selbstverständlichkeit waren. Daraus interpretiere ich - und das nehmen Sie bitte nicht persönlich - einen Hochmut, den diese Ideologie besaß. Nämlich ungeachtet dessen was war, Neues zu schaffen in einer schöpferischen Art und Weiße. Die Wurzel Bernaus ist ihre mittelalterliche Herkunft. Darüber definiert sich unter anderem auch das Gefühl Heimat. Unsere Herkunft vermag viel über unser Sein auszudrücken - seien es auch verkehrshinderliche Straßenzüge. Das ist Europa. Unsere Kultur ist so viel älter als bspw. das Wunderwerk Auto. Dazu sollten wir stehen und uns auch bekennen. Denn ohne diese Kultur gäbe es kein Auto. Das beziehe ich im Übrigen auch auf das Mühlentor. Deshalb sehen Sie mir es bitte nach, wenn ich mit dem stadtplanerischen Wirken der DDR nicht im geringsten warm werde. Ich empfinde darin eine Ignoranz gegenüber unserer Geschichte. Das ist für mich auch der Grund warum sie so schnell endete wie sie auch begann. Wer die Geschichte und ihr Wirken ignoriert, kann schwerlich Wurzeln schlagen. Und die DDR war für viele Menschen sicherlich eine vielversprechende Pflanze, die aber leider nie "wurzelte". Beim erst besten Sturm wurde sie davon gefegt. Das Sinnbild dafür: Für mich der schöpferische Palast der Republik anstatt das tief verwurzelte Berliner Stadtschloss. P. S.: Vielen Dank für den Kulturtip

Jürgen Bürger 18.10.2014 - 19:23:54

Ingnatz@ typisch, irrend

Herr Ignatz meldet sich hier wieder mal, wollte er Ex-Panketaler das Forum hier nicht ignorieren? Ich ignoriere großzügig die fast beleidigenden Worte zu meiner Person. Ich komme beruflich bedingt viel in Deutschland herum, denn ich bin oft ein Montage-Bauarbeiter, der in ganz Deutschland arbeitet. Derzeit errichte ich auf den ehemaligen Viehhof Berlin ein Schießscharden-Eigentums-Objekt mit ungekämmten Betonplatten, denn die DDR Platten waren gedämmt und entsprachen der westdeutschen Wärmeschutzverordnung, jedoch mit großzügigen Dachterrassen mit Blick über Berlin aus den 7.Stock. Übrigens Schräg-Dächer entsprechen nicht mehr den „moderen“ Zeittrend. Außerdem habe ich ein Hobby, das Geocaching, dass mich so an interessante Geschichtsorte geführt hat. Meine Lieblinge sind alte verlassene Bauwerke und deren Geschichte. Auch in Bernau habe ich meine Cacherspuren zur Geschichte hinterlassen. Mann ignoriert offensichtlich in Unwissenheit, dass bei der Umgestaltung der Innenstadt die alte historische Straßenzüge bewusst beibehalten wurden, obwohl dies für den Verkehr hinderlich ist. Man ignoriert auch, dass die Umgestaltung des Stadtkernes mit Hilfe von Geldern der Unesco mit finanziert wurde. Die DDR war anerkanntes UNO Mietglied. Mann ignoriert auch, dass für Bernau eine eigene Platte konzipiert wurde. Bernau war zweifelsfrei ein Versuchttier, denn es gab drei Gestaltungsmöglichkeiten. 1 totale Reko-Quecklingburg 2.Abriss- Bernau 3 Gemischt-Greifswald- Im Ergebnis dieser drei Varianten sollten die Auswirkungen auf die Lebensqualität gewonnen werden. Man hätte auch ein wirtschaftliches Platten-Groß-Objekt wie das Westberliner Märkisches Viertel oder die Olympiabauten in Münschen oder Hamburg z.B. http://www.youtube.com/watch?v=ZDA5xP_4-j0 Herr Doktor Hübler, der Architekt des Mühlentores, der aktiv bei der Umgestaltung des Stadtzentrums beteiligt war, kann hierzu als Zeitzeuge fungieren. Übrigens kann man sich am Wochenende im Mühlentor über die Umgestaltung informieren, denn dort sind Dokumentationen ausgestellt. Beachte aber, dass das Tor zwar zwei Aufgänge hat, jedoch immer nur eins geöffnet ist, da sonst die Zugluft unerträglich sein soll. Also morgen zu historischen Mühlentor, die Schüler des Schul-Projektes freuen sich und sich die Dokumente der verfallenen Häuser ansehen.

