Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Panketaler Gemeindevertreter geben Entwurfsplanung ihren Segen und befürworten mechanische Lüftung

Limitierter Schulergänzungsbau

Sabine Rakitin / 31.10.2014, 08:00 Uhr - Aktualisiert 03.11.2014, 15:45
Panketal (MOZ) Die Panketaler Gemeindevertreter haben die Entwurfsplanung zum Erweiterungsbau für die Zepernicker Grundschule bestätigt. Dabei gab es um die Gestaltung des zweistöckigen Gebäudes keine Diskussion. Hitzige Wortgefechte löste indes die Frage aus, wie das neue Schulhaus belüftet werden soll.

Architekt Detert Renner hat hin und her gerechnet. Fünf Millionen Euro sind ihm von der Gemeinde Panketal als Limit für den Zepernicker Schulergänzungsbau gesetzt worden. Am Ende legt er einen Entwurf vor, der für das Projekt Gesamtkosten von 4,905 Millionen Euro ausweist. Zusätzlich sollen die Gemeindevertreter aber entscheiden, ob ihnen eine "mechanisch unterstützte" Lüftung der Klassenzimmer (Kosten: 105000 Euro) reicht und ob sie eine Ziegelfassade für zusätzliche 35000 Euro wünschen. Damit würde das gesetzte Limit allerdings um 45000 Euro überschritten.

Doch für Olaf Mangold (SPD) ist das keine Frage. Im Gegenteil: Eine "mechanisch unterstützte" Lüftung, die nichts anderes ist, als dass die Fenster bei Öffnung eine Art Ventialor auf dem Dach in Gang setzen, der für den Luftaustausch in den Klassenzimmern sorgt, ist ihm nicht gut genug. Er plädiert für eine Variantenuntersuchung zur kontrollierten Be- und Entlüftung des Gebäudes. "Diese Variante, bei der mittels Wärmetauscher ein bedarfsgerechtes Luftmanagement mit hohem Wirkungsgrad Verwendung findet, hätte den Vorteil, jederzeit gute Luft auch ohne den üblichen Wärmeverlust beim Lüften durch Fensteröffnung zu erzeugen", argumentiert er in der Gemeindevertretersitzung. "Auch den anhaltend hohen sommerlichen Temperaturen könnte ein solches System wirksam begegnen", ist Mangold überzeugt. Die vorgeschlagene Lüftung hält er für unmodern und nicht auf die Zukunft gerichtet. Er hat sich im Vorfeld der Sitzung schlau gemacht und erzählt von einem Beispiel aus Frankfurt am Main. Dort sei ein Schulgebäude mit einer Wärmerückgewinnungsheizung ausgestattet worden. Die sei zwar teurer, aber letztlich würden die Mehrkosten später durch die eingesparten Betriebskosten wieder reingeholt, sagt der Sozialdemokrat.

Architekt Renner und sein Haustechniker können sich ebenfalls andere Lösungen für den Zepernicker Schulergänzungsbau vorstellen. Allein: "Wir hatten hier fünf Millionen Euro zur Verfügung und wir haben versucht, das Projekt schlank zu halten", sagt der Architekt. Und sein Haustechniker schickt hinterher: "Das Thema Passivhaus war hier nicht unsere Aufgabe".

"Hier geht's offenbar nicht um die Qualität, sondern ums Geld", bemerkt der Linke Jürgen Schneider. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir einer Variante zustimmen, die das Fenster als Lüftung betrachtet", sagt er - und verfällt damit einem Irrtum. Denn der von Olaf Mangold geforderte Variantenvergleich mit Kostenprüfungen wird durch ein Patt bei der Abstimmung - bei acht Enthaltungen votieren neun Gemeindevertreter dafür und neun dagegen - abgelehnt. Und als die Direktorin der Grundschule, die die Debatte im Zuhörerraum verfolgt, auf Nachfrage bestätigt, dass die Lehrer mit einer mechanisch unterstützten Lüftung durchaus zufrieden wären, sind die Messen gesungen. Die Mehrheit der Gemeindevertreter gibt der Entwurfsplanung für das neue Schulgebäude samt mechanisch unterstützter Lüftung und Ziegelfassade ihre Zustimmung. Der Bündnisgrüne André Stahlberg, bekanntermaßen Befürworter einer dritten Grundschule in Panketal, stellt fest: "Hier wird der Öffentlichkeit immer noch vorgegaukelt, der Schulergänzungsbau sei für fünf Millionen Euro zu haben..."

