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Rückendeckung für Weselsky

Gesprächsbedarf mit dem Bundesvorsitzenden: GDL-Chef Klaus Weselsky (M.)  ist bei seinem Überraschungsbesuch bei den Angermünder Gewerkschaftsmitgliedern dicht umringt.
Gesprächsbedarf mit dem Bundesvorsitzenden: GDL-Chef Klaus Weselsky (M.) ist bei seinem Überraschungsbesuch bei den Angermünder Gewerkschaftsmitgliedern dicht umringt. © Foto: Christina Schmidt
Christina Schmidt / 13.11.2014, 19:22 Uhr
Angermünde (MOZ) Überraschend hat am Mittwochabend der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL), Klaus Weselsky, den Mitgliedern der Angermünder Ortsgruppe einen Besuch abgestattet. Bevor sich die Gewerkschafter über die kommenden Verhandlungen mit der Deutschen Bahn am 18. November beraten konnten, sorgte die Resolution des Weselsky-Kritikers und Angermünder Ortsgruppenmitglieds Volker Siewke für Aufregung. Der Sprecher der "Initiative für mehr Demokratie und Rechtstaatlichkeit in der GDL" fordert darin den sofortigen Rücktritt des Gewerkschaftsführers.

Zu einer direkten Konfrontation der Männer kommt es indes nicht. Volker Siewke, der Weselsky einen dominanten Führungsstil in der Gewerkschaft vorwirft, verlässt bei dessen überraschender Ankunft die Versammlung.

Inhaltlich befassen sich die 23 der insgesamt 80 Angermünder GDL-Mitglieder nicht mit dessen Resolution. "Feige weggerannt" sei Siewke, sagt Weselsky, ohne zu dem Antrag Stellung zu nehmen. Dem Vorwurf seines Kritikers widerspricht er indirekt. Unabhängig davon, ob sich vielleicht doch Befürworter für die Resolution gefunden hätten, seien Anträge anderer Angermünder Gewerkschafter sachlich diskutiert und abschließend von der Basis "ohne mein Zutun klar und deutlich" abgelehnt worden.

In Angermünde, wo nach Angaben der GDL 90 Prozent der Lokführer in der Gewerkschaft organisiert sind, bekommt Weselsky Rückendeckung. Auch, weil er versichert, dass es die Interessen der Mitglieder sind, für die er öffentlich den Kopf hinhält. "Es hat unsere Mitglieder verletzt und traurig gemacht, dass sie als raffgierige Streikhanseln dargestellt worden sind. Für sie geht es um ein vernünftiges Einkommen zum Auskommen", betont Weselsky.

Den Angermünder Lokführern geht es aber nicht nur um mehr Geld. Sie erhoffen sich auch Verbesserungen ihrer Arbeitsbedingungen. Zum Beispiel bei der Anrechnung von Wegezeiten zu Weiterbildungsorten, die bisher nur zur Hälfe als Dienstzeit vergütet werden.

Das Argument der Bahn, die Solidarität innerhalb des Unternehmens würde leiden, wenn mehrere Gewerkschaften die gleichen Berufsgruppen vertreten und diese für die gleiche Arbeit womöglich unterschiedlich bezahlt würden, widerlegt der Ortsgruppenvorsitzende Andreas Brückner. "Das gibt es doch jetzt auch schon", kontert er unter anderem mit Verweis auf Leih- oder Zeitarbeitsverträge.

Von den Reisenden hätten die Lokführer während der Streikaktionen übrigens viel Solidarität gespürt. "Selbst Bahnfahrer aus Polen haben mir mehrfach versichert, dass wir nicht einknicken und für unsere Ziele kämpfen müssen", erzählt Lokführer Uwe Adam.

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