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Werneuchen will ein Dokumentationszentrum für den Dichterpfarrer Schmidt einrichten

Ein Zimmer für den Sohn der Stadt

Die Ausstellung zum 250. Geburtstag von Friedrich Wilhelm August Schmidt kann wieder im Stadthaus von Werneuchen besichtigt werden. Am Freitag informierten sich Monika Schmacht (l.) und Marion Fehlow über das Leben und Wirken des Dichterpfarrers.
Die Ausstellung zum 250. Geburtstag von Friedrich Wilhelm August Schmidt kann wieder im Stadthaus von Werneuchen besichtigt werden. Am Freitag informierten sich Monika Schmacht (l.) und Marion Fehlow über das Leben und Wirken des Dichterpfarrers. © Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Kai-Uwe Krakau / 29.11.2014, 06:45 Uhr
Werneuchen (MOZ) Zum Leben und Wirken des Dichterpfarrers Friedrich Wilhelm August Schmidt will die Stadt Werneuchen ein Dokumentationszentrum aufbauen.

In diesem Jahr feierte der wohl berühmteste Sohn seinen 250. Geburtstag. Das Jubiläum wurde mit einer Ausstellung gefeiert, eröffnet wurde sie zum Stadtfest im Juni. Nachdem die Exposition zwischenzeitlich in Fahrland bei Potsdam, dem Geburtsort von Schmidt, zu sehen war, sind die Bilder und Dokumente nun wieder ins Rathaus zurückgekehrt.

"Bei den umfassenden Recherchearbeiten haben wir festgestellt, dass es vom Dichterpfarrer Schmidt kein Werk-oder Quellenverzeichnis gibt", sagt Kathrin Schimmelpfennig. Nach gründlicher Diskussion sei man schließlich zu dem Entschluss gekommen, ein solches Dokument zu erarbeiten. "Für alle Kulturinteressierten, aber vor allem für die Werneuchener könnte ein Dokumentationszentrum eine Bereicherung sein", so die Verwaltungsmitarbeiterin. Auch hoffe man, dass die Kommune so in der Öffentlichkeit bewusster wahrgenommen werde. "Die Ausstellung ist gleichzeitig als Grundstock für weitere Ideen und Projekte zu verstehen", betont Kathrin Schimmelpfennig.

Das Dokumentationszentrum soll in das ehemalige Kulturhaus "Adlersaal" einziehen. Das Gebäude wird von der Kommune und der Wohnungsbaugesellschaft Werneuchen im nächsten Jahr komplett saniert und umgebaut. Auf einer Fläche von rund 50 Quadratmeter soll im ersten Stockwerk das künftige "Schmidtzimmer" eingerichtet werden.

Mit den Arbeiten zur Biografie des Dichterpfarrers wurde bereits für die Ausstellung begonnen. "Es gibt aber noch weitere Quellen, die recherchiert und ausgewertet werden müssen", so Kathrin Schimmelpfennig, die auch das Konzept für das Dokumentationszentrum verantwortet. Wichtige Erkenntnisse zur Jugendzeit von Schmidt seien beispielsweise aus dem Archiv des Schindlerschen Waisenhauses in Berlin zu erwarten. Darüber hinaus gebe es auch im Märkischen Museum noch rund 100 handschriftliche Blätter zum Thema.

"In einem ersten Schritt wollen wir möglichst alle Quellen zu Schmidt erfassen", so die Rathausmitarbeiterin. Die Auswertung der Informationen solle dann unter zwei Gesichtspunkten erfolgen: Einordnung von Leben und Werk Schmidts in die Stadt- sowie in die Literaturgeschichte.

Das Dokumentationszentrum wird den Planungen zufolge einen Ausstellungsteil haben. Kern ist die im Juni eröffnete Ausstellung. Ergänzt wird er durch zeitlich begrenzte, wechselnde Expositionen zu speziellen Aspekten des Lebens und Wirkens des Werneucheners.

Darüber hinaus soll das Zentrum eine "Auskunftsstelle" zum Thema sein. Fachwissenschaftler könnten so vor Ort über Schmidt arbeiten. "Wir wollen die regionale Identität stärken", betont Kathrin Schimmelpfennig. Die Einrichtung sei aber auch ein "markanter Anziehungspunkt" für den Tourismus.

Als Kurator möchte die Stadt den Historiker Thomas Raveaux gewinnen, der schon an der Erarbeitung der Ausstellung beteiligt war. Für den Ausbau des Schmidt-Zimmers sind zunächst rund 40 000 Euro veranschlagt. Es kommen Personal-, Neben- und Betriebskosten hinzu.

Im Sozialausschuss gab es geteilte Meinungen zum Projekt. Die Stadtverordnetenversammlung soll am 18. Dezember endgültig entscheiden.

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