Ignaz Koslowski 18.10.2014 - 15:42:07

"Der typische Kleinstadtcharakter"?

Ich glaube, Sie müssen mal ganz dringend Kleinstädte außerhalb der neuen Bundesländer bereisen. Und was unsere Vorfahren betrifft: Für welches architektonische Meisterwerk in der Innenstadt sind diese des Lobes wert? Die Zeit-Genossen die Sie als Vorfahren bezeichnen hatten null, aber auch null Respekt vor der Geschichte. Auch nicht vor der architektonischen Geschichte! Sie gaben Prämien fürs Abstucken aus. Schufen Städte, die keinerlei historische Substanz hatten; die heute als Geisterstädte sinnbilder strukturarmer Regionen der Bundesrepublik sind. Diese Plattenbauten fügen sich einfach nur wunderbar in ihre Umgebung ein. Den Kleinstadtcharakter einer Mittelalterstadt, den Sie meinen Bürger Jürgen, mit kleinen verwinkelten Gassen, hat Bernau bereits durch diese zahlreichen Mahnmale verloren. Die Brauerstraße wäre in ihrem heutigen Bestehen ebenfalls verschwunden, wäre die Wende nicht dazwischen gekommen. Ansonsten sieht dieser Bau zweifelsohne ziemlich modern aus. Das einzige was mich an diesen Entwurf stört, ist, das die Bedeutung eines Dachstuhles völlig belanglos geworden ist. Dabei prägt ein Dach ein Haus ungemein; hätte sich auch zum alten Rathaus ergänzt. In diesem Fall fügt sich das Haus ohne Dach allerdings in seine mahnmalerische Umgebung.

Jürgen Bürger 18.10.2014 - 12:00:18

Baukosten Rathaus Bernau

Die Baukosten werden mit 10 Millionen Euro angegeben, man kann nur hoffen, dass es zu Schluss nicht mehr als 20 Mille werden und deshalb Gebühren und Steuern für die Bürger erhöhen muss und dass man nach Fertigstellung feststellt, viel zu klein, denn nach der nunmehr festgeschriebenen Kreisgebietsreform (Koalitionspapier Landtag) kommt eine weitere regionale Gebietsreform. Es steht nur noch nicht abschließend fest, ob Bernau zu Panketal kommt oder umgedreht, übrigens ist auch Werneuchen in Gespräch. Man nimmt sich also ein Beispiel an der Landespolitik zum BER-Flughafen, dies kann also nicht schädlich werden. Da hat Valli recht.

Jürgen Bürger 18.10.2014 - 11:19:40

Entwurf Rathaus führt beim Bau zu erneuten Verkehrschaos

Liebe Frau Kerski Sie haben offensichtlich den Inhalt des 1. Diskussionsbeitrages von Vallis nicht verstanden. Er äußert sich nicht zu den Arbeitsbedingungen, sondern zur Architektur. Ich schließ mich zwar Vallis Meinung nicht immer an, aber hier jedoch. Das Ding ist äußerlich einfallslos und hat keinen Wiedererkennungswert, da es mittlerweile nur gewöhnlich ist. Es ist nicht markant und könnte an jeder beliebigen Straßenecke stehen, mal mit 2 Etagen mehr oder mal mit einer weniger, da hat Vallis Recht. Der typische Kleinstadt-Charakter wird durch die Höhe zusätzlich zerstört, es ist ein Stielbruch, weil unsere Vorfahren die Stadt vor wenigen Jahrzehnten so gestalteten , dass die neuen Häuser die historisch Stadtmauer nicht überragten und zur Stadt-Mitte aber harmonisch wuchsen, jedoch die vorhanden alten historischen Gebäudehöhen nicht überschritten wurden. Den Entwurf sehe ich deshalb als Gigantismus an. Durch die überragende Höhe des Rathauses wird symbolisiert, dass die Verwaltung weit über den Bürgern steht, so wie beim Symbol Kirchenbau. Architektur ist nun mal Spiegelbild der Realität. Es ist richtig, dass man die“ Schießscharten-Architektur“ in jeder größeren Stadt schon seit Jahren praktiziert, jedoch für Bernau relativ neu, wenn man von den letzten neuen modernisierten Plattenbauten-Fassaden der Innenstadt mit den schmucklosen Fensterlöschern absieht. Jedoch bietet der Entwurf die Möglichkeit, die Wappenuhr kostengünstig auf das Dach zusetzen. Dies wäre dann ein markantes Wiedererkennungsmerkmal. Die Menschen könnten beeindrucken und ehrfürchtig in die Höhe sehen oder sie von allen Seiten der Stadt weiten sehen können. Dazu müsste man sie nur drehbar machen. Der Vorteil: Die Wappenuhr wäre noch höher und der Weltrekord wäre dann noch schwerer einzustellen. Außerdem hätte Bernau die Größte und zudem Drehbare, schwer für die Chinesen dies zu kopieren…

