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Stadtverkehr erneuert Fahrzeugpark

Ein Schlenki hebt ab: Bei der Wieser GmbH Markendorf wird ein Gelenkbus, der zurzeit generalüberholt wird, angehobengründlich überholt. Die Stadtverkehrsgesellschaft Frankfurt (Oder) hatte sich entschlossen keine neuen Busse anzuschaffen, sondern die Alte
Ein Schlenki hebt ab: Bei der Wieser GmbH Markendorf wird ein Gelenkbus, der zurzeit generalüberholt wird, angehobengründlich überholt. Die Stadtverkehrsgesellschaft Frankfurt (Oder) hatte sich entschlossen keine neuen Busse anzuschaffen, sondern die Alte © Foto: René Matschkowiak
Frank Groneberg / 02.12.2014, 04:20 Uhr
Frankfurt (MOZ) Die Stadtverkehrsgesellschaft investiert bis zum Jahr 2021 gut 42 Millionen Euro in neue Fahrzeuge. Die Busse haben das Ende ihres Lebensalters erreicht. Straßenbahnen müssen ersetzt werden, weil sie nicht barrierefrei sind.

Die Stadtverkehrsgesellschaft mbH (SVF) erneuert ihren Fahrzeugpark. Teilweise ist das aus technischen Gründen nötig, teilweise wird sie durch den Gesetzgeber dazu gezwungen. Denn laut der im Juni 2013 aktualisierten Fassung des Personenbeförderungsgesetzes müssen Straßenbahnen, Busse und andere Fahrzeuge des Nahverkehrs sowie die Haltestellen ab 1. Januar 2022 vollständig barrierefrei sein. Paragraf 8 des Bundesgesetzes bestimmt in Satz 3, die entsprechenden lokalen Nahverkehrspläne hätten "die Belange der in ihrer Mobilität oder sensorisch eingeschränkten Menschen mit dem Ziel zu berücksichtigen, für die Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs bis zum 1. Januar 2022 eine vollständige Barrierefreiheit zu erreichen". Das heißt unter anderem: Im Nahverkehr dürfen nur noch Niederflurfahrzeuge eingesetzt werden.

Der größte Teil der Gesamtinvestition von voraussichtlich gut 42 Millionen Euro betrifft den Neukauf von Straßenbahnen. Denn die Bahnen vom Typ KT4DM des tschechischen Herstellers Tatra, von denen aktuell 18 Züge zum Wagenpark der SVF gehören, können nicht zu Niederflurbahnen umgebaut werden, bestätigt Michael Ebermann, Geschäftsführer der SVF. "Aus technischer Sicht könnten die Tatra-Bahnen noch zehn, 15 Jahre fahren", sagt er. Schließlich haben Straßenbahnen normalerweise eine Lebenszeit von 35 bis 40 Jahren, und die "Tatras" sind alle Baujahr 1987 oder 1990. Aber da sie die Vorgaben des Gesetzes nicht erfüllen, müssen sie schon jetzt ausgetauscht werden.

Ersetzt werden sie durch insgesamt 15 moderne Niederflurbahnen. Die ersten beiden werden 2017 und 2018 gekauft, die anderen 13 in den Jahren 2019 bis 2021. Pro Straßenbahn muss mit Kosten von etwa 2,5 Millionen Euro gerechnet werden. Der Aufsichtsrat der Frankfurter Dienstleistungsholding GmbH (FDH), zu deren Tochtergesellschaften die SVF gehört, hatte den entsprechenden Finanzierungsbeschluss am 19. September gefasst. Die acht Niederflurbahnen vom Typ GT6M, die bereits seit 1994 und 1995 für die SVF im Einsatz sind, werden natürlich auch weiterhin durch Frankfurt fahren.

"Eigentlich wollten wir schon 2015 die erste neue Bahn kaufen, haben uns aber auf eine Verschiebung um zwei Jahre verständigt, um einen Anteil an den öffentlichen Sparmaßnahmen zu leisten", sagt Michael Ebermann. Auf jeden Fall werde eine öffentliche Förderung bis hin zur EU beantragt. "Die Verkehrsbetriebe in ganz Deutschland können diese Investitionen unmöglich allein stemmen", begründet er.

Inzwischen gibt es auch erste positive Signale. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) hat seine Mitgliedsunternehmen vergangene Woche dazu aufgefordert, den Investitionsbedarf für die Jahre 2016 bis 2018 genau zu benennen und zu erklären, was mit entsprechenden Fördermitteln zusätzlich investiert werden könnte. "Das lässt uns hoffen, dass unsere Argumente und Kampagnen beim Bund auf offene Ohren gestoßen sind", kommentiert der SVF-Chef.

Um einen günstigeren Kaufpreis erzielen zu können, will die SVF mit den Verkehrsbetrieben in Brandenburg/Havel, Cottbus und Schöneiche-Rüdersdorf, eventuell auch in Görlitz, ein Konsortium bilden. Straßenbahnen sollen in größerer Anzahl gemeinsam bestellt und gekauft werden. Die Gespräche laufen derzeit.

Aus rein technischen Gründen müssen die 2002 gekauften Erdgas-Niederflurbusse ausgetauscht werden. Nach zwölf Jahren Dauereinsatz haben sie ihr Lebensende erreicht. Wie berichtet, lässt die SVF, um Kosten zu sparen, bis 2016 acht Busse generalüberholen. 13 Busse - neun Gelenkbusse und vier Solobusse - werden bis 2017 bei MAN neu gekauft. Zwei davon sind bereits seit 2013 in Frankfurt unterwegs, vier weitere werden bis Mitte Dezember bei der SVF erwartet.

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