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BIC wird Teil des TeGeCe

Frankfurt an der Oder, BIC 
 FOTO BENK  16.12.2014
Frankfurt an der Oder, BIC FOTO BENK 16.12.2014 © Foto: FOTO Michael Benk
Frank Groneberg / 17.12.2014, 05:34 Uhr
Frankfurt (MOZ) Die Wirtschaftsförderung in der Stadt wird im nächsten Jahr umstrukturiert. Die TeGeCe GmbH soll zusätzlich Träger der Stadtentwicklung werden.

Es war nicht viel Neues, was Oberbürgermeister Martin Wilke dem Wirtschaftsausschuss der Stadtverordnetenversammlung zum Thema Neustrukturierung der Wirtschaftsförderung präsentierte. Ausführlich stellte er die Aufgabenschwerpunkte vor - mit derselben Computerpräsentation, wie er sie auch schon während einer Ausschusssitzung am 10. September gezeigt hatte.

Ziel der Umgestaltung sei eine Straffung und gleichzeitige Stärkung der Strukturen, wiederholte der OB seine Ausführungen vom September - das gelte auch für die Stadtverwaltung. "Straffung bedeutet bei Ihnen meist Reduzierung, von Personal oder von Finanzen", kommentierte Ausschussvorsitzender René Wilke (Die Linke) und fragte nach: "Wo wird es Einsparungen geben?" Der OB antwortete: Alles, was keine strategischen Aufgaben sind, werde in seinem Bereich abgebaut und in die städtischen Gesellschaften verlagert. Zu personellen Konsequenzen wollte er sich "jetzt noch nicht aus dem Fenster lehnen". Und über mögliche Einsparungen wollte er öffentlich nicht reden.

Was der OB auch diesmal betonte: Es wird keine Aufgabendopplung mehr geben. Das heißt: Auch in den städtischen Gesellschaften Investorcenter, TeGeCe und Business and Innovation Centre (BIC) werden die Aufgaben klar abgegrenzt. Beispielsweise sollen alle Immobilienaktivitäten auf das TeGeCe konzentriert werden. Damit dürften die Tage der BIC GmbH als eigenständige Gesellschaft gezählt sein. Aufgaben des BIC sind bisher die Existenzgründerförderung und die Vermietung von Büroflächen. Was die Gesellschaft tatsächlich macht, ist letztlich nur eines: Räume vermieten. Die Förderung von Existenzgründern besteht vor allem darin, diesen für eine Zeit Räume kostenlos zur Verfügung zu stellen.

Für die Zukunft der BIC GmbH gibt es mehrere Varianten, die im nicht öffentlichen Teil der Sitzung besprochen wurden. Erstens: Es bleibt alles, wie es ist. Zweitens: Die Stadt kauft den Mitgesellschaftern alle Beteiligungen ab und wird alleiniger Gesellschafter. Drittens: Einer der Mitgesellschafter kauft alle Anteile auf. Viertens: Das BIC wird Tochter der TeGeCe GmbH, wofür das TeGeCe die privaten Beteiligungen aufkaufen müsste. Favorisiert wird dem Vernehmen nach die letzte Variante. Damit wäre alles, was mit Flächen und Immobilien zu tun hat, in einer Hand. Der Aufkauf der privaten Gesellschafteranteile würde aber zunächst teuer werden, im Raum steht eine Eurosumme im unteren sechsstelligen Bereich. Geklärt werden muss die Frage, wie eine solche Ausgabe refinanziert werden kann. Gesellschafter der BIC GmbH sind die Stadt Frankfurt (50,45 Prozent), die JKLW GmbH Dortmund (25,23%), die Sparkasse Oder-Spree (14,41%), die IHK (3,6%), die KDT GmbH (3,6%) und der Privatmann Uwe Hoppe, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer (2,71%).

Das TeGeCe soll noch eine weitere Tochter bekommen. Diese soll sich künftig um die Stadtentwicklung kümmern. Der Vorteil wäre: Eine private Gesellschaft könnte Fördermittel akquirieren, welche die Stadt selbst nicht beantragen kann. Erfolgreich praktiziert wurde so etwas zuletzt beim Ausbau des KV-Terminals zum "East Gate Terminal".

Die Diskussion wird am 28. Januar 2015 im Wirtschaftsausschuss fortgesetzt werden.

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Reiner 18.12.2014 - 14:09:22

BIC Gesellschafter

Mal gleich zur Richtigstellung: ich bin nicht der Anwalt von Herrn Hoppe und nicht mit ihm verwandt. In FF muss man ja vorsichtig sein, der Stammtisch lauert überall! Aber zur Klarstellung: wenn ein privater Gesellschafter (z.B. eine große Bank, deren Name inzwischen nicht mehr existiert) seine Anteile verkaufen möchte, gibt es kein öffentliches Verfahren. Wenn der Dortmunder Gesellschafter es machen wollte, wäre er ebenfalls frei in seiner Verkaufsentscheidung. Insofern ist das BIC zwar mehrheitlich, aber nicht komplett im "öffentlichen" Besitz. Leider ist das nicht nur ein Frankfurter Problem, mit Halbwahrheiten und Teilinformationen werden Schlussfolgerungen gezogen, die einfach falsch sind.

Nachforscher 18.12.2014 - 12:03:37

Öffentliches Angebot?

Wo war das öffentliche Angebot, Anteile am BIC in Frankfurt (Oder) zu erwerben? Es handelt sich hier ja nicht um ein privates Gebäude. Vielleicht hätte es noch mehr Interessenten aus dem privaten Bereich gegeben, hier Geld in eine Immobilie zu investieren. Das ist eine Frage, die die Stadtverordneten von Frankfurt (Oder) im Interesse der Öffentlichkeit klären sollten. Vielleicht ist ja alles im Recht. Hoffen wir das Beste.

Reiner 17.12.2014 - 17:34:09

Hoppe

...ganz einfach, manchmal gibt es etwas zu kaufen. Früher waren es eher Bananen und jetzt Gesellschafteranteile. Wenn jemand etwas verkauft, findet sich schon ein Käufer - und wenn es dann der GF ist. Eigentlich kein Problem! Zu allen Veränderungsplänen fragt sich nur, wie kommt man zu mehr Effektivität, jährlich ein paar Existenzgründern und mal wieder einem Neubau im Technologiepark oder mindestens Neunutzung der Odersun- bzw. IST-Gebäude.

Cornelia Happe 17.12.2014 - 16:12:54

Der Privatmann?

Der ehemalige GF Uwe Hoppe! Wie konnte dieser an eine Privatbeteiligung kommen?

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