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Die 30- bis 59-Jährigen - Eine Generation in ständiger Veränderung

Mathias Puddig / 04.11.2014, 05:23 Uhr - Aktualisiert 05.11.2014, 13:02
Berlin (MOZ) Die 30- bis 59-Jährigen stehen derzeit mitten im Leben. Sie erziehen Kinder, machen Karriere und sorgen für den Konsum. Wie eine Studie nun zeigt, sind die meisten dieser Generation zufrieden - auch wenn sie mit großen Veränderungen umgehen müssen.

Sie waren dabei, als Postleitzahlen fünfstellig wurden, haben Aufstieg und Fall des Faxgerätes bewusst miterlebt und besuchten die ersten Internetcafés. Wer zwischen 1955 und 1984 geboren wurde, gilt laut Institut Allensbach als "Generation Mitte". Das Institut hat im Auftrag des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) 1245 Frauen und Männer dieses Alters nach Einstellungen, Erwartungen und Ängsten befragt - und ein überraschendes Fazit gezogen. "Die Generation Mitte ist überwiegend mit ihrem Leben zufrieden, sowohl mit der finanziellen als auch mit der beruflichen Situation", sagt Allensbach-Chefin Renate Köcher.

Ganz so einfach ist es jedoch nicht. Denn die Zufriedenheit hängt stark von der wirtschaftlichen Situation ab. Bei sozial Schwachen ist sie deutlich geringer. Ein weiteres großes Aber nennt Renate Köcher: "Die Generation Mitte ist sehr stark von dem Gefühl bestimmt, dass das Veränderungstempo außerordentlich hoch ist", erklärt sie. Viele fürchten sich, nicht mitzukommen.

Vor allem zwei Entwicklungen bereiten der "Generation Mitte" Sorgen: Sieben von zehn Befragten nehmen den digitalen Wandel als eine der stärksten gesellschaftlichen Triebkräfte wahr, fast genauso viele sagen dies über die demografische Entwicklung. So befürchten 90 Prozent der Befragten den Missbrauch persönlicher Daten im Internet, und 77 Prozent sorgen sich vor immer mehr Überwachung. Dennoch nutzen zwei Drittel Kundenkarten, und fast jeder Zweite ist Mitglied von sozialen Netzwerken.

Der digitale Wandel ist also fest im Alltag der "Generation Mitte" verankert und löst zugleich massives Unbehagen aus. "Die überwältigende Mehrheit geht davon aus, dass die Technik im Alltag eine immer größere Rolle spielen wird", sagt Renate Köcher. "Aber nur vier Prozent wünschen sich das."

Eine der möglichen negativen Folgen der Digitalisierung wird in der Studie bereits festgestellt: Sie treibt die Gesellschaft auseinander, untere Schichten werden abgehängt. Während sich für 58 Prozent der höheren Schicht der Arbeitsalltag durch die Digitalisierung gravierend verändert hat, sagen dies nur 38 Prozent der sozial Schwächeren.

Als zweiten Trend haben die Autoren der Studie die demografische Entwicklung ausgemacht. 90 Prozent glauben, dass sich die Veränderungen der Altersstruktur stark oder sehr stark auf das Land auswirkt - aber nur 54 Prozent schätzen, dass auch ihr eigenes Leben betroffen ist.

Es sind zum Teil widersprüchliche Ergebnisse, die die Studie liefert, und genau dies schlägt sich in dem Titel "Zukunftsmacher wider Willen" nieder. Das liegt aber auch an der großen Vielfalt der Befragten. Nicht nur unterschiedliche wirtschaftliche Situationen sorgen für verschiedene Einstellungen, sondern auch die breite Altersspanne. Als 1993 in Deutschland die fünfstelligen Postleitzahlen eingeführt wurden, besuchten die Jüngsten der "Generation Mitte" noch die Grundschule, während die Ältesten schon mitten im Berufsleben standen.

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