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In der Schwedter Kleingartenanlage Dahlienhain genießen Gärtner das schöne Herbstwetter und machen ihre Laube winterfest

Blütenzauber vor dem Frost

Gärtner aus Liebe zur Natur: Adolf Zender aus Schwedt hegt und pflegt seinen Schrebergarten seit 35 Jahren.
Gärtner aus Liebe zur Natur: Adolf Zender aus Schwedt hegt und pflegt seinen Schrebergarten seit 35 Jahren. © Foto: MOZ/Oliver Voigt
Anna Fastabend / 04.11.2014, 11:27 Uhr
Schwedt (MOZ) Ein letztes Mal küsst die Sonne die Kleingärten im Dahlienhain. Für die Gärtner ist die Zeit des Abschiednehmens gekommen. Auch Adolf Zender aus Schwedt erledigt in seinem 300 Quadratmeter großen Garten letzte Handgriffe und tankt Licht für die dunkle Jahreszeit.

Dahlienhain: Der Name des Vereins weist schon Richtung Herbst. Die Dahlie ist eine der wenigen Blumenarten, die bis in den Oktober hinein blüht. Hier recken die langstieligen Blumen ihre üppigen Blütenköpfe über fast jeden Gartenzaun. Sie dekorieren die Schrebergartensiedlung mit orangefarbenen, pinken und roten Farbtupfern. Bei den milden Temperaturen am Dienstag genießen viele Gärtner noch einmal den strahlend blauen Himmel und machen ihre Lauben winterfest. Hier und da besuchen sich die Gartenfreunde mit dem Fahrrad, unterhalten sich über den Zaun hinweg und helfen sich mit Werkzeugen aus.

In Adolf Zenders Garten gibt es nicht mehr viel zu tun. Die Erntezeit ist vorbei. Die Pflanzen, die nicht winterfest sind, stehen in Kübeln im Keller unter der Laube. Die Buschrosen im Beet vor der Terrasse tragen noch zarte Knospen. Der 70-Jährige wird sie in den nächsten Tagen zurückschneiden und als Frostschutz Erde um das Wurzelwerk häufen.

Adolf und seine Frau Ingrid Zender waren eine der Ersten, die einen Garten im Dahlienhain pachteten, 1979, kurz nachdem die Kolonie gegründet wurde. Der ehemalige Tischler erledigte alle Holzarbeiten beim Bau der Laube selbst. Das Ehepaar pachtete den Garten, weil es nicht die ganze Zeit in der Wohnung herumsitzen wollte. Zender war in Mecklenburg-Vorpommern auf einem Bauernhof aufgewachsen. Für den Rentner gehört die Beschäftigung mit der Natur zum Leben. Er braucht die frische Luft, das Gärtnern, um sich richtig wohlfühlen zu können.

Von Anfang an hat das Ehepaar in den zwei großen Beeten Obst und Gemüse angebaut. "Zu DDR-Zeiten mussten wir davon immer einen Teil abgeben", erinnert sich Adolf Zender. Dafür gab es dann ein bisschen Geld. Die Ernte war auch in diesem Jahr reich. "Bohnen, Kürbisse Zucchini, Brombeeren, Johannisbeeren und Himbeeren", zählt der Rentner auf. Seine Frau und er haben 80 Kilogramm Kartoffeln aus der Erde geholt. "Bis jetzt sind wir damit immer über den Winter gekommen", sagt Zender. Doch das könnte sich ändern, da seine Frau bald in Rente geht. "Dann kochen wir öfter zu Mittag." Das Ehepaar muss sich über den Winter aber nicht nur von Kartoffeln ernähren. "Wir haben viele Äpfel gelagert, Erdbeeren eingefroren und Pfirsichmarmelade gekocht", erzählt er. Die letzten Tomaten hat Zender noch vergangene Woche aus dem Gewächshaus geholt. Oft hat er mit selbstgepflückten Blumen seine Schwiegermutter glücklich gemacht. "Die Blumen nimmt sie lieber als eine Tafel Schokolade."

Der Rentner denkt gern an die Sommerzeit im Garten zurück. Hier haben sie den Geburtstag seiner Frau gefeiert. An gemütlichen Abenden mit Bekannten auf der Terrasse Karten gespielt oder im Kreis der Familie ein Spanferkel verspeist. Wenn der Schwiegersohn zu Besuch kam, gab es Fisch. Dann fuhr die Familie nach Stolpe und kaufte Forellen ein. "Mein Schwiegersohn kann sie so gut grillen", sagt Adolf Zender. Und auch die zwei Enkelkinder hatten viel Spaß. Im Garten konnten sie toben, schaukeln und in der Feuerschale sogar Stockbrot backen. Auf den neu eingepflanzten Clementinenbaum ist der 70-Jährige besonders stolz. "Die Früchte schmeckten herrlich saftig."

Die Fenster über die Winterzeit blickdicht machen, das möchte Adolf Zender nicht. Wollte jemand einsteigen, sieht er gleich: "Ich habe hier keine Reichtümer gelagert", erklärt er. Wenn die letzten schönen Herbsttage vorbei sind, muss er nur noch abschließen. Und darf sich über den Winter auf die nächste Gartensaison freuen. Im Herbst 2015 werden an den neu eingesetzten Weinreben zum ersten Mal Trauben wachsen.

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