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Zwölf Schülerteams aus Ostbrandenburg treten beim Lego-Wettbewerb gegeneinander an / MOZ besucht Vorbereitungsstunde

Roboter-Alarm in Schwedt

Augen zu und durch: Das gelbe Team mit Max Berndt (hinten), Florian Görmann und Marcel Maccner (r.) muss seinen Lego-Roboter innerhalb von nur anderthalb Wochen neu programmieren, da ihnen der Speicherstick kaputtgegangen war.
Augen zu und durch: Das gelbe Team mit Max Berndt (hinten), Florian Görmann und Marcel Maccner (r.) muss seinen Lego-Roboter innerhalb von nur anderthalb Wochen neu programmieren, da ihnen der Speicherstick kaputtgegangen war. © Foto: MOZ/Oliver Voigt
Anna Fastabend / 11.12.2014, 06:48 Uhr
Schwedt (MOZ) Lego-Roboter, die gegeneinander antreten: Am Sonnabend kämpfen in der Gesamtschule Talsand zwölf Teams mit Schülern zwischen zehn und 16 Jahren um die ersten Plätze im Regionalwettbewerb First-Lego-League. Aktuell laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren.

Merlin Menter geht in die fünfte Klasse der Bertolt-Brecht-Grundschule und ist schon ein kleiner Experte im Programmieren von Lego-Robotern. Der Elfjährige ist einer von 15 Jungs der Robotik-Arbeitsgemeinschaft, die sich seit acht Wochen fieberhaft auf das anstehende große Ereignis vorbereitet. Die Robotik-AG ist zwar an der Gesamtschule angesiedelt, dennoch basteln hier Schüler ganz verschiedener Schwedter Schulen an ihren Robotern. Sie treten mit drei Teams beim Wettbewerb an.

"Mich haben Computer und Lego schon immer sehr interessiert", erzählt der Junge mit dem braunen Lockenkopf und vermutet, dass er die Technikbegeisterung von seinem Vater geerbt hat. Der arbeitet als ehrenamtlicher Tontechniker. Merlin und zwei weitere Jungs gehören dem Team Black an. Sonst bereiten sich in der Talsand noch ein rotes und ein gelbes Team vor.

Beim ersten Anblick des schwarzen Roboters erst einmal Enttäuschung. Der hat ja überhaupt keine menschlichen Züge, wie etwa Roboter Marvin aus der Science-Fiction-Komödie "Per Anhalter durch die Galaxis". Er sieht vielmehr wie eine Maschine aus, die auch auf Baustellen oder in der Landwirtschaft eingesetzt werden könnte.

Beim Training am Mittwoch blickt Merlin auf das von Lego entwickelte Computerprogramm, von dem aus er Befehle per Funk an seinen Roboter schickt. Der in diesem eingebaute Empfänger führt die Befehle dann aus. Sonst besteht der Roboter aus Motoren, Sensoren und einer Menge Lego-Bausteinen. Zusätzlich gibt es von den Schülern zusammengesteckte Lego-Aufsätze, mit denen der Roboter unterschiedliche Aufgaben erledigen kann.

Der Roboter befindet sich auf einem Spielfeld, das die Größe eines Billardtisches besitzt. Das Feld ist mit einer Bande versehen, damit der Roboter nicht herunterfallen kann. Darauf wurde ein Hindernisparcours aufgebaut. Der Roboter muss insgesamt 15 Stationen absolvieren. In dieser ersten von insgesamt vier Disziplinen muss er eine Tür öffnen, einen Ring greifen und einen Ball in ein winziges Fußballtor befördern. Dabei gibt es verschiedene Vorgehensweisen: So schießt ein Roboter den Ball, ein anderer lässt ihn aus der Höhe herunterfallen. Schafft der Roboter seine Aufgabe, gibt es Punkte, je schwieriger die Aufgabe ist, desto mehr. "Die volle Punktzahl wird aber fast nie erreicht", erklärt Informatiklehrer und AG-Leiter Sven Ketel. Da der Parcours innerhalb von nur zweieinhalb Minuten durchfahren werden muss, müssen die Teams taktisch klug vorgehen und zur Not einzelne Prüfungen auslassen.

In den nachfolgenden Disziplinen erklären die Teams das Design ihrer Roboter, stellen ihre Teamfähigkeit unter Beweis und präsentieren einen selbst erarbeiteten Vortrag zum Thema "Digitales Lernen".

Team Yellow ist am Mittwoch ziemlich in Stress geraten. Ihnen ist der USB-Stick kaputt gegangen, auf dem der vorprogrammierte Bewegungsablauf ihres Roboters gespeichert war. Nun sind die ganzen Erfahrungswerte futsch und den Jungs bleibt nichts anderes übrig, als die einzelnen Schritte erneut einzustellen. Dabei müssen sie viel herumprobieren, weil nie ganz sicher ist, wie der Roboter reagiert. Zu viele Faktoren, so wie die Gewichtsverteilung bei den Aufsätzen, spielen eine Rolle. Doch die Yellow-Team-Mitglieder Max Berndt (14), Marcel Maccner (11) und Florian Görmann (12) nehmen das Missgeschick gelassen. Während Max versucht, die richtige Gradzahl für das Fahren einer Kurve herauszufinden, beobachten Marcel und Florian den gelben Roboter, der immer wieder an einem Hindernis hängen bleibt.

Die Schwedter Schulen beteiligen sich seit 2008 am Lego-Wettbewerb. Informatiklehrer Sven Ketel ist von Anfang an dabei. Damals trug sein ehemaliger Schüler Fabian Bismar die Idee an ihn heran. "Und der Fabian sitzt in diesem Jahr in der Jury", freut sich der Lehrer. Dass der Wettbewerb nach vier Jahren in Eberswalde nun wieder in seiner Schule in Schwedt ausgetragen wird, freut ihn besonders. Die Schule wird bei der Austragung von der IHK-Ostbrandenburg unterstützt. Zudem beteiligen sich regionale Sponsoren wie beispielsweise das PCK oder die Stadtwerke.

Der Roboter-Wettstreit ist Teil eines globalen Bildungsprogramms, er wird in mehr als 70 Ländern durchgeführt. In Europa wird er von dem gemeinnützigen Verein "Hands on Technology" organisiert. In den ersten drei Jahren holte ein Team von Sven Ketels AG dreimal den Gesamtsieg beim Regionalwettbewerb. 2010 schrammten seine Schützlinge im Semifinale in Brandenburg nur haarscharf daran vorbei, am europäischen Endausscheid teilzunehmen. Seit einiger Zeit zieht Ketel gemeinsam mit Lehrerin Carola Harms von der Grundschule am Waldrand den Nachwuchs heran. Jedes Jahr bieten diese im Januar einen Grundlagenkurs in Roboterkonstruktion an. Daraus entstehen die Teams für den Wettbewerb. "Uns liegt es am Herzen, die Schüler für Technik zu begeistern", erklärt Ketel sein Engagement.

Der Regionalwettbewerb First-Lego-League findet in der Gesamtschule Talsand, Rosa-Luxemburg-Straße 6, am Sonnabend von 9 bis 16.30 Uhr statt.

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