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Planer legen Konzept für Dauerausstellung im Kloster vor / Umsetzung in mehreren Etappen möglich

"Chorin ist Musik"

Ort der Bühne: Viele Gäste verbinden mit dem Kloster vor allem das Klassikfestival Choriner Musiksommer.
Ort der Bühne: Viele Gäste verbinden mit dem Kloster vor allem das Klassikfestival Choriner Musiksommer. © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Viola Petersson / 13.11.2014, 03:45 Uhr
Chorin (MOZ) Sie ist 50 Seiten stark: die Rahmenkonzeption für Klosters. Ein Planungsbüro hat die Studie im Zuge eines geförderten Projektes erarbeitet und jetzt vorgelegt. Schwerpunkt ist dabei der Aufbau der geplanten Dauerausstellung. Damit soll es denn auch gleich 2015 losgehen.

Susanne Mever und Jörn Brunotte, die beiden Planer, haben ihrer Studie ein Fontane-Zitat vorangestellt. "Wer hier in der Dämmerstunde des Weges kommt und plötzlich zwischen Pappeln hindurch diesen still einsamen Prachtbau halb märchenhaft, halb gespenstisch auftauchen sieht, dem ist das Beste zuteil geworden, das die Trümmer ... ihm bieten können."

Ganz so episch drückt es Meyer nicht aus. Sie beschreibt den Geist des Hauses vor dem Kloster-Werksausschuss schlicht mit den Worten: "Chorin ist Musik." Womit sie natürlich auf den Musiksommer anspielt. Aber den Bogen durchaus noch weiter spannt. Im Fokus stehe dabei das Denkmal, dessen Leitmotiv laut Brandenburgischem Landesamt "Ruine unter Dach" ist. Jede Nutzung folge diesem Credo, diesem Anspruch - ob "Ort der Stille" oder "Ort der Bühne". "Wir vertrauen auf die Ausstrahlung des Denkmals", sind sich Meier und Brunotte einig, "und verzichten bewusst auf die Marke ,Museum'. Auch künftig."

Statt eines Museums ist eine Dauerausstellung konzipiert. Eine Dauerausstellung, die das Auge auf die Anlage selbst als eigentliches Ausstellungsobjekt richtet. Diesen Ansatz, so haben Umfragen ergeben, würden auch die Besucher erwarten. Die Exposition, erklären die Zwei dem Ausschuss, gliedere sich thematisch deshalb in drei Abteilungen: das Kloster und der geistliche Alltag seiner Bewohner (unter dem Titel "Die Liebe zu Gott"); Klosterbau und Klosterwirtschaft ("Die Liebe zur Perfektion") sowie Nachnutzung und Aneignung des Erbes ("Der lange Weg ... die Liebe zum Denkmal").

Das Raumkonzept folge der Architektur und ursprünglichen Nutzung sowie dem Inhalt. So werde das geistliche Leben im Ostflügel präsentiert. Klosterbau und -wirtschaft finden Darstellung im Westflügel. Und Aspekte des Denkmal sollen u. a. im Ostflügel sowie im Brauhaus beleuchtet werden. Meyer und Brunotte präsentieren erste vertiefende Ideen. Das Erarbeiten eines detaillierten Ausstellungskonzeptes sei jedoch, so betonen sie, Sache eines Kurators sowie eines Gestalters.

Viel interessanter sind einstweilen für den Ausschuss und die Gemeindevertreter Chorins Fragen des Zeit- und des Kostenplanes. Die Planer haben die Umsetzung des Gesamtkonzeptes in vier Etappen geteilt. Zwei seien eigentlich schon weitestgehend absolviert und fast fertiggestellt, verkündet Meyer. Etwa der museumspädagogische Bereich im Wirtschaftstrakt oder die Umgestaltung des Besuchereingangs. Relativ zügig sollte sich 2015 der Part "Die Liebe zur Perfektion" anschließen. Bekanntlich laufen derzeit die archäologischen und restauratorischen Arbeiten im Westflügel - die Voraussetzung für den Aufbau dieses Expositionsteils. Die beiden anderen Abteilungen folgen sukzessive bis 2018. "Wir planen zunächst einmal nur bis 2018, weil dies die Laufzeit unseres Vertrages mit dem Land ist", schiebt Klosterchefin Franziska Siedler erklärend ein. Wohlwissend, dass die Realisierung dann sicher noch nicht abgeschlossen ist.

Ohnehin ist die Einrichtung bei der Umsetzung abhängig von Finanziers, insbesondere von Förderungen. Meyer/Brunotte haben für Chorin Kosten von 1000 Euro pro Quadratmeter Ausstellungsfläche angesetzt. "Womit wir uns im unteren Preissegment bewegen", so das Duo. Macht unterm Strich 900 000 Euro für die Dauerausstellung. Wobei das Duo immer wieder betont, dass diese Summe keinesfalls auf einen Schlag aufzubringen ist. Das Konzept gehe von einer Umsetzung in Abschnitten aus. Und davon, dass sich die Betriebskosten nach der Fertigstellung "nicht wesentlich" erhöhen.

Der Werksausschuss befürwortet die Konzeption. Sie wird nun dem Choriner Parlament zur Beschlussfassung vorgelegt. Das Kloster ist ein Eigenbetrieb.

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