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Statt 500 sogar 1000 Meter Abstand

Windkraftanlage in der Feldmark hier zwischen den Ortsteilen Buchholz, Wegendorf und Wesendahl
Windkraftanlage in der Feldmark hier zwischen den Ortsteilen Buchholz, Wegendorf und Wesendahl © Foto: MOZ/Gabriele Rataj
Dirk Schaal / 11.12.2014, 07:43 Uhr
Altlandsberg (MOZ) Der Teil-Flächennutzungsplan Windenergienutzung und der B-Plan Windplan Altlandsberg müssen in einem Änderungsverfahren neuen Bedingungen und Anforderungen angepasst werden. Zu den Entwürfen gab es am Dienstag eine Informationsveranstaltung in der Erlengrundhalle.

Noch bis 16. Januar liegt diese Planung zur Bürgerbeteiligung im Rathaus öffentlich aus. Parallel dazu fand Dienstag eine Informationsveranstaltung für statt, doch kaum die Hälfte der 200 aufgestellten Stühle war besetzt. "Ich hätte mehr Altlandsberger erwartet, die schon unter den gegenwärtigen Windkraftanlagen leiden. Auch deshalb, um so ihre Unzufriedenheit zu demonstrieren", erklärte Ronald Marks, Fraktionsvorsitzender der Wählergruppe für Altlandsberg und Ortsteile.

Die Verwaltung hatte den beauftragten Kommunalplaner Stefan Bolck aus Berlin und weitere Beteiligte eingeladen, um das fachliche Kauderwelsch des Papiers auch für Bürger verständlich zu machen, den aktuellen Stand sowie die Herangehensweise zu erklären.

Zwar bekundeten einige Besucher ihren Unmut über das Vorhaben, doch Planer Bolck nahm ihnen mit Bezug auf das rechtlich Notwendige den Wind aus den Segeln. "Die Planung für das neue Windkraftgebiet geht zugunsten der Anwohner über vorgeschriebenen Normen hinaus", legte er dar. So seien anstatt des Abstands von 500 Metern etwa 1000 Meter zu Wohnbebauungen geplant.

Das neue Gebiet entspricht etwa dem der alten Planung. Südlich ist ein kleiner Teil auf Ackerflächen zwischen den Ortsteilen Buchholz, Wegendorf und Wesendahl dazu gekommen. Eingegrenzt wird es von der Schutzzone des Wetterdienstes in Prötzeler Richtung und der Flugroute des Werneuchener Flugplatzes als Optionsfläche. Bei Neuauflage des Regionalplanes könnte das angrenzende Gebiet zum Barnim jedoch auch als Windkraftgebiet freigegeben werden.

Dann wären, je nach Variante, zwei große oder mehrere kleine Anlagen mehr möglich.

"Ein Antrag eines Betreibers liegt vor und besitzt hohe Gewichtung", erklärte Bolck mit Hinweis auf das Erneuerbare-Energien-Gesetz. Eine Verhinderungsplanung hätte aber keinen Erfolg. Sonst müssten andere Gemeindeflächen ausgewiesen werden, die evtl. noch ungünstiger für Anwohner liegen, gab er zu bedenken. Auch Umweltschutzgründe stünden nicht dagegen. Zwar gebe es im Gebiet Rotmilane und Fledermausarten, doch keine Nistplätze in unmittelbarer Nähe zu den Windrädern", hat eine im vorigen Jahr begonnene Studie ergeben.

"Messen Sie erst einmal den Bestand", lautete eine Forderung aus dem Publikum an Jörg Kepper vom Potsdamer Akustikbüro Dahms. Doch dieser ermittelte im Vorfeld lediglich den erwarteten Schall. "Alles andere ist Verantwortung des Betreibers der jetzigen Anlagen", klärte er auf.

Müsse der Flächeneigentümer mit Windrädern auf seinem Grund und Boden einverstanden sein, lautete eine weitere Frage, die Bolck mit Ja beantwortete. So entstand spontan die Idee, dieses Land notfalls zu pachten oder gar zu kaufen und so die Einwilligung zum Bau zu verwehren. Bürgermeister Arno Jaeschke versprach Mithilfe.

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