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41 Jahre im Dienst des Nahverkehrs

Grenzüberschreitender Nahverkehr: Michael Ebermann steht auf der Stadtbrücke, rechts rollt ein Bus der SVF nach Slubice.
Grenzüberschreitender Nahverkehr: Michael Ebermann steht auf der Stadtbrücke, rechts rollt ein Bus der SVF nach Slubice. © Foto: FOTO Michael Benk
Frank Groneberg / 05.12.2014, 07:32 Uhr
Frankfurt (MOZ) Michael Ebermann geht zum Jahresende in den Ruhestand. Für heute hat er zum Abschied eingeladen. Statt Blumen wünscht er sich Spenden für den Verein 2003.

"Ich kann auf jeden Fall mit gutem Gewissen den Staffelstab übergeben. Ich habe keine Leichen im Keller." Wenn Michael Ebermann, Geschäftsführer der Stadtverkehrsgesellschaft mbH (SVF), zum Jahresende seinen Stuhl für seinen Nachfolger freimacht, ist er sich einer Sache sicher: "Die SVF ist zukunfts- und bestandssicher aufgestellt." Wie überall in Deutschland sei der Nahverkehr auch in Frankfurt immer ein Zuschussgeschäft. Aber: "Wir sind wirtschaftlich deutlich günstiger als vergleichbare Unternehmen." Und was für die Qualität der SVF spricht: Die Fahrgastzahlen sind seit Jahren stabil, liegen stets zwischen 10,5 und 11 Millionen - obwohl die Zahl der Einwohner sinkt.

Im Sommer hat Michael Ebermann seinen 65. Geburtstag gefeiert, ab Januar wird er ins Rentnerdasein wechseln und viel Zeit haben. Was er damit anfangen wird? "Ich habe Familie - die hat die ganzen Jahre über zurückstecken müssen", sagt er. "Ich habe zwar nie ein Murren oder Klagen gehört, aber ich hätte natürlich gern mehr Zeit mit meiner Familie verbracht." So ganz wird er sich aber nicht ins Private zurückziehen. "Ich arbeite weiter im Kiwanis-Club mit und bleibe auch im Verein ,Frankfurt (Oder) 2003' aktiv", zählt er auf. Und weil ihm der Verein, der beim Bunten Hering u. a. Szenen der Stadtgeschichte darstellt, besonders wichtig ist, bittet er beim Abschiedsempfang heute um Spenden für den Verein 2003 statt um Blumen.

Mehr als 41 Jahre hat Michael Ebermann im Dienste des Frankfurter Nahverkehrs gestanden. Nach seiner Fahrzeugschlosserlehre und dem Studium zum Ingenieur für Fahrzeugtechnik kam er im Sommer 1973 zum damaligen VEB Kraftverkehr. 1990 wurde er kaufmännischer Leiter und Prokurist bei der SVF, im Juni 1999 deren Geschäftsführer. Seit 2004 steht er außerdem der Frankfurter Dienstleistungsholding GmbH, seit 2007 der Frankfurter Abfallwirtschaft GmbH als Geschäftsführer vor.

"Es hat nicht alles Spaß gemacht, aber es war die richtige Entscheidung", sagt Michael Ebermann mit Blick auf den Schritt, die Leitung der SVF zu übernehmen. "Wer sich auf kommunales Wirtschaften einlässt, muss damit umgehen können, dass sein wirtschaftliches Handeln fremdbestimmt ist." Umso wichtiger sei es, sich mit seinen Vorschlägen einzubringen, statt auf Beschlüsse zu warten. Verkehrspolitik sei in Frankfurt "immer sehr kundenfreundlich gewesen - und damit meine ich die Rahmenbedingungen, die durch die Politik geschaffen wurden. Dafür bin ich der Verwaltung und den Abgeordneten dankbar."

Seinem Nachfolger Wolfgang Worf wünscht der Frankfurter "die Unterstützung und engagierte Arbeit der Kollegen, wie auch ich sie erfahren durfte. Dann braucht ihm nicht bange zu sein." Außerdem immer gute Ideen "und dass es ihm gelingt, auf aktuelle Entwicklungen zeitnah und angemessen zu reagieren, Bewährtes nicht aus den Augen zu verlieren und Neuem trotzdem jederzeit aufgeschlossen gegenüberzustehen".

Aus den Augen verlieren wird Michael Ebermann den Nahverkehr auch als Rentner nicht. "Die Weiterentwicklung liegt mir am Herzen - insbesondere die des 116 Jahre alten Straßenbahnsystems", betont er. "Ich bin mir sicher, dass das System Straßenbahn hier erhalten bleibt. Es ist gut ausgebaut, leistungsfähig, ist das System der Zukunft." Die Elektromobilität stecke bei Autos in den Kinderschuhen - "hier funktioniert sie seit 116 Jahren".

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