Dr. Frank Valentin 18.10.2014 - 10:48:41

Liebe Frau Kerski,

nun hat der Focus sicher nicht immer recht - allerdings decken sich die Fakten in dem erwähnten Artikel über Berliner Architektur mit meinem Eindruck. Natürlich waren Sie in einer anderen Ecke Berlins, vielleicht im Regierungsviertel? Sicherlich bilde ich mir auch nicht nur ein, dass ein wesentlicher Anteil der Mittel des Solidarpaktes Ost eben nicht in die Erneuerung der Infrastruktur, sondern in den Aufbau von Verwaltungspalästen gegangen ist. Entsprechende Fakten kann man sich in Eberswalde ansehen - das Paul-Wunderlich-Haus wird nach einer erneuten Kreisreform wahrscheinlich leer stehen - oder einfach googeln. Wahrscheinlich ist es von mir auch vermessen, im Zuge der notwendigen Verwaltungsreformen die Forderung aufzustellen, über Heimarbeit oder Telearbeitsplätze für Verwaltungsmitarbeiter nachzudenken. Das gibt es übrigens alles schon. Wo Sie die Meinung her haben, ich hätte die Arbeit der Mitarbeiter in der Verwaltung verrisssen, weiß ich nicht. Meine Kritik richtet sich immer nur an die großartigen Häuptlinge. Natürlich will ich Ihnen auch nicht meinen Geschmack aufdrängen.Sie dürfen nach wie vor alles schön finden, was in Bernau so zusammen gemurkst wird. Auch den Bahnhofsvorplatz oder das Mühlentor und die wahrscheinlich unheimlich wichtige Wappenuhr, den gepalnten Brunnen oder die Altanschließerbeiträge. Aber vielleicht gestehen Sie mir ja auch einen eigenen ästhetischen Anspruch zu? Ich finde diese neue Kaserne furchtbar. Und da Sie von "Meckern" anstatt von Kritik sprechen: In welchen Ausschüssen der Bernauer Stadtverordnetenversammlung haben Sie nochmal in den vergangenen 6 Jahren mitgearbeitet? Haben wir uns da irgendwo getroffen? Und wo arbeiten Sie jetzt mit? Ich bin übrigens seit zwei Jahren in einem Ausschuss der IHK tätig und kümmere mich um die steuerlichen Probleme kleiner und mittelständischer Firmen. Ganz "nebenbei" verdiene ich auch noch die Steuern, die überall gebraucht werden, auch für die neue Kaserne am Markt. (Deshalb denke ich auch, dass ich da mitreden müsste) Und pflege meine 85jährige Mutter, die die beschriebenen Probleme mit ihrem Rollator hat. Nicht als einzige Rentnerin in Schönow übrigens. Zu weiteren Problemen in den Ortsteilen: Haben SIe mal mit den Menschen dort gesprochen? Mit der Mitbürgerin, die sich neulich auf dem Bauschutt bei einem Sturz das Ellenbogengelenk ausgekugelt hat, seit Wochen unter Schmerzen leidet und jetzt operiert werden muss? Nur weil ein Spezialist im Bernauer Rathaus unbedingt diesen Schutt auf die Sandstraßen kippen lassen musste? Haben Sie mal nach 2 Wochen Trockenheit in einer Staubwolke gestanden, die in der afghanischen Wüste nicht schlimmer sein kann? Schon mal was von Silikose gehört? Selbst die gepflasterten Fusswege sind eine Katastrophe. Wissen Sie , wenn Sie schon meinen, mich unbedingt abqualifizieren zu müssen, sollten Sie wenigstens wissen, worüber Sie reden. Schönes Wochenende.

Günter 17.10.2014 - 18:26:05

Hier gibt es einen alten Entwurf

http://www.studioinges.de/#!069info/c1zb3 Damals durchgefallen ?

Angela Kerski 17.10.2014 - 17:21:00

Sehr geehrter Herr Dr. Valentin

Als Bernauer Bürgerin habe ich mit Verwunderung Ihre Meinungsäußerung zum Bernauer Rathausneubau gelesen. Ich weiß nicht, wann Sie das letzte Mal in Berlin waren und nur Schießscharten und Einheitsfarben gesehen haben wollen. Mein Eindruck ist ein ganz anderer. Und was den Rathausneubau betrifft. Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, dass ein neues Rathaus, das mit Sicherheit nicht mit Gold verziert sein wird, ein Aushängeschild für Bürgernähe, Bürgerfreundlichkeit und eine moderne Verwaltungsarbeit sein könnte? Nicht zu vergessen, ein funktionaler Arbeitsplatz für alle Rathausmitarbeiter, denen all diese Dinge in ihrer täglichen Arbeit für den Bürger wichtig sind. Als Bürgerin hatte auch ich in der Vergangenheit mehrfach Angelegenheiten im Rathaus zu erledigen. Und wer mit offenen Augen Dinge wahrnimmt, dem kann kaum entgangen sein, dass die Platzkapazitäten sehr beengt sind. Wichtig an der Stelle ist zu erwähnen, dass ich immer freundlich und fachkompetent beraten wurde. Und dass auch an sogenannten Nichtsprechtagen per Telefon. Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich nicht streiten, aber ich finde den Entwurf des neuen Rathauses einfach schön. Funktionell, schlicht, passend zur Umgebung und ein "Hingucker" für alle, die in dieser Stadt leben. Immer nur meckern, ist mit Sicherheit kein Beitrag. Und was die von Ihnen angeführten Probleme in den Ortsteilen betrifft, ist auch das für mich in der Gesamtheit nicht nachvollziehbar und lässt sich im Einzelfall sicher lösen. Vielleicht haben Sie sich ja auch Gedanken darüber gemacht, was Ihr Beitrag dazu sein könnte. Miteinander, nicht gegeneinander!

Dr. Frank Valentin 17.10.2014 - 12:16:33

Verpasste Chance

Der "Focus" schrieb vor etwa einem Jahr über verpasste Chancen bei der Gestaltung weiter Bereiche der Hauptstadt. In der Tat hat man bei den Neubauten in Berlins City nur noch die Auswahl zwischen einem einzigen Gebäudetyp in wechselnden Farben - braun, dunkelbraun, schwarz, etwas heller - mit Schießscharten anstelle von Fenstern. Der helle Typ mit den Schießscharten soll es nun in Bernau sein. Das Ergebnis des zweiten Architekturwettbewerbs unterscheidet sich damit kaum vom ersten. Offensichtlich hat man als Architekturbüro ein derartiges Typenprojekt immer in der Schublade, damit man es unbedarften Provinzlern als Nonplusultra verkaufen kann.Wieder eine Chance für Bernau verpasst, sich als interessantes Flächendenkmal für Architektur des Mittelalters, der Gründerzeit, der DDR-Ära und moderner Architektur darzustellen. Und nur nebenbei: Während die Rentner auf den Matsch- und Staubpisten in den (leider!) angeschlossenen Ortsteilen ihre Rollatoren durch Schlamm, Dreck und Schlaglöcher ziehen, Spaziergänger sich auf dem ausgebrachten Bauschutt, der beschönigenderweise "Recyclingmaterial" genannt wird, die Knochen brechen und Kinder auf dem Schulweg im Staub zu ersticken drohen, wird wohl die nächste Baumaßnahme in der Bernauer Innenstadt (nach unnützem Mühlentor, fürchterlicher Kitschuhr und eigentlich ebenfalls nicht benötigtem Rathausneubau) eine Goldkante an der Rathaustreppe sein. Ach nein, ein Brunnen steht ja noch aus. Alles so schööööön! Bernau hat wirklich keine anderen Sorgen...

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG