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Steigende Zahl von Essensteilnehmern auf dem Zepernicker Schulcampus bereitet gravierende Probleme

Schlange stehen vor dem Essen

Olav Schröder / 23.10.2014, 06:45 Uhr
Panketal (MOZ) Die Mensa auf dem Schulcampus in Zepernick platzt aus allen Nähten. Mit der Zunahme der Zahl der Schüler, die Mensa oder Caféteria besuchen, reichen die Räumlichkeiten nicht mehr aus. Elternvertreter fordern eine schnelle Lösung noch vor dem Winter. Dazu gibt es eine Reihe von Vorschlägen.

Mittwoch ist der schlimmste Tag, hieß es im Sozialausschuss, der sich kurzfristig mit der akuten Situation in der Mensa befasste. Dass die eingeforderte schnelle Reaktion erforderlich ist, daran zweifelte niemand. Eine Liste mit Vorschlägen, die von der Verwaltung und zum Teil aus den Reihen der Eltern kommen, hat die neue Panketaler Fachbereichsleiterin Beate Müller bereits in der Sitzung vorgestellt.

Zur Situation gibt es eine Stellungnahme der Gemeindeverwaltung. Die Einschätzung von Elternvertretern und Verwaltung decken sich: An der Essensausgabe bilden sich Schlangen, zeitweise bis hinaus auf den Schulhof, die Tische reichen nicht aus, einzelne Schüler verzichten auf ein Essen, der Garderobenbereich ist zu eng (Unfallgefahr), in Spitzenzeiten ist es laut und unruhig, die Leiter der Grundschule und der Gesamtschule sehen dringenden Handlungsbedarf, benannte Beate Müller die Folgen der Kapazitätsengpässe. Derzeit gebe es 498 Essensteilnehmer aus der Grundschule. Die parallel betriebene Caféteria besuchen laut Schulumfrage "täglich" 70, "oft" 170 und "selten" 260 Gesamtschüler.

Elternvertreter der Grund- und der Gesamtschule bestätigen dies. Es gebe Schüler, die es zeitlich nicht mehr schaffen, ihr Essen einzunehmen. An einem Donnerstag (2. Oktober) haben Eltern beim ersten Essensdurchgang 116, beim zweiten 206 und beim dritten 120 Schüler gezählt. Von den 482 Schülern waren 362 Grundschüler. An einem anderen Tag seien in einer Etappe sogar einmal 250 Schüler gezählt worden.

Nicht nur die Mensa, der gesamte Schulekomplex "platzt aus allen Nähten. Das ist die Folge einer verfehlten Schulpolitik", kritisierte Hendrik Müller (Bündnisgrüne). Bis zu 700 Kinder mit Essen zu versorgen, sei nicht zumutbar, auch wenn dies zeitlich versetzt erfolge.

Die Mensa, die für eine vierzügige Grundschule und eine kleinere Gesamtschule konzipiert worden sei, reiche nicht mehr aus, unterstrich Matthias Horbank (Bündnis Panketal). Es sei bedenklich und nicht im Sinne der Eltern, wenn bei 600 Verträgen nur 450 Kinder essen gehen. Er verwies auf Protokolle von Schule und Hort, denen zufolge es an jedem zweiten Tag in der Mena zu voll sei. Die zusätzlichen Essensteilnehmer führt Matthias Horbank aber auch darauf zurück, dass nach dem Wechsel des Anbieters die Qualität des Essens wesentlich besser und gesünder sei und sich dies herumgesprochen habe.

Die kurz- und langfristigen Lösungsvorschläge nannte Beate Müller:

¦ Verschiebung der Essenszeiten beider Schulen; kurzfristig realisierbar, keine Dauerlösung;

¦ Zweite Essensausgabe statt Caféteria; nicht im Sinne der Gesamtschüler, zwar doppelt so schnelle Essensausgabe, es fehlt aber Platz zum Essen;

¦ Auslagerung der Caféteria in anderes Gebäude; Trennung des Personals nicht wirtschaftlich;

¦ Schaffung eines neuen Raums im Garderobenbereich; kostengünstig;

¦ Erweiterung der geplanten Sporthalle um Mensabereich; vorteilhafte Trennung von Grund- und Gesamtschülern; nur langfristig realisierbar;

¦ Anbau mit Aula an der Mensa; getrennte Mensanutzung, langfristig, kulturelle Nutzung, kostenintensiv;

¦ zusätzliche Essensausgabe in der alten Aula der Grundschule; nur kurzfristig, andere Nutzung vorhanden.

Hubert Hayek (SPD) hat die Grundschulaula bereits vor geraumer Zeit als kurzfristige Alternative vorgeschlagen. Noch gibt es allerdings unterschiedliche Aussagen, ob eine solche Nutzung möglich ist. Sigrun Pilz (CDU) drang darauf, den Anbieter in die Lösungsfindung einzubeziehen. Das Problem habe sich erst verschärft, als die Caféteria mit in die Mensa kam. Außerdem sei eine Entspannung der Raumsituation zu erwarten, wenn die Gesamtschule das WAT-Gebäude wieder nutzen könne.

Von Elternseite wurde unterstrichen, dass eine kurzfristige Übergangslösung für die Grundschüler dringend geboten ist, aber auch die Caféteria mit dem guten und bei vielen Gesamtschülern akzeptierten Angebot erhalten bleiben muss.

Dem Vorschlag von Christel Zillmann (Linke), eine Empfehlung für die Gemeindevertretung auszusprechen, griff der Ausschuss nicht aus. Wie der Ausschussvorsitzende Axel Kruschinski (SPD) sagte, werde es jedoch einen Vorschlag der Verwaltung geben.

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der Zeitungsleser 24.10.2014 - 00:13:44

Inkommpetenz und 2.Klassengesellschaft

Hier erleben wir die klassische Inkompetenz unserer Gemeindeverteter und dessen Verwaltungschef. Die eine Schule in Zepernick wird eher schlecht als Recht für teureres Geld "ertüchtigt" obwohl ein Neubau die bessere Lösung wäre und die Schwanebecker Schule muss als "Baueropfer" herhalten. siehe http://www.moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/1328806 Besonders interessant ist hier u.a. der Kommentar des Ortsvorsteher Herr Grieben !

Querdenker 23.10.2014 - 23:32:27

Die Geister die ich rief.....

Das Chaos ist perfekt, oder liebe SPD und Co. wie sehen Sie das ? Aber ein Glück wir schieben es auf die Verwaltung ab die werden schon richten. Oder stellt doch einfach noch paar Container auf .......

koernchen1975 23.10.2014 - 15:58:07

Wie jetzt Mensa zu klein?

Wie kann die Mensa zu klein sein? Ich habe hier vor kurzem gelesen, dass laut Statistik mehr ältere Menschen nach Panketal ziehen! Kommen die Rentner vom Eichenhof etwa auch in die Mensa? Was ist los in Panketal? Wer fälscht die Statistiken im Einwohnermeldeamt? Oder reagieren die Eltern am Ende über? Sind Ihre Kinder etwa nur unerzogen und können sich nicht gesittet benehmen, dass es zu so einem Chaos kommt. Oder sind am Ende die Küchenkräfte zu langsam? Politiker aus Panketal Eure Schulbaupolitik und Eure Ignoranz ist nicht zum aushalten! Ich bin froh das ich das seit einem halben Jahr nur aus der Ferne beobachten muss! Gruß nach Panketal und ganz viel Mitleid an alle Eltern die Ihre

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