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Wiedersehen mit Tränen

Aus Österreich und Ingolstadt angereist: Michael Schneditz-Bolfras (l.), Nachfahre von Adam und Michael Bolfras und Udo Harttung (m.), dessen Familie das Haus von 1773 bis 1945 besaß. Boris Töppe überreichte ihnenl Fotos des neuen Gebäudes
Aus Österreich und Ingolstadt angereist: Michael Schneditz-Bolfras (l.), Nachfahre von Adam und Michael Bolfras und Udo Harttung (m.), dessen Familie das Haus von 1773 bis 1945 besaß. Boris Töppe überreichte ihnenl Fotos des neuen Gebäudes © Foto: Winfried Mausolf
Martin Stralau / 17.11.2014, 18:35 Uhr - Aktualisiert 21.11.2014, 10:49
Frankfurt (MOZ) Mit einer Informationsveranstaltung über den Stand des Bauprojektes wurde am Montag der historische Hansesaal im wiedererrichteten Bolfrashaus eingeweiht. Ab dem 1. Januar ist das Haus bezugsfertig. Noch bis Mitte Dezember werden auf Anfrage Führungen angeboten. Nachfahren alter Eigentümerfamilien und ehemalige Bewohner nahmen das Gebäude vorab in Augenschein.

Freudentränen liefen Margot Wienke über die Wangen, als sie am Montagmittag auf die Fassade des neuen Bolfrashauses blickte. "Von außen sieht es so aus wie früher", sagte die 80-jährige Frankfurterin und strahlte mit der Sonne um die Wette. Margot Wienke, geborene Sabin, lebte von 1934 bis 1944 mit ihren Eltern und vier Geschwistern auf dem Hinterhof des Gebäudes. "Wir hatten dort ein Zimmer plus Küche. Im Erdgeschoss des Bolfrashauses gab es einen Obst- und Gemüseladen. Dort bekamen wir Kinder auch mal was unter der Hand", erinnert sie sich. Nach der Vertreibung ihrer Familie aus Frankfurt 1944 und ihrer Rückkehr 1945 habe sie von dem im Krieg zerstörten Haus nur noch Trümmer gesehen. "Als ich es heute wieder betreten konnte, ist mein Herz aufgegangen. Seitdem die Wiedererrichtung gestartet ist, standen mein Mann und ich einmal pro Woche vor dem Bauzaun."

Ähnlich emotional war der Besuch für Udo Harttung, dessen Familie das Haus von 1773 bis 1945 gehörte. Seine Eltern betrieben in der Dammvorstadt eine Wachswarenfabrik. 1953 verließ Udo Harttung Frankfurt, lebt heute in Ingolstadt und ist einmal im Jahr in Frankfurt zu Besuch. "Ich verfolge das Geschehen rund um das Bolfrashaus im Internet und werde von alten Schulfreunden informiert, die noch in Frankfurt leben. Was hier entstanden ist, ist fundamental", sagte er zum Bau.

Das Bolfrashaus ist Anfang Januar bezugsfertig. Nun wurde der Hansesaal offiziell eingeweiht, in dem Veranstaltung mit bis zu 150 Personen stattfinden können.
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Neueröffnung Bolfrashaus

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Auch Michael Schneditz-Bolfras kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Der Nachfahre von Adam und Michael Bolfras, den Namensgebern und Besitzern des Gebäudes von 1583 bis 1603, war zur Einweihung des Hansesaals nach historischem Vorbild extra aus Österreich angereist. Seine Familie hatte die Stadt dorthin 1820 verlassen. "Ich bin sehr beeindruckt von diesem völkerübergreifenden Projekt, das in jeder Hinsicht toll ist", sagte er.

Sichtlich zufrieden mit Frankfurts neuem alten Bauwerk zeigte sich auch Oberbürgermeister Martin Wilke (parteilos). "Inzwischen zweifelt keiner mehr an diesem Projekt. Das Bolfrashaus bringt uns Frankfurtern unsere Geschichte ein Stück näher und lässt uns enger zusammenrücken." Boris Töppe, Geschäftsführer der Arle gGmbH, sprach von einem "Ort, der Geschichte geschrieben hat und heute beginnt, wieder Geschichte zu schreiben". Die Arle, eine 100-prozentige Tochter der städtischen Wohnungswirtschaft, hat das 3,6 Millionen Euro und zu 85 Prozent von der EU geförderte Projekt federführend umgesetzt.