Es ist der Vorsitzende des Sozialausschusses, Axel Kruschinski (SPD), der zum Schluss fragt, wann der Bau denn nun los gehe. Bürgermeister Rainer Fornell muss passen. Der Architekt aber weiß es. Wenn alles planmäßig weitergehe, werde im Juni 2015 Baubeginn sein. Fertigstellungstermin ist der 26. August 2016.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.
Lutz Grieben 01.11.2014 - 21:43:09

Weil sie uns lieb und teuer sind

Nun steht also jetzt schon fest, dass die 5-Millionen- Grenze nicht eingehalten wird und das bevor überhaupt der Bau beginnt und die irgendwie üblichen Nachaufträge bei öffentlichen Bauten gekommen sind. Aber sei es drum, es geht um Schulkinder und diese sind der Panketetaler Gemeindevertretung lieb und teuer. Aber ganz offensichtlich wohl nicht alle Schulkinder. Es scheint wohl darauf anzukommen, wo sie, d.h. in welchem Ortsteil sie zur Schule gehen. Wenn sie nämlich in Schwanebeck zur Schule gehen, dann sind sie der Gemeindevertretung selbstredend auch lieb aber eben nicht teuer, soll heißen die Schwanebecker Schule ist zu teuer und soll (ohne einen Cent dafür zu bekommen an den Landkreis übergeben werden), obwohl sie nicht verklinkert ist und nur durch die Fenster belüftet werden kann. Da ist nicht einmal das Geld für die seit langem aufgeschobene Sanierung des Oberschulgebäudes vorhanden, nicht einmal für den seit Jahren geforderten zweiten Rettungsweg. Die Kosten hierfür betragen nur ein Minimum dessen, was jetzt die Budgetüberschreitung am Zepernicker Ergänzungsbau (theoretisch) betragen soll. L.Grieben Ortsversteher Schwanebeck

Mutter 31.10.2014 - 12:11:54

Inklusion bedacht? - keine Waschbecken?

Guten Tag, haben sich die Gemeindevertreter denn einmal die Grundrisse genauer angeschaut? Vor lauter "Lüftungsdiskussion" und Ziegelfassade sind anscheinend die grundlegenden Dinge nicht genauer betrachtet worden. Da sind 15 Klassenzimmer, zusammen immer drei Klassenräume, zwei Gruppenräume und ein Lernflur als Einheit gebildet und enthalten nicht ein einziges Waschbecken? Auch wenn die Schulleiterin sehr im EDV Bereich motiviert scheint, darf es doch nicht sein das Sie so etwas übersieht? Von notwendigen Räumen die für die Umsetzung der Inklusion notwendig sind, mal ganz abgesehen. Stellen Sie sich doch alle einmal so ein Lernbereich vor, da sind dann auch bei kleinen Klassenstärken von a´ 23 Kindern in Summe fast 70 Kinder in diesem Bereich. Da wird auch mal "geklecket" oder einem Kind ist schlecht. Da wäre wenigstens ein Waschbecken notwendig. In der alten Schule ist in fast jedem Raum ein Waschbecken, so etwas gehört einfach dazu. Viele Grüße von einer zukünftig "betroffenen" Mutter

Terpentin 31.10.2014 - 09:20:22

Liebe Frau Rasputin

...ist André Stahlberg ein neues Licht am politischen Horizont Panketals? Wenn Sie allerdings Stefan Stahlbaum und André Stahl hier vermengen ist das schon schwach.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2020 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG