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Eislaufbahn vor dem Oder-Center lädt Familien zum Fahren und Pirouettendrehen ein / Montags kostenloses Training

Schlittschuhspaß im Lichterglanz

Eislaufen lässt Gesichter strahlen: Maxi Pink (l.) und Katharina Kondyukov aus Schwedt sind am späten Nachmittag zur Schlittschuhbahn vor dem Oder-Center gekommen, um ein paar Runden zu drehen.
Eislaufen lässt Gesichter strahlen: Maxi Pink (l.) und Katharina Kondyukov aus Schwedt sind am späten Nachmittag zur Schlittschuhbahn vor dem Oder-Center gekommen, um ein paar Runden zu drehen. © Foto: MOZ/Oliver Voigt
Anna Fastabend / 06.12.2014, 06:55 Uhr - Aktualisiert 06.12.2014, 09:59
Schwedt (MOZ) Die Eislaufbahn zur Adventszeit vor dem Oder-Center hat längst Tradition. Für ein wenig Geld können ihre Besucher hier täglich von morgens bis abends Schlittschuhlaufen. Immer montags ab 17 Uhr veranstalten die EHC-Eis-Mammuts mit Kindern kostenlose Spiele auf dem Eis.

Eine Stunde Bewegung an der frischen Luft, das haben sich Vater Matthias Mundt, Mutter Jana Hempel aus Schwedt und ihre beiden Kinder Svea und Thure so richtig verdient nach Job, Kindergarten und Schule. Vater Matthias schnallt seiner dreijährigen Tochter die winzigen Schlittschuhe an. Nach ein paar Minuten Gleiten an Papas Hand will Svea statt der Schlittschuhe dann doch lieber wieder ihre Schneeschuhe anziehen. Kein Wunder: Schließlich steht das Mädchen im rosa Schneeanzug zum ersten Mal auf dieser spiegelglatten Fläche. Der siebenjährige Thure fährt zum zweiten Mal. Bei ihm geht es besser als bei der kleinen Schwester, aber auch er muss noch ein bisschen üben. Dabei hilft ihm ein kleiner Eis-Wichtel: Eine Fahrhilfe in Wichtel-Form mit Skiern, die von Thure vor sich hergeschoben wird.

Das Ambiente rund um die Eislaufbahn sorgt für winterliche Stimmung. Auf dem kleinen Weihnachtsmarkt wird Musik gespielt, ein riesiger Tannenbaum ist über und über mit goldenen Lichtern geschmückt. Neben der Schlittschuhbahn stehen Holzbuden, in denen Glühwein, Jagertee und Eierpunsch serviert werden. Auf dem Holzkohlegrill brutzeln die Würstchen. Verkäufer bieten kandierte Früchte, Schokobananen und gebrannte Mandeln an.

Hinter Eisbahnwart Steffen Mielke stehen Schlittschuhe in allen Größen aufgereiht. Er und seine Frau Kerstin Mielke kümmern sich seit vier Jahren um die Eislaufbahn. Der Mann mit den freundlichen, wachen Augen, der blauen Mütze und der dicken Winterjacke kassiert Eintrittspreise, verleiht Schlittschuhe und sorgt dafür, dass die Eisfläche immer ordentlich in Schuss ist. "Ich muss einmal täglich eine Stunde lang mit dem Eisbrenner über die Fläche fahren", sagt er und zeigt auf ein Gerät hinter seinem Stand, das eine entfernte Ähnlichkeit mit einem Rasenmäher besitzt. "Vorn schießen die Flammen heraus", erklärt er. Die schmelzen das Eis, das von dem Gerät gleich wieder glattgezogen wird.

Doch wie entsteht eigentlich so eine künstlich erzeugte Eisfläche? "Wie in einem Eisschrank. Unter der Eisfläche befinden sich Kühlrippen, die erzeugen eine Temperatur von minus 19 Grad. Schüttet man Wasser darauf, gefriert es", erklärt Mielke.

Während der Eisbahnwart erzählt, kommen immer wieder Kinder zu ihm herüber, stellen sich auf ihre Zehenspitzen, um über den hohen Tresen hinweg mit Mielke reden zu können. Viele von ihnen wollen wissen, ob die bezahlte Stunde schon um ist oder sie noch ein bisschen weiterfahren dürfen. Mielke antwortet freundlich, geduldig.

Die zehnjährige Kim aus Schwedt schaut für eine kurze Unterhaltung vorbei. Sie ist direkt nach der Schule zur Eislaufbahn gekommen und seit 14 Uhr fast ununterbrochen auf den Kufen. Kim kann zwar keine Pirouette drehen, aber fahren tut sie, seitdem sie vier Jahre alt ist. "Meine Oma hat es mir beigebracht", erzählt sie.

Steffen Mielke selbst ist erst voriges Jahr wieder aufs Eis gegangen und bringt sich das Fahren gerade wieder bei. Sein letztes Mal Schlittschuhlaufen zuvor war 30 Jahre her. "Wenn die nahegelegene Kiesgrube zugefroren war, sind wir los", erinnert er sich.

Ein kleines Mädchen fragt, ob Mielke einen Socken gefunden hat. Der Eisbahnwart drückt ihr den Strumpf in die Hand. "Über die Saison hinweg stapeln sich hier die Kinderschuhe. Abgeholt werden sie seltsamerweise fast nie. Mich wundert es, dass dies den Eltern gar nicht auffällt", sagt Mielke.

Schlittschuhlaufen macht zwar Spaß, doch ganz ungefährlich ist es nicht. "Ein Knochenbruch passiert hier leider jedes Jahr", so Mielke. Diese Saison aber gab es bisher glücklicherweise nur ein paar harmlose Stürze, erzählt er weiter. "Wenn ein Kind hinfällt, bekommt es zum Trost einen Schokoladenriegel von mir."

Wenn es dunkel wird, kommen die Jugendlichen, um Glühwein zu trinken und zu moderner Musik ein paar Runden über das Eis zu gleiten. So auch Maxi Pink (17) und Katharina Kondyukov (19). Die Mädchen haben eine Idee: "Hier könnte man am Wochenende auch mal einen Mädels-Abend starten."

Schlittschuhlaufen noch bis zum 30. Dezember auf der Eislaufbahn vor dem Schwedter Oder-Center. Mo bis Sa 10 - 21 Uhr, So 13 -19 Uhr. Vormittags für Schulklassen und Kindergruppen nach Anmeldung unter Telefon 03332 43370 kostenfrei. Eintritt pro Stunde bis 14 Jahre 1,50, ansonsten 3 Euro.

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