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Vattenfall-Mitarbeiter bangen um ihre Jobs

Die dampfenden Kühltürme des Braunkohlekraftwerkes der Vattenfall AG in Jänschwalde (Brandenburg).
Die dampfenden Kühltürme des Braunkohlekraftwerkes der Vattenfall AG in Jänschwalde (Brandenburg). © Foto: dpa
dpa / 03.11.2014, 17:50 Uhr
Cottbus (dpa) Tausende Vattenfall-Mitarbeiter müssen um ihre Zukunft bangen, weil der Energiekonzern seine Gruben und Kraftwerke in der Lausitz loswerden will. Der Betriebsrat stellt jetzt Forderungen. Und die Gewerkschaft macht sich bundesweit für die Kohle stark.

Cottbus/Leverkusen (dpa) - Nach den jüngst bekanntgemachten Verkaufsplänen der Vattenfall-Braunkohlesparte fordert der Betriebsrat den Erhalt der Tarifverträge für Tausende Mitarbeiter. "Wir wollen auf Konzernebene eine Sicherungsvereinbarung", sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende der Vattenfall Europe Mining AG, Rüdiger Siebers, am Montag in Cottbus. Er äußerte sich am Rande einer Konferenz der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE). Sowohl Vattenfall als auch der mögliche Käufer, der noch nicht feststehe, müssten sich für die Tarifverträge verbürgen. Zudem dürfe es keine betriebsbedingten Kündigungen geben.

Zu der IG BCE-Konferenz zog es nach eigenen Angaben 1000 Beschäftigte in die Cottbuser Vattenfall-Verwaltung. Zur gleichen Zeit gab es auch Gewerkschaftstreffen in Leverkusen und in Böhlen (Landkreis Leipzig). Die IG BCE sprach von insgesamt 7000 Teilnehmern. Unter dem Motto "Nicht an unsere Kohle!" will sich die Gewerkschaft bundesweit verstärkt für bezahlbaren Strom und gute Arbeitsplätze in der Kohle-Industrie stark machen. In einer per Video übertragenen Rede aus Leverkusen forderte Gewerkschaftschef Michael Vassiliadis "eine Energiewende ohne Arbeitsplatzrisiko und Preistreiberei".

Am Donnerstag hatte der schwedische Staatskonzern angekündigt, eine neue Eigentümerstruktur seiner Braunkohlesparte in der Lausitz prüfen zu wollen. Laut Vattenfall arbeiten im zweitgrößten Braunkohlerevier Deutschlands etwa 8000 Menschen. Insgesamt betreibt der Konzern dort fünf Gruben und außerdem Kraftwerke. Bislang hatte Vattenfall vor, drei Tagebaue zu erweitern - sogar ein neues Kraftwerk war im Gespräch. Schwedens neue rot-grüne Regierung verfolgt hingegen einen Kurs, der auf erneuerbare Energien setzt und sich gegen die Braunkohle-Pläne von Vattenfall stemmt.

Dem Unternehmen zufolge gibt es bei dem Prüfungsprozess zum Verkauf der Braunkohlesparte einen Zeitrahmen bis Ende 2015 als Zielvorgabe. Siebers sagte, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Vattenfall GmbH, Tuomo Hatakka, habe am Montag in einem Gespräch in Cottbus gar von sechs bis neun Monaten gesprochen.

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