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Der Turmbau zu Pfalzheim

Studenten aus Eberswalde lassen sich von Lothar Lankow das Gelände erklären.
Studenten aus Eberswalde lassen sich von Lothar Lankow das Gelände erklären. © Foto: MZV/Schönberg
Christian Schönberg / 22.10.2014, 22:50 Uhr
Pfalzheim (MZV) Die rot-weiße Warnschranke vor der munititonsverseuchten Heide durften sie am Mittwoch übersteigen: 20 Studenten der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) stürmten das verbotene Gelände.

Die Absolventen des Holzkonstruktions-Lehrgangs haben einen Auftrag: Sie wollen die Aussichtsplattform samt übergestülpten Turm entwerfen, der künftig auf dem Sielmannhügel stehen soll und den Besuchern der ab kommendem Jahr zum Teil offenen Heide malerische Ausblicke ermöglicht.

Die Eindrücke vor Ort sollen die letzten Impulse für die Ideen geben. Dozent Dr. Hans Löfflad kennt bereits die Drohnen-Aufnahmen, die der Kreis an dem Ort machen ließ. "Den Studenten haben wir sie noch nicht gezeigt, für sie sind die Eindrücke also auch ganz frisch", sagte er.

Mehr als einen Einblick ins Gelände brachten aber die Hinweise von Lothar Lankow von der Sielmann-Stiftung, die das Areal um den Hügel unter ihre Verantwortung übernommen hat: Er erklärte, was genau passieren soll. Der Sielmann-Hügel, eine prägnante Erhebung in der Heide direkt am Kremserweg zwischen Pfalzheim und Neuglienicke, soll mit Erdreich noch einmal um anderthalb bis zwei Meter in die Höhe wachsen. Darauf soll die Plattform errichtet werden - nocheinmal rund drei Meter höher, aber vor allem für Rollstuhlfahrer erreichbar: "Wir sind eine Modellregion für barrierefreien Tourismus", sagte Dr. Mario Schrumpf, Leiter des Naturparks Stechlin-Ruppiner Land. "Alle Menschen, die aus eigener Kraft unterwegs sind, sollen sich hier gut zurechtfinden." Der Weg zur Plattform soll über eine Art Außenspirale für Rollstuhlfahrer passierbar sein - allerdings nicht für Motorradfahrer. "Da wäre es schön, wenn Sie sich etwas einfallen lassen, dass ihnen den Weg rauf verhindert", so Lankow angesichts von häufigen Fahrten durch die Leere der Heide. Durch Schwellen oder Ähnliches sollte das machbar sein.

Während die Plattform für Rollstuhlfahrer befahren werden kann, würde das für den rund 15 Meter über die Erde reichenden Turm nicht so sein. Denn es fehlt der Stromanschluss für einen Aufzug. Andere Energiegewinnung wäre von wolkenfreiem Himmel abhängig. Doch Schrumpf lobte spontan einen Sonderpreis aus, falls den Studenten die richtige Idee kommen sollte, wie man auch den Turm barrierefrei gestalten könnte. "Dann würden sie ein Modell schaffen, das wirklich genial wäre und für ganz Deutschland Vorbild sein könnte", spornte er den Ingenieur-Nachwuchs an.

Dr. Löfflad hatte auch schon eine Idee: Wasser gebe es genug in der Heide und die Flüssigkeit kann dank ihrer Eigenschaften in Hebelmechanismen wirken. Der Bau eines Modells ist eine besondere Herausforderung, die dadurch angeheizt wird, dass die Schüler das im Wettbewerb machen. Die Gruppe, deren Modell ausgesucht wird, erhält ein Preisgeld. Erste fertige Entwürfe sollen zum Semesterende im Januar vorliegen.

Das Bauwerk soll aus Robinienholz sein, das in der Heide geschlagen wird. Das hat auch mit der Feueranfälligkeit zu tun. In Döberitz, wo die Stiftung bereits Heide pflegt, die einst militärisch genutzt wurde, war ein Turm aufgestellt und von Schurken abgefackelt worden. Jetzt steht da ein Turm aus Metall, berichtete Lankow. Bei Pfalzheim könnte aber Robinienholz deshalb reichen, weil der Baum nicht nur an Ort und Stelle zu schlagen wäre, sondern das Holz auch hart, widerstandsfähig und schwer entzündbar sei.

Das Holzbauwerk könnte bereits zur nächsten Blüte-Saison stehen. Dann soll ja auch der Heideweg zwischen Neuglienicke und Pfalzheim für die Öffentlichkeit befahrbar sein.

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