"98 Prozent des Hauses sind fertig. Am vergangenen Donnerstag hatten wir die baurechtliche Abnahme", informierte Töppe. Ab 1. Januar sei das Haus, das derzeit zu 75 Prozent vermietet ist, bezugsfertig. Im Erdgeschoss zieht die deutsch-polnische Touristinformation ein, der Hansesaal im ersten Obergeschoss wird von der Messe und Veranstaltungs GmbH gemietet. Im Dachgeschoss ist ab 2015 die Pewobe GmbH zu finden, die sich um deutsch-polnische Jugendarbeit kümmert. Ob im zweiten Obergeschoss das deutsch-polnische Gemeinsame Technische Sekretariat (GTS) einzieht, ist weiter offen. Im Sommer hatte das Wirtschaftsministerium entgegen früherer Zusagen mitgeteilt, dass es das EU-Büro nicht im Bolfrashaus ansiedeln will. "Wir haben danach viele Gespräche geführt und dem Ministerium ein neuen Mietvertrag vorgelegt. Darüber werden wir in der kommenden Woche in Potsdam sprechen", sagte Töppe. "Ich gehe davon aus, dass es uns gelingen wird, das GTS an das Haus zu binden."

Wolfgang Balint, Leiter des Referats für europäische territoriale Zusammenarbeit im Brandenburgischen Ministerium für Wirtschaft und Europaangelegenheiten, sagte dazu am Montag im Bolfrashaus. "Wir interessieren uns dafür, das GTS hierher zu bekommen. Aber spruchreif ist noch nichts."

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max 21.11.2014 - 10:31:14

Sebastian

wenn ich mich aufregen will geh ich mit ner heissen braut ins bett,das ist positiv! sonst reg mich hier nix auf aber:agieren kommt vor reagieren.

Sebastian 20.11.2014 - 18:35:33

@ Max

"Toleranz ist vor allem die Erkenntnis, dass es keinen Sinn hat, sich aufzuregen." Ambrose Gwinnett Bierce

max 20.11.2014 - 18:20:19

Sebastian

aber die dummen sind hier in der überzahl und gefährlich.und der winston hat sich für den nabel gehalten,war aber nix..........also beobachten sie mich weiter.es ist mir eine ehre bespitzelt zu werden.sie sind da in grosser,unguter gesellschaft aber merke: MAN LIEBT IMMER DEN VERRAT;NIE DEN VERRÄTER!

Sebastian 20.11.2014 - 13:19:50

@ Max

"Lache nie über die Dummheit der anderen. Sie ist deine Chance." Winston Churchill

max 20.11.2014 - 13:00:48

Sebastian

hallo sie scheinen ja ein toller ausforscher/spitzel zu sein.das sei ihnen unbenommen. merke.freiheit ist immer die freiheit des andersdenkenden! sie sollten mal nen psychater mit ner roten couch aufsuchen,damit ihr ausforschersyndrom in demokratische bahnen gelenkt wird. und neid?: ist die beste form der anerkennung

Sebastian 20.11.2014 - 11:20:10

@ Max

... Mensch Max, Sie sind sowas von verbohrt. Ich kann mich gut erinnern, wie Sie bei einem Artikel zum Geburtstag einer 100jährigen einen Kommentar hinterlassen haben, wo sie nur und ausschließlich über den OB hergezogen sind. Selbstfreilich haben Sie, als die Stadt zum Frühjahrsputz aufgefordert hat, ebenfalls nur Leistungen der Stadt abgefordert, statt anzupacken... daher passt das hier wieder chick in Ihr Weltbild! Sie sitzen am PC in Ihrem Kämmerlein, ziehen über alles was sich in Frankfurt bewegt her, ohne sich selbst zu bewegen... Abschließend noch ein paar offene Worte: Max, ich habe seit längerer Zeit den Eindruck, dass Sie neidzerfressen sind und das in diesem Forum als Ihre Bühne nutzen, dies auszudrücken.

max 20.11.2014 - 09:54:30

Freundin v. Ursel

es schreit der getretene wurm.........................nehmen sie ihre rosarote brille ab und werden sie endlich realist.das würde ihnen gut stehen. es gibt nur eine kernfrage:warum ist ffo so hoch verschuldet????????? bibelspruch:an ihren taten werdet ihr sie erkennen!

Nicht Ursel 19.11.2014 - 18:29:46

@ Freundin v. Ursel

Nee, das bringt nichts. Max ist ja offensichtlich einer derjenigen, die motzen wollen und der Meinung sind, dass die Bürger zu jeder Veranstaltung mit Taxi abgeholt werden müssen. Und da dem nicht so ist, spielt er beleidigt.

Freundin v. Ursel 19.11.2014 - 16:02:50

Ach, ja?

Was macht die Frankfurter Welt nur mit unserem lieben User "@MAX". Wie kann man ihm helfen? Vielleicht macht er mal einen Spaziergang durch Frankfurt (Oder) und schaut, was sich 2014 alles positiv verändert hat. Da gibt es ein neues Georgenhospital, ein neues Arbeitsagenturgebäude wird in wenigen Tagen bezogen-ein Dreckfleck verschwand-, das Bollfrashaus ist ein echter Hingucker, auf der Oder gibt es wieder Ausflugsschiffe, der Tunnel Dresdener Straße hat ein neues Gesicht, aus Kasernen wurden Wohnungen und auch die Bebauung der Oderpromenade ist voran geschritten. Die Europauniversität gehört in einem Ranking zu den besten Bildungseinrichtungen ihrer Größe. Vieles muss noch getan werden, doch vergleichbare Städte würden sich freuen.

max 19.11.2014 - 13:29:42

Ursel

wie ich sehe möchten sie auch gern den oberlehrer geben.das sei ihnen unbenommen.ich muss keine obskuren blätter durchforsten.es gehört sich das der bürger durch die stadt ffo auf seiner homepage informiert wird.das passiert oft nur sporadisch.in diesem falle nicht.und was die ausschüsse der svv angeht bin ich involviert.war selbst mitglied und wollte das jeder ein namensschild vor sich zu stehen.das wurde abgelehnt;man kenne sich doch*grins.bürgersprechstunde des ob?der ob tut viel für sich für die bürgerschaft hat er nur markige sprüche,leider. ja in ffo ist nach der wende nur eines angekommen:das neue geld.

Ursel 18.11.2014 - 20:03:24

Offenes Frankfurt (Oder)-@MAX

Frankfurt an der Oder ist für jeden Menschen offen, auch für @MAX. Viele Veranstaltungen werden in den Medien publiziert und können von jedem Bürger besucht werden. Auch die Ausschüsse in der Stadtverordnetenversammlung sind für betreffende Themen für jeden Bürger offen und man kann dort seine Anliegen vorbringen. Das ist auch in den öffentlichen Teilen der Versammlungen der Stadtverordneten möglich. Dazu gehört u.a. die Bürgersprechstunde des Oberbürgermeisters. Informativ sind auch die jeweiligen Internetseiten der Einrichtungen. Es gibt also sehr viele Möglichkeiten seine Sorgen, sein Interesse aber auch seine konstruktiven Vorschläge in entsprechenden Gremien einzubringen. Man muss nur sein Gesäß bewegen und die Anonymität des Online-Users fällt dann weg. Voraussetzung ist natürlich ein ehrliches, höfliches und kompetentes auftreten.

max 18.11.2014 - 19:30:43

K. Albschnitzel

ja so ist das,der moz gehts genau so wie ihnen.aber zur sicherheit werden dann im zweifel doch meine komentare sehr oft gelöscht. wenn ich mich dann beim löschmeister bedanke,schreibt er :gern geschehen.das zum thema niveau der moz. piefiger gehts kaum.

max 18.11.2014 - 19:26:48

Deufan

schön das sie hier den abgehalfterten oberlehrer geben. sprichwort:freiheit ist immer die freiheit des andersdenkenden! und wer sich verteidigt,klagt sich an!!!!!!!!

max 18.11.2014 - 19:24:13

Roland Totzauer

schön das sie hier den missionar für die abgehalfterte kleinstadt geben.ich werd sie dem ob melden,das er einen neuen märchenerzähler hat. bisher habe ich ihre reaktionen mit respekt gelesen,aber das hier ist doch a la ND

K. Albschnitzel 18.11.2014 - 19:00:36

@MAX

Bei Ihnen weiß man immer gar nicht so genau, ob das ernst gemeint sein soll oder Satire.

