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Bürger-Umfrage zur Sanierung der alten Dorfschule von Senftenhütte

Große Variante knapp vorn

Die alte Dorfschule: Sie ist der einzige öffentliche Treffpunkt für Senftenhütte, aber sanierungsbedürftig.
Die alte Dorfschule: Sie ist der einzige öffentliche Treffpunkt für Senftenhütte, aber sanierungsbedürftig. © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Viola Petersson / 16.11.2014, 07:45 Uhr
Chorin (MOZ) Senftenhütte hat gewählt. Oder vielmehr abgestimmt. Über die Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses. Zwei Varianten standen zur Disposition. Eine knappe Mehrheit sprach sich für die große Lösung aus und damit für den Erhalt des Gesamtensembles.

Ortsvorsteher Daniel Krüger hätte sich ein deutlicheres, ein klareres Ergebnis gewünscht. Aber er hatte, wie er sagt, schon fast mit einem knappen Ausgang gerechnet. Und so kam es denn auch. 109 Senftenhütter (mit Hauptwohnsitz in dem Choriner Ortsteil) haben sich an der Umfrage beteiligt, was einer Resonanz von immerhin um die 73 Prozent entspricht.

Davon, so informiert Krüger, votierten 54 Prozent für Variante eins, die große Lösung, 46 Prozent für die Variante zwei, ein abgespecktes Modell. "Nein, dieses Ergebnis überrascht mich nicht", sagt Krüger. Und sogleich fügt er hinzu: "Wie wir damit umgehen, wird zu beraten sein." Das eigentliche Fazit lautet für ihn: "73 Prozent der Senftenhütter wollen, dass das Gemeindehaus erhalten bleibt." Zunächst einmal unabhängig von der Form und dem Ausmaß, sondern eben grundsätzlich. Dies wiederum sei ein sehr klares Signal.

Und es bestätigt das Ergebnis einer ersten Umfrage, die der Ortsbeirat gleich nach seiner Konstituierung im Herbst 2013 initiiert hatte. "Vor dem Hintergrund des drohenden Verkaufs von Dorfgemeinschaftshäusern in der Gemeinde Chorin", wie Krüger sagt. Damals hatten sich bereits 56 Prozent der Senftenhütter für den Fortbestand des Gemeindehauses, also der alten Dorfschule, in kommunaler Regie ausgesprochen.

Das alte Parlament trug dem Willen der Bürger Rechnung. Noch vor der Kommunalwahl beschlossen die Abgeordneten von Chorin, die Dorfgemeinschaftshäuser von Senftenhütte und Serwest in kommunaler Hand zu behalten und sie nicht zu veräußern. Zur dringend notwendigen Sanierung sollen Fördermittel akquiriert werden. Aber: Auch wenn die Gemeinde Eigentümerin bleibt, so sollen die Bewirtschaftung und die Verwaltung der Immobilien doch einem künftigen Verein übertragen werden, hieß es weiter.

Unterdessen hat man sich in Senftenhütte Gedanken zur Umsetzung gemacht. Im Zuge des Diskussionsprozesses kristallisierten sich zwei Varianten heraus. Ein in Gründung befindlicher Verein ("Alte Schule Senftenhütte") fordert mit Unterstützung der Keramikhütte, die ihre Werkstatt im Bürgerhaus hat, die Sanierung der alten Dorfschule sowie die Instandsetzung der alten Feldsteinscheune auf dem Grundstück. Und damit den Erhalt des Gesamtensembles Ärmel 14. Die Scheune, so die Idee der Akteure, könnte als Ausstellungsraum für Informationen zum Geopark und Steinschlägerhandwerk ausgebaut werden.

Der Ortsbeirat selbst indes favorisierte eine kleinere Variante, die lediglich den Umbau der Feldsteinscheune beinhaltet. Die ehemalige Dorfschule selbst wäre danach nicht mehr Teil des Konzeptes. Dieses Modell, so argumentiert der Beirat, reiche mit Blick auf die Größe des Ortsteils und die Einwohnerzahl, völlig aus. Und sei vor allem für die Gemeinde finanzierbar. Der Investitionsbedarf bei Variante eins indes wäre ungleich höher. Und selbst bei einer Förderung - die Kommune müsse Eigenmittel beisteuern. Mittel, die für andere Infrastrukturprojekte in der Gemeinde fehlen, gibt der Ortsbeirat zu bedenken.

Die alte Schule ist der einzige öffentliche Treffpunkt in Senftenhütte, sie dient u. a. auch als Wahllokal. Eine Gaststätte gibt es nicht im Dorf.

Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses Chorin: 17. November, 19 Uhr, in Sandkrug, Ortsbeiratssitzung: 19. November, 19.30 Uhr, in Senftenhütte; Thema sind jeweils die Bürgerhäuser

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