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Solarpark soll Feld ökologisch aufwerten

DSTEINKRAUS / 30.03.2010, 07:52 Uhr
Neuhardenberg Trotz angekündigter Reduzierung der Förderung von Solarstrom hält die Altus AG mit Sitz in Karlsruhe an ihrem Vorhaben fest, bei Gottesgabe einen 144 Hektar großen Solarpark zu errichten. Die Gemeindevertretung stimmte geschlossen mehreren Planungsdokumenten zu. Sie gehen jetzt in die öffentlich e Beteiligung .

12 000 Vier-Personen-Haushalte können künftig mit dem Solarstrom der Gottesgabener Photovoltaik-Anlage mit Strom versorgt werden. 31 500 Tonnen Kohlendioxid würden jährlich eingespart werden, warb Planer Joachim Reinhardt für das Vorhaben. Er erläuterte ausführlich die einzelnen Planungsdokumente und informierte, wie Hinweise bearbeitet und berücksichtigt wurden. So sei die Frage nach Alternativstandorten im Ort aufgeworfen worden. Die gebe es wegen der notwendigen Flächengröße nicht, so Reinhardt. Auch die ehemaligen militärischen Liegenschaften stünden nicht zur Verfügung, da der Flugplatzbetreiber andere Pläne habe. In den Randbereichen wären Solarmodule nicht möglich, da der Wald zu großen Schatten werfen würde.

Reinhardt informierte, dass das betroffene Landwirtschaftsunternehmen das Vorhaben unterstützt. Im Durchschnitt gebe es im Gebiet eine Ackerbodenzahl von 20 Punkten. Das sei nicht rentabel, die Fläche damit für die Landwirtschaft entbehrlich. Der Landwirtschaftsbetrieb tritt etwa acht Prozent seiner bisherigen Fläche ab.

Die Anlage selbst soll aus den typischen Solarmodulen, die mit einer Neigung von 25 Grad aufgestellt werden, bestehen. Bebaut werden soll die gesamte Fläche, womit auch der Weg - der allerdings nie öffentlich gewidmet war - künftig wegfällt. Das Gebiet wird eingezäunt. 30 Prozent der Fläche werden mit Modulen bestückt.

Hans-Hermann Kain (Altfriedland) befürchtete eine zu große Verspiegelung. Joachim Reinhardt sah diese Sorge als unbegründet. Bis zur nächsten Wohnbebauung seien es mehr als 100 Meter. "Um das gesamte Gelände wird ein Grünstreifen angelegt, nahe zum Wohngebiet sogar ein extra breites grünes Band von mehr als 20 Metern", so der Planer. Nach Vorlage des Umweltberichtes zeige sich, dass die Fläche durch die Bepflanzung und Begrünung ökologisch aufgewertet wird. Geplant seien neben Hecken auch Obstgehölze als Angebot für Tiere. Die Untersuchungen hätten ergeben, dass Tiere in ihrem Lebensraum nicht beeinträchtig würden. Für Kleintiere wird eine Bodenfreiheit von zehn Zentimetern gesichert.

Bauausschussvorsitzender Friedhelm Johst zeigte sich zufrieden mit der Einarbeitung diverser Hinweise in die Planung. Der Ausschuss habe empfohlen, die Vorhaben zu befürworten. Bürgermeister Mario Eska verwies auf den hohen moralischen Wert. Der Solarpark sei eine akzeptable Alternative zur geplanten CO 2 -Speicherung, die gerade auch dieses Territorium betreffen würde. Er könne sich sogar vorstellen, dass es an der Anlage einen touristischen Aussichtspunkt gibt.

Jörg Uebel von der Altus AG sicherte zu, dass der Betreiber seinen Sitz in Neuhardenberg nimmt und damit Steuereinnahmen vor Ort bleiben. Das habe man der Amtsdirektorin schon schriftlich zugesichert. Die Abgeordneten stimmten für alle Dokumente, die jetzt an die Träger öffentlicher Belange gehen. Noch 2010 soll gebaut werden.

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