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Kita-Sanierung im Blick

Kleine Tischrunde in der Kita "Pusteblume" in Lüdersdorf. Die Kinder haben ihren Spaß - egal, ob das Kita-Gebäude in einem schlechten Zustand ist oder nicht. Die Wriezener Stadtverordneten aber denken über eine Komplettsanierung nach
Kleine Tischrunde in der Kita "Pusteblume" in Lüdersdorf. Die Kinder haben ihren Spaß - egal, ob das Kita-Gebäude in einem schlechten Zustand ist oder nicht. Die Wriezener Stadtverordneten aber denken über eine Komplettsanierung nach © Foto: Inga Dreyer
Inga Dreyer / 08.11.2014, 07:51 Uhr
Lüdersdorf (MOZ) Enge Waschräume, alter Fußboden, zugige Türen: In dieser Woche haben sich die Mitglieder zweier Wriezener Ausschüsse ein Bild vom Zustand der Lüdersdorfer AWO-Kita "Pusteblume" gemacht. Über die Sanierung des Gebäudes wird nun diskutiert.

Wo normalerweise kleine Füße über den Boden trippeln und Spielzeug durch die Flure getragen wird, schoben sich am Montag und Mittwoch dieser Woche erwachsene Menschen mit ernsten Gesichtern durch die Gänge.

Sowohl die Mitglieder des Bau- als auch des Bildungsausschusses wollten mit eigenen Augen sehen, wie es um das Lüdersdorfer Kita-Gebäude bestellt ist. Die Diskussionen über den städtischen Haushalt 2015/2016 haben begonnen. Unter anderem ist in der aktuellen Prioritätenliste der Stadt vorgesehen, im kommenden Jahr 20000 Euro für die Planung der Komplettsanierung des Gebäudes in den Haushalt einzustellen.

Um zu wissen, über was sie diskutieren, wollten sich die Mitglieder der zuständigen Fachausschüsse bei einem Vororttermin informieren. "Ohne es gesehen zu haben, ist es schwierig", erklärte Bauausschussvorsitzender Wolfgang Skor (SPD) bei der Besichtigung am Montag. Wie der Lüdersdorfer Ortsvorsteher Frank Fiedler erklärte, wurde das Kita-Gebäude einst als Wirtschaftsgebäude zum Schloss erbaut. Es kann also auf eine lange Geschichte zurückblicken, steht jedoch nicht unter Denkmalschutz. Dass es seit Ewigkeiten nicht grundlegend saniert wurde, ist an vielen Ecken und Enden spürbar. Unter der Eingangstür pfeift im Winter der Wind durch, die sanitären Anlagen sind für 38 Kinder zur eng. "Wir gehen in Etappen in den Waschraum", erzählt Kita-Leiterin Kathrin Müller. Die Toilette für die Mitarbeiter befindet sich hinter einer Falttür im Sanitärbereich. Privatsphäre gibt es keine.

Weil im Bodenbelag lange Fugen sind, ist die Reinigung schwierig. Die Erzieherinnen haben große Achtung vor der Reinigungskraft, berichtet Kathrin Müller. Denn zum Glänzen bringen könne man dort nichts mehr. Kathrin Müller führt die Ausschussmitglieder durch die Essensraum, den Schlafraum und die Gruppenräume der Großen. Durch eine dünne, schmale Tür geht es in einen Hinterraum der Kita, von wo aus eine Treppe auf den Dachboden führt. Sie könne sich vorstellen, dort einen Schlaf- oder einen Ballettsaal einzurichten, erzählt Kathrin Müller. Das Gebäude sei außerdem komplett unterkellert. "Da ist eine Menge Potential", erklärt sie.

Trotz des sanierungsbedürftigen Zustands merkt man den Erzieherinnen an: Sie mögen das alte Haus mit all seinen Nachteilen. "Wir haben hier eine Menge Herzblut reingesteckt. Das ist unser zweites Zuhause", erklärte die Kita-Leiterin den Besuchern am Mittwoch.

Nicht nur die Ausschussmitglieder, auch ein Mitarbeiter eines Planungsbüros hat sich die Kita angesehen. Er soll sich erst einmal einen Überblick darüber verschaffen, wie teuer eine Komplettsanierung der Kita kosten würde. Dann werde sich herausstellen, wie oft man Lotto spielen müsse, scherzte der Bauausschussvorsitzende Reiko Heinschke. "Eine Kollegin spielt Lotto. Sie hat versprochen, uns was abzugeben von der Million", erklärte Kathrin Müller lachend.

Früher habe man abwarten wollen, ob man die dritte Wriezener Kita überhaupt noch brauche, sagte Reiko Heinschke. Im Moment steht das nicht mehr zur Debatte. Die Plätze sind voll belegt, berichtete Kathrin Müller. Immer wieder müsse sie Eltern absagen. "Ich sage jetzt immer: Wenn Sie etwas vorhaben, dann nicht vor 2016", erklärt sie den lachenden Besuchern. Viele Kinder kämen aus Haselberg und den anderen umliegenden Dörfern. "Die Eltern sind meist unkompliziert", sagt sie. Der Zustand des Hauses sei für sie nicht ausschlaggebend.

In den künftigen Diskussionen wird sich zeigen, was die Stadt auch ohne Lottogewinn für die Kita Lüdersdorf tun kann. Dass die Sanierung teuer wird, scheint sich abzuzeichnen. "Das wird möglicherweise eine ganz schöne Nummer", kommentierte Wolfgang Skor.

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