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Widerstandskämpfer Hans-Alexander von Voß starb in Heinersdorf

Infotafel am 70. Todestag enthüllt

Am Schild: Ursula Seefried und Jane Gersdorf vom Ortsbeirat sowie Wolfgang Funke (Verein Denk-Mal-Kultur, r.) mit Rüdiger von Voß, Sohn des Widerstandskämpfers, am Schloss.
Am Schild: Ursula Seefried und Jane Gersdorf vom Ortsbeirat sowie Wolfgang Funke (Verein Denk-Mal-Kultur, r.) mit Rüdiger von Voß, Sohn des Widerstandskämpfers, am Schloss. © Foto: Cornelia Link
Cornelia Link / 10.11.2014, 06:54 Uhr
Heinersdorf (MOZ) Mehr als 30 Verwandte, Nachfahren sowie Interessierte kamen am Sonnabend zum Herrenhaus in Heinersdorf. Vor dem Eingang wurde eine Infotafel für den Deutschen Widerstandskämpfer Hans-Alexander von Voß enthüllt, der sich auf den Tag genau vor 70 Jahren im Alter von 36 Jahren im Park erschoss.

Dabei verlief die Karriere des 1907 in Berlin geborenen erfolgreich. Als Generalstabsoffizier nahm er an Kriegen gegen Polen und Frankreich teil. Die prägten den frommen Mann, der seit 1936 mit Gisela Stülpnagel, Tochter des General Joachim von Stülpnagel, verheiratet war, nachhaltig. Der dreifache Vater ging ab 1940 in den militärischen Widerstand. Schon 1941 wollte er mit Helfern bei einer Siegesparade ein Pistolen-Attentat auf Adolf Hitler verüben, der kam aber nicht nach Paris. Ebenso fehl schlug der Versuch 1943, Hitler mit einer Bombe in dessen Flugzeug zu töten. Als nach dem 20. Juli 1944 allen Widerstandskämpfern die Verhaftung drohte, nahm sich Hans-Alexander von Voß im Urlaub bei Verwandten der Familie Schulz von Heinersdorf am 8. November 1944 das Leben. Beerdigt ist er in Waldsieversdorf, wo auch ein kleiner Gedenkstein an sein Leben erinnert.

Ortsvorsteherin Jane Gersdorf dankte in ihrer Rede ihrem Vorgänger Steffen Adam, der ein Jahr lang an der Würdigung in Form der faktenreichen Info-Tafel gearbeitet hatte. Dass man in Heinersdorf erst 1994 (750-Jahr-Feier) überhaupt auf den Widerstandskämpfer aufmerksam wurde, merkte Wolfgang Funke (Verein Denk-Mal-Kultur) an. "Die Tafel ist erst der Anfang, es ist auch die Umbenennung eines Straßenteils im Gespräch."

Dass das Thema im Dorf aber auch umstritten ist, zeigte sich an der geringen Resonanz durch Einwohner. Dafür freuten sich neben vielen Verwandten aus den Familien von Stünzner, von Brünneck und Schulz-Wulkow sowie Vertretern des Militärs über die Würdigung besonders Rüdiger von Voß (75). Als Kind mit seinem Vater in Heinersdorf ist er auf der Tafel zu sehen. "Die Tafel ist nicht nur eine Erinnerung an die Vergangenheit, sondern auch gutes Beispiel für die Zukunft, wie Freiheit zu verstehen ist", erklärte der Berliner (75) und wird den Geschwistern Ellen und Hubertus auch von Rundgängen durch Schloss und Kirche berichten.

Hans-Alexander von Voß ist auch Thema beim Besuch der Berliner Gedenkstätte "Deutscher Widerstand", zu dem der Ortsbeirat kostenlos alle Interessierten der Gemeinde mit einer Busfahrt am 24. November einlädt. Anmeldung: 033432 8637.

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Hdf 10.11.2014 - 12:57:45

Und wo waren unsere Vertreter?

Wo waren die restlichen Gemeindevertreter? Wo war die sogenannte Bürgermeisterin? War der Anlass nicht wichtig genug?

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