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Grundschüler gehen in eine Kinder-Vorlesung / Interesse für technische Studiengänge soll geweckt werden

Zaubertricks aus der Physik

Scheinbar haben Toni und Felix (v. l.) Superkräfte. Als Melanie (2. v. r.) und Mick (r.) das lange Eisenrohr loslassen, bleibt es in der Luft stehen. Melanie und Mick war es bei dem gleichen Versuch zuvor, nur andersherum, heruntergekracht.
Scheinbar haben Toni und Felix (v. l.) Superkräfte. Als Melanie (2. v. r.) und Mick (r.) das lange Eisenrohr loslassen, bleibt es in der Luft stehen. Melanie und Mick war es bei dem gleichen Versuch zuvor, nur andersherum, heruntergekracht. © Foto: MOZ/Oliver Voigt
Anna Fastabend / 14.10.2014, 12:00 Uhr
Schwedt (MOZ) Was passiert an einer Universität? Kann Technik Spaß machen? Damit beschäftigen sich rund 80 Mädchen und Jungen aus den Grundschulen in der KinderUni Schwedt. Sie bekommen einen Einblick in das Ingenieurstudium und experimentieren.

Eine Fontäne aus brauner Brause schießt in die Höhe und läuft schäumend an der Plastikflasche herunter. Alles johlt und jubelt - selbst die Lehrer haben auf einmal strahlende Kinderaugen. Die Mädchen in der letzten Reihe stehen auf den Zehenspitzen, um den aus einem Pfefferminzbonbon und einer Pepsiflasche gebauten Springbrunnen besser sehen zu können. Dann dürfen sie noch einen basteln - dieses Mal sogar mit drei Mentos. Da geht der Strahl so richtig in die Luft.

Der Zauberer -Pardon - Physiker ist Frank Pinno von der Fachhochschule Brandenburg. Mit allerlei erstaunlichen Experimenten versucht er den anwesenden Dritt- und Viertklässlern bei der vierten KinderUni in Schwedt sein Fach näher zu bringen. Das Projekt wird von der Stadt, der Bürgerstiftung und dem Lions Hilfswerk unterstützt.

Mit der spannenden Vermittlung von trockenen Stoffen hat auch Lehrerin Kirstin Peter Erfahrung. Sie ist am Freitag mit 25 technisch interessierten Kindern der Astrid-Lindgren-Schule zur Vorlesung gekommen. An ihrer Schule ist sie die erste, die den Kindern Wissenswertes aus der Welt der Physik vermittelt. "Ich bin dafür da, das Interesse der Schüler zu wecken", sagt sie, und verrät, dass sie zu diesem Zweck in die gleiche Trickkiste greift wie Physiker Pinno.

"Mädchen lassen sich genau- so für technische Berufe begeistern wie Jungs", weiß Lehrerin Peter. Sie beobachte aber, dass das Interesse oft dann zurückgeht, wenn Eltern ihren Kindern von den eigenen schlechten Erfahrungen mit Naturwissenschaften berichten.

Dass der Ingenieur keine Männerdomäne ist, lernen die Kinder in der halben Stunde zuvor. Professorin Katharina Löwe, ebenfalls von der Fachhochschule, fragt erst einmal, was Ingenieure eigentlich machen. Viele Finger zeigen in die Luft. "Pläne entwerfen, experimentieren", zählen die Kinder auf. Und lernen, dass: "Kein Ding ohne Ing. existiert." Denn Ingenieure entwickeln Maschinen und steuern sie, so die Professorin. Diese wiederum stellen eine Vielzahl der uns umgebenden Sachen her - vom Gummibärchen bis zur Seife. Wie bei der "Sendung mit der Maus" erklärt die habilitierte Ingenieurin den Mädchen und Jungen komplizierte Vorgänge einfach und einleuchtend.

So sind sie im Nu bei der Gewinnung von Energie angelangt. Einige Kinder bringen da bereits ein erstaunliches Vorwissen mit. Bei der Frage, warum Energiegewinnung auch schädlich für die Umwelt sein kann, sagt ein Mädchen: "Kraftwerke zerstören das Universum." Ein Junge: "Die ausgestoßenen giftigen Gase sind schädlich für uns." Die Professorin erklärt nicht nur, wie ein Kohlekraftwerk funktioniert, sondern auch die Funktionsweise von Wind- und Solarkraft. Und schult damit zugleich das Umweltbewusstsein der Generation von morgen.

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