Roland Totzauer 18.11.2014 - 16:45:31

@max

Ich kam am Montagnachmittag mehr oder weniger zufällig am Bolfrashaus vorbei, sah die Programmpunkte und ging ins offene Haus, in dem bereits zahlreiche Besucher unterwegs waren. Gegen 15 Uhr begann eine Hausführung des WOWI-Chefs höchstpersönlich. Zahlreiche andere Neugierige, die alle ohne Einladung dort waren, spazierten hinter Herrn Boris Töppe, Geschäftsführer der Arle gGmbH und der WOWI GmbH, durch die Etagen und hörten gespannt seine Erläuterungen. Die ganze Zeit standen die Türen des Hauses offen für jedermann/frau. In der MOZ fand ich Artikel mit Hinweisen auf diesen Tag der offenen Tür. Wer sich für das Thema "Bolfrashaus" interessiert, kennt mittlerweile auch die Homepage "www.bolfras-kleist.eu". Auch dort wurde auf die Montagsveranstaltung hingewiesen. Es gab also diverse Möglichkeiten - man musste sie nur suchen und finden. Gebratene Tauben flogen aber niemandem vorher noch nachher in Frankfurt (Oder) ins Maul. Eigenverantwortlichkeit und Eigeninitiative waren also mal wieder der bessere Tipp. Wer sich hinterher beschwert, lebt verkehrt!

Deufan 18.11.2014 - 11:47:08

@Max

Wer lesen kann, ist klar im Vorteil: http://www.moz.de/heimat/lokalredaktionen/frankfurt-oder/artikel9/dg/0/1/1347049/ Auch Sie waren eingeladen und hätten besser daran getan, sich vor Ort persönlich zu informieren, anstatt hier von "aussperren" und Monopolpresse zu schreiben. Im Übrigen ist auch http://www.bolfras-kleist.eu öffentlich.

max 18.11.2014 - 10:52:08

FRAGEN

wer ist der eigentümer des hauses? warum wurde die eröffnung nicht publik gemacht? warum wurde die bürgerschaft nicht zur eröffnung geladen? wer will da unter sich bleiben und das volk aussperren? vielleicht kann die moz das mal realistisch hinterfragen.oder hat diese monopolpresse daran kein interesse?

marketingfritze 18.11.2014 - 09:31:32

es ist entstanden in Zusammenarbeit mit Slubice

... und nur aus dem Grund konnte Realisiert werden. Schade dass es im Text darüber nicht zu finden ist!

Gratulant 17.11.2014 - 21:14:11

Ein Gewinn für Frankfurt (O.)

Der Bau und die Eröffnung des Bollfrashauses sind ein Gewinn für Frankfurt (Oder). Im Ensemble mit der Europa-Uni, der Marienkirche, dem Haus der Stadtbibliothek, den sieben Raben und dem Kleistmuseum zeigen sich hier wieder Elemente des alten und schönen Frankfurt (Oder). Der Blick vom Rathausplatz in Richtung Oder erhält durch dieses Bollfrashaus einen völlig neuen Akzent. Andere Städte haben hinsichtlich der Sanierung von Altbauten und der Gestaltung von alten Häusern wesentlich mehr Geld ausgegeben. Die Bürger und die Besucher der Städte fühlen sich wohl in den restaurierten Mauern. Frankfurt (Oder) ist hier auf dem richtigen Weg. Hoffentlich ziehen sich die Gestaltung oder der Wiederaufbau entlang der Großen Oderstraße (Schulgebäude), Philip-E.-Bachstraße weiter. Mit viel Mühe und gutem Willen findet man sicher Investoren. Glückwunsch der Stadt Frankfurt (Oder) zu diesem Haus.

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