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Projekt will Offene Technologie-Labore in Brandenburg einführen / Oderberger Infoabend stößt auf Interesse

Ein Freiraum namens "Otelo"

Christoff Gäbler holt sich Inspiration aus einem Faltplan der österreichischen "Otelo"-Variante.
Christoff Gäbler holt sich Inspiration aus einem Faltplan der österreichischen "Otelo"-Variante. © Foto: Sören Tetzlaff
Simon Rayß / 27.10.2014, 07:50 Uhr
Oderberg/Eberswalde (MOZ) In Österreich sind sie bereits weit verbreitet: Offene Technologie-Labore. Die Idee schwappt nun nach Deutschland. Auch der Barnim soll ein vergleichbares Kulturzentrum bekommen. Am Sonnabend hat der Projektleiter in Oderberg über die Fortschritte informiert.

Klingt nicht schlecht: Ein öffentlicher Raum, in dem die Bürger sich ausprobieren können. In dem sie sich treffen, austauschen, Kurse besuchen und selbst anbieten können. Schreinern, fotografieren, kochen - alles, wonach ihnen der Sinn steht. Und das Beste: keine Vereinsbindung, keine Mitgliedsgebühr, ganz ohne jeden Druck. Schließlich übernimmt die Stadt die Miete, die Nebenkosten, die Betriebskosten und stellt schnelles Internet zur Verfügung.

Klingt utopisch? Ist aber Realität. Zumindest in Österreich, wo sich ein Netzwerk von zehn dieser sogenannten Offenen Technologie-Labore, kurz "Otelo", über die Alpenrepublik verteilt. "Die fördern nicht nur die Interaktion im Ort, sondern wirken auch ortsübergreifend", erklärt Christoff Gäbler.

Gäbler leitet ein Projekt, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, solche Räume für öffentliche Kreativität auch in Deutschland zu etablieren. Im Barnim, in Märkisch-Oderland und der Uckermark soll der Anfang gemacht werden. Eberswalde ist Kandidat für den ersten Standort. Schon seit einigen Monaten ist ein Gebäude an der Bahnhofsbrücke der heißeste Kandidat. Seine Adresse: Kupferhammerweg 1.

"Das Gebäude ist gut geeignet", sagt Gäbler, der vor sieben Jahren zum Studium nach Eberswalde gekommen ist. "Früher war dort eine Tagesstätte der Volkssolidarität drin. Es gehört der Stadt, ist zentral gelegen und nutzbar." Gleich fünf Eberswalder Initiativen haben sich zusammengetan, um mit dem "Kupferhammer 1" eine eigene Variante des kreativen Freiraums entstehen zu lassen: die Arbeitsgemeinschaft für Landschaftspflege, Naturschutz, Umweltbildung und Stadtökologie, kurz Alnus, die Freiraum-Initiative, der Hebewerk-Verein, der Tauschring und wandelBar.

Christoff Gäbler ist überaus umtriebig: Mitglied beim Hebewerk und bei wandelBar, hat er das überlokale "Otelo"-Projekt wiederum beim uckermärkischen Regionalverbund angesiedelt. Es ist auf 14 Monate angelegt und läuft im März 2015 aus. Danach bleibt Gäbler, selbst gebürtiger Thüringer, in den Initiativen aktiv. "Ich hoffe, dass bis dahin eine Basis gelegt ist für die weitere Arbeit", formuliert der 31-Jährige sein Anliegen.

Damit das geschieht, reist Christoph Gäbler durch Brandenburg. Er moderiert Info-Veranstaltungen im uckermärkischen Brüssow, Schwedt, Prenzlau, Lychen, in Märkisch-Oderland in Letschin und Golzow. Am Sonnabend ist er in Oderberg gewesen. Und mit ihm 20 Interessierte. Auch Mitglieder des Vereins Perspektive Oderberg sind ins gut gefüllte Café Hier & Jetzt gekommen. In ihnen hat Gäbler den lokalen Ansprechpartner mit Interesse an den "Otelo" gefunden, auf den er gehofft hatte. Initiator und Verein wollen die Kooperation vertiefen.

Erste Hürden sind also genommen, auch in Eberswalde. Auf den Webseiten von vier der fünf beteiligten Initiativen ist mittlerweile ein Konzept für den "Kupferhammer 1" zu finden. 32 Seiten stark. "Jetzt heißt es Klinkenputzen", sagt Gäbler, "bei Fraktionen und Ausschüssen." Das erste Echo sei verhalten positiv. "Aber das Vorhaben ist eben auch sehr speziell."

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