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Die Protzener machen Ernst

Judith Melzer-Voigt / 23.10.2014, 19:20 Uhr
Protzen (MZV) Beim ersten Treffen war es nur eine Idee, doch nun steigern die Protzener ihr Tempo beim Kampf gegen neue Windräder. Am kommenden Mittwoch, 29. Oktober, wird sich eine Bürgerinitiative im Dorf gründen.

Darüber informierte Dieter Sarnow (Linke) in dieser Woche. Sarnow ist Fehrbelliner Gemeindevertreter, lebt selbst in Protzen und ist Gegner von neuen Windrädern vor seiner Haustür. Hintergrund des Protestes im Dorf, den noch viele andere mit Sarnow teilen, ist, dass ein Windkraft-Eignungsgebiet zwischen Protzen und Stöffin ausgewiesen werden könnte. Die Regionale Planungsgemeinschaft hat dem aktuellen Entwurf des Regionalplans, in dem diese Areale aufgezeigt werden, zwar noch nicht zugestimmt. Doch schon Anfang 2015 könnte es soweit sein.

Am 9. Oktober hatte es eine Einwohnerversammlung in Protzen gegeben. Dabei haben viele ihren Willen bekundet, eine Bürgerinitiative (BI) ins Leben zu rufen. Nun habe sich am Dienstagabend der "harte Kern" der Aktiven gegen weitere Windräder in der Region getroffen, erklärte Sarnow. Ziel war es, konkrete Vorhaben festzulegen. Dabei wurde auch beschlossen, am Mittwoch um 19 Uhr im Protzener Gutshaus eine BI zu gründen.

Nicht nur das Datum steht fest, auch Protestaktionen wurden beraten. So ist ein Schreiben an die Fehrbelliner Gemeindevertretung geplant. Darin soll laut Sarnow um finanzielle Mittel gebeten werden. Mit dem Geld könnte ein ökologisches Gutachten angefertigt werden. So wollen die Protzener weitere Argumente sammeln, um ein Windkraft-Eignungsgebiet zu verhindern.

Außerdem werden Plakate und Aufkleber auf die Aktionen der BI hinweisen. Sie sollen in der Umgebung aufgehängt werden, ähnlich wie es auch schon die Mitglieder der Temnitzer BI machen. Diese werben derzeit mit großen Bannern für ihr Anliegen.

Sarnow will auch die Kontakte zur Unteren Naturschutzbehörde und zum Modellsportverein Neuruppin intensivieren. In Letzteren werden große Hoffnungen gelegt, denn der Verein betreibt eine Fluganlage zwischen Protzen und Stöffin. Diese ist mit einer Dauergenehmigung ausgestattet. In einer Höhe von 450 Metern über dem Gelände darf nichts in den Luftraum hineinragen, auch keine Rotorblätter von Windrädern.

Wichtig ist den Protzenern, die umliegenden Dörfer in ihren Kampf miteinzubeziehen. Vor allem auf Walchow, Manker und Stöffin liegt dabei der Fokus.

Noch nicht ganz einig sind die Mitstreiter aber, was den Namen der neuen Bürgerinitiative angeht. "Der soll dann am Mittwoch noch gemeinsam festgelegt werden", sagte Dieter Sarnow. Gleiches gilt für die Postenbesetzung innerhalb der BI.

Nähere Infos gibt es bei Dieter Sarnow unter DieterSarnow@web.de

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